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Demographischer Wandel in Europa: Finanzkrise und Überalterung

Die Finanzkrise hat uns im Griff.

Tagtäglich erscheinen neue Berichte, Artikel, Videos und Bücher.

Und auch wenn immer neue Faktoren in Hinblick auf die Finanzkrise bedacht werden, wurde bisher ein Faktor von allen Publikationen übersehen: Das Alter.

Der neue Alterungsbericht fasst nun zum ersten Mal eben diesen Faktor in den Blick und beleuchtet die Finanzkrise in Zusammenhang mit der Überalterung. Ganz neue Perspektiven tuen sich auf.

Demographischer Wandel in der Eurozone: Solidarität zwischen den Generationen durch Finanzkrise in Gefahr

Im „Alterungsbericht 2009“ heißt es, dass lediglich tief greifende Veränderungen ein Aushöhlen der Solidarität zwischen den Generationen und kräftigen Druck auf künftige Generationen vermeiden könnten. Der Bericht liest sich deshalb wie eine Warnung vor der Renten-Katastrophe:

Befürchtet werden neben höheren altersbezogenen Ausgaben der öffentlichen Hand in erster Linie ein niedrigeres Potenzial-Wachstum: „Diese Herausforderungen werden als Folge der Wirtschaftskrise noch akuter.“ Der Financial Times Deutschland liegt die Studie (Mittwochausgabe) vor.

Demographischer Wandel: In Europa nun erstmals Zusammenspiel von Überalterung und Finanzkrise untersucht

Mit dieser Studie hat die EU-Kommission erstmalig die Folgen der Finanzkrise unter Berücksichtigung eines so langfristigen gesellschaftlichen Problems wie der Überalterung beleuchtet.

Bislang hatten Untersuchungen des schwersten Wachstumseinbruchs seit 1929 die Aufmerksamkeit nur auf die direkten Folgen – wie beispielsweise Arbeitslosigkeit und Steuerausfälle – gelegt.

Der Alterungsbericht schildert dagegen, welche Konsequenzen die Vergreisung Europas bis 2060 haben wird und wie sich die bestehenden Entwicklungen durch die Krise noch weiter verschärfen werden.

So ist laut dem Papier in Europa mit einer erheblich veränderten Arbeitsbevölkerung zu rechnen: „Das bedeutet, dass in der EU auf jeden Menschen über 65 Jahren nicht mehr vier Menschen im Arbeitsalter (15 bis 64 Jahren) kommen, sondern nur noch zwei“.

Fall Deutschland: Erste spürbare Auswirkungen innerhalb der nächsten zehn Jahren

Weitreichende Auswirkungen hat diese Entwicklung, da in den EU-Staaten wie zum Beispiel in Deutschland viele Rentensysteme mehrheitlich umlagefinanziert sind.

„Der fiskalische Einfluss der Alterung dürfte deshalb in fast allen Mitgliedsstaaten substanziell sein und sich bereits während der nächsten zehn Jahre zeigen“, mahnt die Kommission.

„Auf der Grundlage der gegenwärtigen Politik dürften altersbezogene öffentliche Ausgaben bis 2060 in der EU um durchschnittlich 4,75 Prozentpunkte der Wirtschaftsleistung und um mehr als 5 Prozentpunkte im Euroraum steigen.“ Die Mehrausgaben würden steigende Kosten der Renten, Gesundheit und langfristigen Pflege finanzieren.

Demographischer Wandel in Europa: Auswirkungen der Finanzkrise nicht in jedem Staat gleich prekär

Die 27 EU-Staaten wurden von der Kommission in drei Kategorien eingeordnet: Neben Holland und Großbritannien zählt Deutschland zu der Gruppe von europäischen Staaten, in denen die altersbedingten Ausgaben der öffentlichen Hand um 4 bis 7 Prozent steigen werden.

In Belgien, Spanien und Irland wird hingegen von einem Anstieg von mehr als 7 Prozentpunkten ausgegangen.

Unter 4 Prozentpunkten liegt dagegen der Anstieg in Frankreich, Polen und Schweden. Die Differenzen basieren auf verschieden hohen Geburtenraten sowie Unterschiede bei den Renten-, Gesundheits- und Pflegesystemen.

29. April 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.