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Der evolutorischer Wirtschaftskreislauf in der Übersicht

Der evolutorische Wirtschaftskreislauf ist eine Methode, ein Modell der Volkswirtschaft vereinfacht darzustellen. Diese wird häufig genutzt, um den Zusammenhang von Akteuren innerhalb eines Wirtschaftsraums zu verdeutlichen. In diesem Modell werden alle wesentlichen Tauschvorgänge als Ströme von Gütern und Finanzen zwischen drei verschiedenen Parteien innerhalb eines geschlossenen Systems dargestellt.

Die drei Faktoren hierbei sind Unternehmen, Haushalte und Kreditsammelstellen. In einem solchen geschlossenen Wirtschaftskreislauf entsprechen sich die Geld- und Güterströme wertmäßig. Das Kapital innerhalb eines Kreislaufes bleibt daher konstant.

Einfacher Wirtschaftskreislauf als Basis

Dabei basiert der evolutorische Wirtschaftskreislauf auf einer stark vereinfachten Variante. Beim einfachen Wirtschaftskreislauf werden jedoch nur zwei Seiten in Betracht gezogen, Unternehmen und Haushalte. Während die Haushalte dem Unternehmen die Faktoren für die Produktion – also Kapital, Wissen, Arbeitskraft etc. – zur Verfügung stellen, erhalten sie im Gegenzug eine Entlohnung. Dieses Gehalt investieren die Haushalte wiederum in Güter oder Serviceleistungen der Unternehmen.

Ein einfacher Wirtschaftskreislauf kann jedoch nur unter sehr strikten Voraussetzungen in der Realität stattfinden, die im Normalfall nicht erreicht werden. So muss die Wirtschaft innerhalb eines Landes stagnieren, damit das Kapital konstant den gleichen Wert besitzt. Außerdem muss die gesamte Entlohnung durch den Haushalt wieder an das Unternehmen zurückgehen. Rücklagen auf Sparkonten oder Investitionen der Unternehmen sind durch dieses System nicht abgedeckt.

Der einfache Wirtschaftskreislauf im Schaubild

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Evolutorischer Wirtschaftskreislauf ergänzt Banken

Hier kommt nun der evolutorische Wirtschaftskreislauf ins Spiel. Dieser ergänzt die Grafik um einen weiteren Faktor, den Kapitalsammelstellen. Bei diesen legen die Haushalte Teile ihres Gehaltes zurück, um sie für spätere Investitionen zu nutzen. Über die Sammelstellen kann dieses Geld den Unternehmen für Investitionen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise in Form von Krediten oder Darlehen. Dabei wird angenommen, dass die Spareinlagen der Haushalte die gleiche Summe beinhalten wie die Investitionen der Unternehmen.

Ergänzt wird der evolutorische oder auch dynamische Wirtschaftskreislauf durch den Faktor Zinsen. Diese kommen beim Sparen den Haushalten oder Unternehmen zu, bei der Vergabe von Krediten oder Darlehen jedoch den Banken. Im evolutorischen Wirtschaftskreislauf ist es außerdem normal, dass Unternehmen nicht ihren gesamten Umsatz in Lohnzahlungen investieren. Stattdessen können sie das Geld auch ins eigene Unternehmen investieren, beispielsweise für Verbesserungen der Produktionswege.

Voraussetzungen für den evolutorischen Wirtschaftskreislauf

Auch für den evolutorischen Wirtschaftskreislauf müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So ist auch hier der Wirtschaftsraum geschlossen, ausländische Faktoren spielen also keine Rolle.

Auch die Einflussnahme des Staates, beispielsweise durch Steuern oder Gesetze, wird hier noch ausgeklammert. Da zumindest staatliche Einflüsse in jedem Wirtschaftsraum vorhanden sind, ist auch der evolutorische Wirtschaftskreislauf unvollständig und kann daher nur zur groben Abbildung genutzt werden.

Der evolutorische Wirtschaftskreislauf im Schaubild

Evolutorischer Wirtschaftskreislauf

Für genauere Analysen wird daher meist auf den vollständigen Kreislauf, welcher auch staatliche Einflüsse, oder direkt auf den realen Wirtschaftskreislauf mit Staat und Ausland zurückgegriffen. Dennoch kann der evolutorische Wirtschaftskreislauf die Funktionsweise einer Wirtschaft grob darstellen. Sollen beispielsweise nur die Zusammenhänge zwischen Unternehmen und Privathaushalten visualisiert werden, kann auf diese Darstellungsform zurückgegriffen werden.

11. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.