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Depotgebühren und Steuern: Was Anleger wissen sollten

Gebühren zahlt niemand gern. Das gilt für alle Arten von Gebühren, und natürlich auch für die Depotkosten. Sie sind vor allem deswegen so unbeliebt, da sie meist pauschal für alle gelten. Und dann kommt auch noch der Fiskus und verlangt Umsatzsteuer.

Bei den Kosten der Vermögensverwaltung ist dies allerdings ein Sonderfall. Denn, in Deutschland ist nur ein kleiner Teil der Bankgeschäfte umsatzsteuerpflichtig. Der Grund dafür: Geldinstitute erwirtschaften im Kredit- und Einlagengeschäft keinen Umsatz sondern eine Marge.

Diese Marge entsteht aus der Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen. Hierfür dürfen die Banken keine Umsatzsteuer ausweisen. Ausnahmen sind die Gebühren für Dienstleistungen wie die Bereitstellung eines Bankschließfachs oder eben eines Wertpapierdepots.

Depotgebühren mit Umsatzsteuer sind steuerlich absetzbare Werbungskosten

Depotgebühren gehören zu den Kosten, die in Zusammenhang mit der Absicht zur Gewinnerzielung von Anlegern stehen. Auf diese Weise fallen sie unter den Sammelbegriff der steuerlich absetzbaren Werbungskosten.

Depotgebühren sind eng verbunden mit der Erwirtschaftung von Gewinnen im Wertpapiergeschäft. Und bei diesen Geschäften kommen Anleger um die Eröffnung eines Wertpapierdepots nicht herum. Wenn die Bank diese Kosten berechnet, können diese im Rahmen der Steuererklärung mit den Gewinnen aus Wertpapieren über die Anlage KAP Gewinn mindernd verrechnet werden.

Besonders unangenehm für Privatanleger: Sie können im Gegensatz zu Unternehmen die Umsatzsteuer auf die Depotgebühren nicht als Vorsteuer abziehen. Es gibt einfach keine Posten, die gegengerechnet werden können.

Der Jahresdepotauszug der Bank enthält eine Aufstellung, welche Kosten und Erträge in welcher Weise in der Steuererklärung behandelt werden. Im Zweifelsfall hilft der Steuerberater.

Privatanleger können auch ganz gut auf Depotgebühren verzichten

Wer allerdings darauf verzichten möchte, Depotgebühren mit oder ohne Umsatzsteuer beim Finanzamt geltend zu machen, kann dies auch tun. Mithilfe eines Depotkosten-Vergleichsrechners aus dem Internet ist dies relativ leicht möglich.

Eine Reihe von Direktbanken bietet beim Handel mit Wertpapieren eine kostenlose Depotführung an. Wer von Anfang an keine Depotgebühren zu berappen hat, braucht sich um die hierbei anfallende Umsatzsteuer nicht zu kümmern.

Allerdings sollten Anleger dabei auf das Gesamtpaket achten. Denn auch ein Angebot mit einer kostenfreien Depotführung kann sich aufgrund von stark erhöhten Transaktionskosten als recht teuer erweisen.

Der Wechsel des Wertpapierdepots kann sich lohnen

Nach dem aktuellen Stand können die Kosten, die mit dem Kauf, dem Verkauf und der Verwahrung bzw. der Verwaltung von Wertpapieren in Zusammenhang stehen, von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt auch für die Umsatzsteuer, die bei den Depotgebühren anfällt.

Wer jedoch die Möglichkeit hat, das Depot zu wechseln, kann neben dem Aufwand auch einiges an Geld sparen.

20. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.