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Der dreifach gläserne Bankkunde

„Bankgeheimnis“ – dieses Wort gehört endgültig der Vergangenheit an. Denn gleich in dreifacher Hinsicht sind wir als Bankkunden heute für alle transparent, die Interesse an unseren Kontoverbindungen und Transaktionen haben:

1. Die US-amerikanische Ermittlungsbehörde CIA hat seit 1. Februar 2010 Zugriff auf die Daten aller Auslandsüberweisungen. Diese Überweisungen führt üblicherweise der Dienstleister SWIFT aus.

Weil einer seiner Server auf US-amerikanischem Boden stand, hatte die CIA schon früher Zugriff auf die Bankdaten auch europäischer Bürger. Aus diesem Grund hat SWIFT seinen US-Server aufgegeben und sich auf europäische Standorte zurückgezogen. Doch vergeblich.

Die Europäische Kommission erlaubt seit Anfang dieses Monats der CIA weiterhin den Zugriff auf die europäischen Bankdaten. Pikanterweise hat sie dieses EU-Gesetz noch schnell verabschiedet, bevor sie dazu verpflichtet gewesen wäre, das EU-Parlament an der Entscheidung zu beteiligen. Das droht nun, die Zugriffserlaubnis zu kippen.

Ob es allerdings wirklich so kommt, darf bezweifelt werden. Vermutlich wird sich das Parlament damit begnügen, noch ein paar Datenschutzanforderungen zu stellen, die allenfalls eine bürokratische Hürde, aber kein echtes Hemmnis für die CIA sein dürften.

2. In Deutschland gibt es seit 2005 den automatischen Kontenabruf. Damit können sich verschiedenste Behörden beim Bundesamt für Steuern einen Überblick über die Kontostammdaten eines jeden Bankkunden verschaffen, so beispielsweise die Arbeitsagentur, die Sozialversicherungen, die Kindergeldstellen oder die Finanzämter.


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Ein berechtigtes Interesse an diesen Auskünften genügt. Die Behörden erfahren dann:

  • welche Konten und Depots der betreffende Bankkunde bei welcher Bank unterhält,
  • wann diese Konten oder Depots eröffnet oder ggf. wieder geschlossen wurden, wer als Mitinhaber oder Bevollmächtigter noch darauf Zugriff hat.)
  • Über einen erfolgten Zugriff brauchen die Betroffenen erst im Nachhinein informiert werden. Seit 2005 hat sich die Zahl der Abrufe fast verdoppelt: 72.600 Abrufe waren es im Jahr 2005. Im Jahr 2009 waren es bereits 134.900 Abrufe

3. Auch die Bankangestellten haben den Wert des Datensammelns erkannt. Zum einen die kriminellen. Dazu gehört beispielsweise der ehemalige Angestellte einer Schweizer Großbank, der jetzt der Bundesregierung eine CD mit Bankdaten deutscher Steuersünder für 2,5 Millionen angeboten hat.

Man darf gespannt sein, ob die Regierung dem Druck nachgibt und dieses nicht gerade rechtsstaatliche Vorgehen im Nachhinein tatsächlich über einen Ankauf der Daten legitimiert.

Aber auch die Daten unbescholtener Bürger, die keine Steuern hinterzogen haben, sind für Bankangestellte interessant: Gilt es doch, den Kunden gleich nach dem Erhalt etwa einer Erbschaft oder der Auszahlung einer Lebensversicherung wieder ein provisionsträchtiges Anlageprodukt aufzuschwatzen (siehe Postbank).

Es ist leider so: Bei Bankgeschäften sind wir alle höchst transparent. Wenn Sie schon nichts dagegen unternehmen können (außer vielleicht, auf Barzahlung umzusteigen, sofern es sich nicht um größere Summen handelt), so sollten Sie doch wissen, dass es so ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Erhard Liemen

Chefredakteur „Bankkunden Vertraulich“

3. Februar 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".