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Deleveraging: Abbau von Schulden

„Deleveraging“ ist seit der Finanzkrise einer der zentralen Faktoren in den Entwicklungen von Unternehmen, Ländern und auch Privatpersonen.

Der Begriff steht für den Abbau von Schulden.

UBS-Studie mit hochinteressantem Ergebnis

Die Schweizer Bank UBS hat einen dieser Teilbereiche in einer neuen Studie analysiert und kommt zu einem hochspannenden Ergebnis.

2 Begriffe stehen im Zentrum der jüngsten Entwicklungen in den Industrieländern und den Emerging Markets:

Bei den wachstumsstarken Schwellenländern ist das zentrale Problem die Inflation.

Bei den Entwicklungen in den Industrieländern ist in der Finanzszene in den vergangenen Jahren wohl kein Begriff so oft verwendet worden wie der finanzwirtschaftliche Fachausdruck Deleveraging.

Deshalb hat die UBS eine neue Studie zu diesem Schlüsselthema veröffentlicht.

Darin hat man die Schuldensituation bei Unternehmen außerhalb der Finanzkrise analysiert. Wo befindet sich der Deleveraging-Zyklus bei den Unternehmen (exklusive Finanzsektor)?

Die Studie zeigt, dass der Verschuldungsgrad bei Unternehmen in den Jahren 2010/11 weltweit auf rund 45 % gesunken ist. Dies ist der niedrigste Stand, den die UBS mit dieser Analyse jemals gemessen hat.

Die Situation sieht besser aus als die Märkte denken

Ein derartig niedriges Niveau gab es zuletzt vor dem Platzen der High-Tech-Blase – wohlgemerkt nicht vor dem Platzen der Immobilienblase 2007/08, sondern der High Tech-Blase 1999/2000.

Eine Analyse der Werte im MSCI World Index (exklusive der Finanzwerte) zeigt einen Anstieg der Barmittel-Reserven auf rund 10 % der Firmenwerte.

Die Cash-Bestände machen rund 13 % der Marktkapitalisierung aus. Beide Zahlen sind die höchsten Werte in der letzten Dekade.

Ein Abgleich mit der Datenbank der US-Zentralbank zeigt sogar, dass die Cash-Bestände als Anteil der Firmenwerte so hoch sind, wie man es zuletzt in den 1950er-Jahren gesehen hat.

Deshalb ist der Verschuldungsgrad in den letzten Jahren auch schon wieder leicht angestiegen.

Diese Fakten zeigen, dass wir bei Unternehmen außerhalb der Finanzszene eigentlich längst am Ende des „Deleveraging“-Zyklus angekommen sind.

Doch aufgrund der Schuldensituation in Europa und in der wichtigen Finanzbranche fällt diese Entwicklung den Märkten noch überhaupt nicht auf.

Die Folgen der hohen Cash-Bestände sind für Börsianer nur positiv; sei es durch höhere Dividenden, steigende M&A-Aktivitäten (Firmenübernahmen) oder Neuinvestitionen.

Ausblick

Die UBS erwartet bei Unternehmen keine Rückkehr zu der aggressiven Verschuldungspolitik der letzten Dekade. Aber selbst das Ende des Schuldenabbaus und die hohen Cash-Bestände bieten neue Wachstumsperspektiven.

Allerdings müssen Anleger genau hinschauen, welche Unternehmen davon besonders profitieren, denn die regionalen Unterschiede sind groß.

In der allerersten Reihe finden sich dabei viele gut aufgestellte deutsche Unternehmen. Wie Sie sich vorstellen können, finden sich die Unternehmen aus den Euro-Krisenländern eher auf den hinteren Plätzen.

Aber das ist eine andere Geschichte…

14. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.