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Der Brexit ist da: Was Anleger jetzt wissen müssen

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Optimisten und Europa-Befürworter die Oberhand behalten.

Doch jetzt, wo alle Stimmen ausgezählt sind, steht fest, dass es zum Brexit kommen wird.

Was das langfristig heißt, darüber ist schon viel spekuliert worden und verbleibt auch bis auf Weiteres unklar. Es gibt keinen Präzedenzfall für den Austritt eines Landes aus der EU und somit keine bekannten Folgen.

brexit-voting

Grafik: Spiegel.de/BBC

Auch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, wie der Rest der Welt auf diese Entscheidung langfristig reagieren wird. Kurzfristig werden jetzt erst einmal alle in Aufregung verfallen. Denn gestern Abend hatte es noch so ausgesehen, als würde es keinen Brexit geben.

Doch nun ist alles anders, Politiker, Banker und Börsianer müssen zum Plan B greifen – sofern er wirklich existiert. Wie der aussieht, wird sich in den nächsten Stunden zeigen. Als Anleger muss man nun aufmerksam hinschauen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wichtig ist und bleibt: Ruhe bewahren.

Denn was Freitag früh passiert, kann bis morgen schon wieder überholt sein, wenn der erste Schock überwunden ist. Wir sammeln die aktuellen Folgen an dieser Stelle.

Direkte politische Fragen und Folgen des Brexit

Mit dem jetzigen Stimmausgang zeichnet sich bereits ab, dass die Schotten und Nordiren zum Großteil für einen Verbleib in der EU gestimmt haben.  Schon heute früh waren Forderungen aus Schottland zu hören nach einem neuen Referendum über den Verbleib in Großbritannien.

In Nordirland bringen sich Stimmen in Stellung, die einen Anschluss an Irland fordern, denn das Land ist nach wie vor in der EU. Wie es hier weitergeht, bleibt vorerst offen.

Bei den Schotten soll es mittlerweile einen regelrechten Run auf Mitgliedsanträge bei der SNP geben.

Die Partei für die schottische Unabhängigkeit erlebt einen beispiellosen Zulauf – wohl auch von bisherigen Skeptikern. Ob das auch Konsequenzen hat und es wirklich zu einem 2. Referendum in Schottland kommt bleibt offen.


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Cameron gibt Rücktritt bekannt

David Cameron hat seinen Rücktritt gegen 9:30 Uhr erklärt. Es wird ein Abschied auf Raten: Noch will der britische Premier im Amt bleiben, mit der EU die Abwicklung des Austritts verhandeln und dann im Oktober dieses Jahres aus dem Amt scheiden.

Der Rücktritt war bereits im Vorfeld erwartet worden. Der Abschied auf Raten zeigt, dass der Premier Wirtschaft und Politik nicht zusätzlich ins Chaos stürzten will. In seiner Rede betonte er, dass er die Entscheidung des britischen Volks respektiere und er der Meinung sei, man könne auch ohne EU überleben, auch wenn er für den Verbleib gestimmt habe.

Nigel Farage, von der UKIP, hat sich mittlerweile auch vor der Presse erklärt. Er freue sich über die neu gewonnene Unabhängigkeit der Briten. Die Verlierer indes wollen zum Teil nicht aufgeben: Eine Petition für eine erneute Durchführung eines Referendums hat mittlerweile 100.000 Zeichner – ab dieser Anzahl muss sich das Parlament mit dem Antrag beschäftigen. Aktuell ist aber eher unwahrscheinlich, das es zu einer neuen Abstimmung kommt.

Die Presselandschaft bietet am morgen ein unterschiedliches Meinungsbild. Die spannendsten Cover wurden von einem User auf Twitter, dem Kurznachrichtendienst, zusammengestellt:

twitter-brexit

Devisen: Brexit – und jetzt?

Schon in den frühen Morgenstunden zeigt sich: Für Pfund und Euro ist der Brexit nichts Schönes. Beide Währungen stehen in den Morgenstunden massiv unter Druck. Das Pfund gab über 11 Prozent nach und steht auf dem tiefsten Stand seit 1985 mit 1,33 Dollar.

