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Delisting von der Börse – wenn Firmen vom Kurszettel verschwinden

Mancher Anleger staunt nicht schlecht, wenn das Unternehmen, in das man investiert hat, einfach vom Kurszettel verschwindet. Allerdings sind Anleger nicht ohne Rechte. Das in Deutschland gültige Börsengesetz (§ 38 Abs. 2 Satz 2 Börsengesetz) schreibt vor, dass Anleger frühzeitig über das Vorhaben informiert werden müssen. Doch ein sogenanntes Delisting geschieht in der Regel nicht so ohne weiteres.

Gründe für ein Delisting

Es kann verschiedene Gründe für ein Delisting geben. Zum Beispiel kann die zuständige Zulassungsstelle die Börsenzulassung widerrufen, wenn der Emittent (also der Herausgeber des Wertpapiers) seinen Pflichten nicht mehr nachkommt oder wenn kein ordnungsgemäßer Handel mehr sichergestellt werden kann.

Abgesehen davon können Übernahmen, eine Umbenennung in eine andere Rechtsform (GmbH), ein Squeeze-Out, eine Privatisierung oder eine Insolvenz des Unternehmens Gründe für ein Delisting sein.

Ein Beispiel ist der TV-Fernsehhersteller Loewe AG, der nach Insolvenz und erfolgreicher Übernahme durch den Finanzinvestor Stargate Capital einen Delisting-Antrag gestellt hat. Auch der Computerhersteller Dell hat sich für ein Delisting im Zuge einer Privatisierung entschieden, um seine Probleme in den Griff zu bekommen.


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Delisting an der Börse – wenn der Aktienhandel eingestellt wird

Was bedeutet ein Delisting nun konkret für Anleger? Das Delisting beschreibt zunächst einen verwaltungstechnischen Vorgang, der als Börsenabgang oder Börsenrückzug zu beschreiben ist. Dadurch wird die Notierung einer Aktie an der Börse dauerhaft eingestellt.

Erfolgt ein Delisting, werden die Aktien des betreffenden Unternehmens nicht mehr aktiv gehandelt. Das heißt, Anleger haben keine Möglichkeit mehr, ihre Aktien über die Börse zu verkaufen, auch nicht in einem anderen Börsensegment.

Nicht zu verwechseln ist das Delisting mit dem Wechsel in ein anderes Börsensegment. Ein Unternehmen kann zum Beispiel vom Prime Standard (gesetzlich reguliertes Börsensegment) in den Entry Standard (nicht amtliches Börsensegment mit geringeren Eintrittshürden für kleine und mittlere Unternehmen) an der Frankfurter Wertpapierbörse wechseln, ohne dass der Handel in den Wertpapieren eingestellt wird.

Ohnehin sind Anleger dem Dilisting-Vorhaben nicht hilflos ausgeliefert. Je nach Börse muss eine Ankündigung zum Delisting von der Börse mindestens 6 Monate im Voraus erfolgen. Darüber hinaus muss das geplante Delisting-Vorhaben im Börsenpflichtblatt veröffentlicht werden, um Anlegern genügend Zeit einzuräumen, ihre Anteile über die Börse zu verkaufen.

Voraussetzungen für ein Delisting

Zulässig war ein Delisting von der Börse in der Vergangenheit nur dann, wenn dies von der Mehrheit der Hauptversammlung abgesegnet wird. Dies ist inzwischen nicht mehr der Fall. Der Vorstand kann allein über das Delisting entscheiden. Grundsätzlich verstößt das nämlich nicht gegen das Eigentumsrecht der Aktionäre, wie das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof festgestellt haben.

Allerdings haben Anleger einen Anspruch auf eine faire Entschädigung. Dies heißt, das Unternehmen muss an die verbliebenen Aktionäre ein Pflichtangebot unterbreiten oder eine Ausgleichzahlung veranlassen – dies gilt insbesondere beim Squeeze-Out.

Listing ist mit hohen Kosten verbunden

Was viele Anleger selten wissen: Eine Börsennotiz ist mit hohen Kosten verbunden. Das Unternehmen muss nicht nur über aktuelle Entwicklungen informieren, sondern regelmäßig Rechenschaftsberichte in Form von Bilanzzahlen vorlegen. Zudem muss die Hauptversammlung für die Aktionäre organisiert werden.

Steht das Unternehmen nicht mehr auf dem Kurszettel, fallen nicht nur die Kosten, sondern auch bestimmte Pflichten für die Gesellschaft weg, wodurch sich manche Unternehmensstrategie schneller und einfacher umsetzen lässt. Anleger haben zwar in diesem Fall das Nachsehen, für das Unternehmen ist ein Delisting aber dann oft eine sinnvolle Alternative.

2. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands