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Denken über Big Data hinaus: CFO Arnd Zinnhardt über die Pläne der Software AG

Die Software AG aus Darmstadt befindet sich im Umbruch. Schon 2013 wurde das SAP-Beratungsgeschäft in Osteuropa und Nordamerika verkauft, im März 2014 hat sich die Software AG nun auch im deutschsprachigen Raum von diesem Geschäftsbereich getrennt.

Nachdem 2013 Gewinn und Umsatz rückläufig waren, will das Unternehmen 2014 wieder zurück in die Erfolgsspur. Wohin geht die Reise? Die Antwort sucht die Software AG im Trend der zunehmenden Digitalisierung.

GeVestor sprach mit Finanzvorstand Arnd Zinnhardt über den Umbau des Unternehmens und die zukünftigen Aussichten der Software AG.

GeVestor: Nach 2013, einem Jahr der Transformation, rechnet die Software AG in ihrem Zukunftsfeld BPE weiter mit einem positiven Geschäftsverlauf. Zeitgleich sind im 1. Quartal 2014 jedoch Gesamtumsatz und Konzerngewinn gesunken. Warum?

Arnd Zinnhardt: 2013 war ein sehr erfolgreiches Jahr der Weichenstellung für die Software AG.

Wir haben den Geschäftsbereich „Business Process Excellence“ durch die Verstärkung unserer Vertriebsmannschaft weiter ausgebaut, sind in neue Größendimensionen beim Abschluss neuer IT-Projekte hineingewachsen und haben unser Produktportfolio durch innovative Technologien im Rahmen von 5 ausgewählten Akquisitionen gestärkt.

All diese Investitionen aus dem letzten Jahr werden zu weiterem BPE-Wachstum im laufenden Jahr führen. Folglich haben höheren Vertriebs- und Marketingkosten zum Ausbau unseres Geschäfts aber auch zu einer kurzfristigen Reduzierung des Ergebnisses geführt.

Dieser strategische Schritt war und ist die Basis für Marktanteils-Gewinne, die sich in zukünftigen Cashflows auszahlt. Beim Gesamtumsatz sind insbesondere außergewöhnlich hohe negative Währungseffekte sowie die Konsolidierung des SAP-Beratungsgeschäfts zu beachten.

Mit dem Verkauf unserer Aktivitäten in Nordamerika und Osteuropa wurde der Umsatz hier gezielt zurückgeführt.

GeVestor: Mit dem Verkauf des SAP-Beratungsgeschäfts haben Sie nun laut eigenen Aussagen die Konsolidierung im Geschäftsbereich „Consulting“ abgeschlossen. Warum hat man sich von diesem Bereich eigentlich getrennt?

Zinnhardt: Das SAP-Beratungsgeschäft haben wir im Jahr 2009 durch die Akquisition der IDS Scheer AG erworben. Hauptaugenmerk der Übernahme war seinerzeit die Software „Aris“, das weltmarktführende Produkt zur Geschäftsprozessanalyse.

Seither haben wir die Aris-Produktfamilie voll integriert und zu einem wesentlichen Treiber unserer dynamisch wachsenden Produktlinie BPE weiterentwickelt.

Da das Geschäft mit Drittprodukten nicht zu unseren Kernaktivitäten zählte, war es ein logischer Schritt, sich davon zu trennen. Zukünftig vereinen wir Serviceleistungen rund um unsere eigenen Produkte in unserem Geschäftsbereich „Consulting“.

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CFO der Software AG: Arnd Zinnhardt.*

GeVestor: Das traditionelle Datenbankgeschäft „Enterprise Transaction Systems“, hatte im 1. Quartal auch einen Umsatzrückgang zu verzeichnen. Welche Maßnahmen plant die Software AG in diesem margenträchtigen Bereich?

Zinnhardt: Das Datenbankgeschäft war für die Software AG seit Gründung des Unternehmens ein Garant für stabile Ergebnisbeiträge und Cashflows. Diese hohe Innenfinanzierungskraft ermöglichte den Aufbau des neuen Produktbereichs BPE, den wir 2004 initiiert haben.

Hier lässt sich die starke Korrelation von einmaligen Lizenzerlösen zu jahrelangen, stabilen Wartungsströmen besonders deutlich erkennen. Zukünftig planen wir hier die hohe Segmentmarge und unsere Großkundenbasis stabil zu halten sowie Cross-Selling-Potenziale von BPE-Produkten zu nutzen.

GeVestor: Gewinnbringer soll zukünftig also noch stärker der BPE-Bereich werden. Ein Umsatzwachstum von 11% im 1. Quartal ist ein 1. Schritt. Was macht Sie so zuversichtlich das Wachstum in dieser Sparte weiter steigern zu können?

Zinnhardt: In unserem größten Unternehmensbereich BPE, der zeitgleich der Wachstumsmotor der Software AG ist, bündeln wir Softwarelösungen für Integration, Prozessmanagement und Big Data.

Unsere Kunden können mit unseren Lösungen also die Potenziale der stetigen Digitalisierung voll ausschöpfen und damit schneller, effizienter und vor allem erfolgreicher agieren.

Dass unsere Produkte im Markt hervorragend ankommen, zeigt  auch unsere operative Performance: So stieg der BPE-Produktumsatz, sprich: der Erlös von Lizenzen und Wartungen, im letzten Jahr währungsbereinigt über 15%.

Damit sind wir mehr als doppelt so stark gewachsen wie der Wettbewerb. Darüber hinaus sind wir positiv in das laufende Jahr gestartet und haben mit einem BPE-Produktumsatz im 1. Quartal von +11% den höchsten Q1-Umsatzwert in unserer Unternehmensgeschichte erreicht.

Mit einem Anteil von 2/3 ist BPE mittlerweile die stärkste Säule in unserem Produktgeschäft. Bis 2018 wollen wir diesen Anteil organisch und akquisitorisch auf 80% erhöhen.

Damit hat die Software AG einen neuen weiteren Cashflow, den wir einsetzen werden, um auch zukünftig neue Geschäftsfelder zu erschließen.

GeVestor: Innerhalb von BPE soll die Thematik Big Data einen schnell wachsenden Stellenwert einnehmen. Warum wird Big Data in der Zukunft so entscheidend sein?

Zinnhardt: Die Software AG ist bereits seit 2011 im Big-Data-Umfeld unterwegs. Und seither hat sich das Thema im Markt sehr positiv entwickelt.

Letztes Jahr haben wir Umsätze in Höhe von über 37 Millionen € erzielt, was nahezu einer Verdopplung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012 sowie einer Verzehnfachung in nur 2 Jahren entspricht.

Anhand dieses dynamischen Wachstums lässt sich das Zukunftspotenzial von Software zur Erfassung, Visualisierung und Analyse von großen Datenmengen erkennen.

Konsequenterweise haben wir das Geschäftsfeld im vergangenen Jahr durch die Akquisitionen um weitere Analyse- und Visualisierungs-Funktionen verstärkt. Das Produktportfolio in diesem Bereich werden wir auch in den nächsten Jahren weiter ausbauen.

GeVestor: Wie wurden die Umstrukturierungs-Maßnahmen auf der Hauptversammlung von den Anlegern aufgenommen und wird 2014 wieder zu einem Wachstumsjahr werden?

Zinnhardt: Nur eine langfristig orientierte und ausdauernde Unternehmensstrategie schafft Mehrwert für unsere Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Aktionäre. Diesem Gedankenansatz folgend haben wir frühzeitig die Weichen für Wachstum in unserem BPE-Geschäft gelegt.

Dass wir damit auch die Interessen unserer langfristig orientierten Anleger bedienen, haben uns erst kürzlich Aktionärsvertreter auf unserer Hauptversammlung bestätigt, die unsere strategische Ausrichtung ausdrücklich lobten.

*(c) Software AG.

2. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.