 

Aber auch die Gemeinschaftswährung fällt. Unsicherheit in das europäische Gesamtprojekt trifft immer zunächst den Euro. Während der Euro zwischenzeitlich deutlich unter 1.1 Dollar gefallen war, liegt er mittlerweile bei 1,105 Dollar und damit nur noch bei -2,41%.

Klarer Gewinner der Stunde: Gold. Das Metall steigt auf den höchsten Stand seit 2014. Das war zu erwarten, denn einen sichereren Hafen gibt es nicht, wenn es am Währungsmarkt und an den Börsen Unruhe gibt.

Was ist mit dem Bankensektor und britischen Aktien?

Noch ist es zu früh, um abzusehen, wie sich britische Banken verhalten. Die Kurse sind zunächst direkt unter Druck geraten. Die Großbank HSBC verlor aus dem Stand 11 Prozent, Barclays sogar 30 Prozent. Lange hieß es, der Finanzplatz London würde ins Wanken geraten, wenn der Brexit kommt. Zumindest Frankfurt dürfte sich in Stellung bringen, um bei einem solchen Szenario zu profitieren.

Ob es unter diesen Vorzeichen nun je zu einer Fusion der Frankfurter und Londoner Börse kommen wird, ist fraglich.

Beide müssen heute genau im Blick behalten werden. Zuletzt blieb unsicher, was ein Brexit bedeutet. Viele haben die Bedeutung heruntergespielt. Fakt ist, der Zugang zum europäischen Binnenmarkt ist jetzt deutlich schwieriger.

Problematisch wird auch sein, wenn Standard&Poor’s seine Ankündigung durchzieht, den Briten das AAA-Rating zu entziehen.

Und europäische Werte?

Das hängt an zwei Faktoren. Solange der britische Markt nicht entscheidend ist, spielt der Brexit für viele Unternehmen kaum eine Rolle. Sollte das europäische Festland aber in Turbulenzen geraten, werden auch diese Unternehmen das zu spüren kriegen. Zum Börsenstart zeigt sich das direkt: Der Bankensektor gibt ordentlich ab. Deutsche Bank und Commerzbank fallen zweistellig.

Hier gilt es, die Augen auf die Einzelwerte zu richten und über den Tag hinaus zu agieren. Wer heute unter dem Eindruck des Schocks Verluste erleidet, muss das nicht langfristig. Die meisten Unternehmen sind aktuell bereits dabei, Pressemeldungen herauszugeben, dass ein Brexit keine langfristigen Auswirkungen für sie und ihre Geschäfte haben wird.

Was macht der Dax und seine Einzelwerte?

Zum Börsenstart gibt er knapp 11 Prozent ab. Richtung Mittag überwiegt allerdings bereits wieder eine leichte Erholung. Aktuell steht er wichtigste deutsche Index nur noch bei einem Minus von 6,4 %. Im Dax ist es nach wie vor die Deutsche Bank, die am meisten abgeben musste mit -16,68 %. Gefolgt von Lufthansa und Commerzbank. Anleger rechnen hier mit den größten Auswirkungen aus dem Brexit.

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Es bleibt dabei: Viel hängt vom Verlauf der nächsten Tage ab

Auch wenn der Brexit beschlossene Sache scheint, werden die Austrittsverhandlungen vermutlich sehr lange dauern. Damit wird auch so bald nicht absehbar sein, wie stark die Folgen für die EU und Großbritannien sein werden.

Fest steht, dass der Brexit eine Zäsur für die europäische Politik bedeutet. Ob das zum Nachteil der Börsen sein wird, wird zu beobachten sein. Heiko Böhmer, unser Chefredakteur vom Privatfinanz-Letter hat die aktuellen Entwicklungen am Markt und die Chancen für Anleger eben noch in einem Video zusammengefasst:

Nach Heiko Böhmer hat sich auch unser Chefredakteur Achim Mautz vom neuen Video-Börsendienst „Markt-Navigator zum Brexit geäußert:

Wir aktualisieren diesen Artikel auf Basis neuer Informationen heute und in den kommenden Tagen weiter.

24. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.