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Der amerikanische Traum an der Börse: Nicolas Darvas

Viele Privatanleger träumen davon, mit dem richtigen Riecher ein großes Vermögen mit Aktien machen zu können. Und das dies nicht unmöglich ist, zeigt der Werdegang von Nicolas Darvas.

Mit Intelligenz, Mut, einer klaren Strategie und natürlich auch etwas Glück wurde er Aktienmillionär. Dabei begann seine Karriere nicht an der Börse sondern in einem ganz anderen Bereich.

In den späten 1950er Jahren war der gebürtige Ungar Nicolas Darvas einer der bestbezahltesten Profitänzer. Kurz nach der Flucht während des zweiten Weltkrieges aus Ungarn in die Türkei, entdeckte Darvas seine Leidenschaft fürs Tanzen.

Nachdem er und seine Schwester 1951 in die USA emigrierten wurden sie als Tanzpaar schnell berühmt und faszinierten das Publikum mit ihren Darbietungen.

So fing es an: Aktien als Bezahlung

Der erste Kontakt mit dem Aktienmarkt machte Darvas, als er in Toronto statt seiner üblichen Gage, Wertpapiere einer Baufirma erhielt. Zu dem Zeitpunkt hatte er hierfür noch keine Verwendung, stellte aber dann nach einiger Zeit fest, dass der Wert der Aktien enorm gestiegen war.

So konnte er aus einem Ursprungswert von 3.000 US-$ fast 11.000 US-$ erwirtschaften. Angezogen und begeistert von dieser Art Geld zu verdienen, las Darvas alles über den Aktienmarkt was er in die Finger kriegen konnte – ähnlich wie viele Neulinge an der Börse.

Im Anschluss an diese Erfahrung investierte Darvas einen Großteil seiner Gagen in Aktien, musste jedoch bald erkennen, dass seine Erfahrung noch nicht ausreicht, um auch gegen Verluste gewappnet zu sein. Und die traten häufig ein. Allerdings wusste Nicolas Darvas aus seinen Fehlern zu lernen und verbesserte nach und nach seine Vorgehensweise.

Stock-Picking und das nächste große Ding

Aus seinen Studien zog er Schlüsse die ihn auf seine Spekulationsidee brachten. Er musste einfach nur herausfinden, welcher Industriezweig in den nächsten Jahren der vielversprechendste sein würde. Die Eisenbahnlinien brachten ihren Investoren in den späten 1800er Jahren große Gewinne ein. Später waren es dann die ersten Automobilfirmen. Darvas wollte also den Industriezweig mit dem größten Potential finden.

Zuerst ermittelte er anhand einer Unternehmensliste die aus seiner Sicht spannenden Aktien. Er beobachtete dabei eher das hochpreisige Segment und keine Pennystocks. Sobald das Handelsvolumen einer Aktie anstieg, erfragte Darvas bei seinem Broker die Tagespreise und beobachtete diese fortan. Nachdem er sich dann für den Kauf entschieden hatte und überzeugt war, dass das hergestellte Produkt der Firma weiterhin nachgefragt werden wird, kaufte er auch bei steigenden Kursen.

Nicolas Darvas Weg zum Millionär

Darvas erkannte nach vielen Trades, dass wohlüberlegte Stopp-Loss-Schwellen sein Vermögen schützen würde. Im Jahr 1957 rauschte der New Yorker Aktienmarkt um 25% nach unten. Darvas Investments wurden teilweise schon früh ausgestoppt und er erhielt einen Großteil seines bis dahin aufgebauten Vermögens. Er hielt nach Aktien Ausschau die stark gefallen waren und für ihn zukünftig eine wichtige Rolle spielen werden.

Er kaufte u.a. Aktien von Texas Instruments (Technologiekonzern) und verfolge auch hier seine Idee immer weiter zu kaufen wenn der Kurs steigt. Durch einen anschließenden Boom an den Aktienmärkten konnte Darvas in nur wenigen Monaten sein Vermögen vervielfachen und war auf dem Papier bereits Millionär. Er verkaufte seine Titel jedoch nicht, sondern setzte lediglich seine Stopp-Marken nach oben.

Chartanalyse mit der „Darvas-Box“

Als Grundlage für seine Ideen entwickelte Nicolas Darvas ein Boxen-Modell. Der Kurs einer Aktie bewegte sich seiner Meinung nach über mehrere Tage in einem gedachten Kasten. Durchbricht der Aktienkurs diesen Kasten nach oben, wird die Aktie gekauft und das Kastenmodell beginnt auf einer neuen Ebene erneut.

Bei jedem Überspringen der oberen Kastenlinie kaufte Darvas nach und setzte den Stopp auf die untere Linie des vorigen Kastens. Bei einem Durchbruch der unteren Linie wurden somit seine Positionen verkauft. In einem Trendfolgeszenario konnte er sich so überdurchschnittliche Gewinne sichern.

Garantierten Erfolg bringt auch die Methode von Darvas nicht. Aber mit der richtigen Auswahl an Werten können Privatanleger durchaus von der Strategie des gebürtigen Ungarn profitieren und so ihr Vermögen vergrößern.

15. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.