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Der Euro und die Inflationsrate: Die Teuro-Debatte

Mit dem Euro bezahlen und mit der Inflationsrate bemessen wir eine allgemeine Preissteigerung der Güterpreise. Doch mit Einführung des Euro 2002 begann auch die Diskussion um Preissteigerungen und eine höhere Inflationsrate. Diese Änderungen wirken sich dabei auf alle Geschäfte des täglichen Lebens und insbesondere die Investitionen von Privatanlegern im Euro-Raum aus.

Inflation anhand der Inflationsrate: Warenkorb und Preisindex

Steigen nicht nur die Preise einiger Güter an, sondern ist die Preissteigerung allgemeiner Natur, spricht man von einer Inflation. In diesem Fall verliert das Geld an Wert, so dass sich der Verbraucher  mit der gleichen Geldmenge weniger Güter leisten kann. Hauptgrund für eine Inflation ist der Anstieg der Geldmenge, verbunden mit einer erhöhten Güternachfrage. Druckt beispielsweise die Zentralbank mehr Geld oder erwirbt sie Staats- und Unternehmensanleihen, erhöht sich die Liquidität und damit auch die Nachfrage.

Mehr zum Thema: Gründe für Inflation und Deflation: Eine Übersicht

Als sichtbare Folge steigen die Güterpreise an. Gemessen wird die Inflation mithilfe der Inflationsrate (auch Preissteigerungs- oder Teuerungsrate genannt). Dazu werden die Veränderungen eines Preisindex gemessen, wie beispielsweise des Verbraucherpreisindex für Deutschland, den das deutsche Statistische Bundesamt ermittelt.

Innerhalb eines fiktiven Warenkorbs vergleicht man die enthaltenen Güterpreise eines bestimmten Jahres mit denen eines Basisjahres (z.B. 2013 im Vergleich zu 2005). So lassen sich einerseits die absolute Veränderung des Preisindex (beispielsweise 100 auf 102 Indexpunkte) und andererseits die prozentuale Veränderung (in diesem Fall 2%) messen.

Mehr zum Thema: Preisindex berechnen – wie sich die Lebenshaltungskosten verändern

Der Euro und die Inflationsrate: Die gefühlte Verteuerung

Nachdem 2002 der Euro eingeführt worden war, wurde er schon bald – zuerst durch das Satiremagazin „Titanic“ – als „Teuro“ verschrien. Der Grund dafür: Viele Menschen nahmen eine Verteuerung der Preise wahr und machten die Währungsumstellung dafür verantwortlich. Die Konsequenz war, dass viele Verbraucher weniger konsumierten. Dieser Konsumrückgang machte sich beispielsweise besonders in der Elektronik- und Taxibranche bemerkbar.

Das gefühlte Ausmaß der Preissteigerungen unterschied sich allerdings vom konkreten Ausmaß, das innerhalb verschiedener offizieller und nicht-offizieller Erhebungen untersucht wurde. So wurden zwar generell Preissteigerungen festgestellt, diese waren jedoch nicht so hoch wie durch die Bürger wahrgenommen.

Die tatsächliche Verteuerung anhand des Verbraucherindex

Laut Verbraucherpreisindex stiegen die Preise in Deutschland von Januar 2002 bis Juni 2004 zwar um insgesamt 3,3% an. Allerdings war in den zweieinhalb Jahren zuvor – von Juli 1999 bis Dezember 2001 – eine Teuerung von 4,3% festgestellt worden.

Außerdem lag auch der deutliche Preisanstieg vor der Einführung des Euro noch unter den Steigerungsraten innerhalb der 1990er-Jahre. Diese lagen zum Teil bei bis zu 6,3%.

Dennoch belegte der Verbraucherpreisindex damit, dass die Preise schon im Vorfeld der Euro-Einführung angehoben wurden. Besonders von der Inflation betroffen waren Güter im Fokus der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel Kino-Eintrittskarten oder das Essen in Gaststätten. Diese Entwicklung wird als Hauptgrund für die Diskrepanz zwischen gefühlter und tatsächlicher Verteuerung angesehen, denn Preissteigerungen dieser Güter nehmen Bürger zuerst wahr.

6. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.