MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Der Fluch der extremen Niedrig-Zinsen

Der Fluch der extrem niedrigen Zinsen beherrscht aktuell die Schlagzeilen. Während die Staaten davon profitieren, müssen wir als Sparer dafür zahlen.

Nicht nur die Vorsorge für den Ruhestand wird uns allen dadurch erschwert. Der Anlagenotstand schlägt jetzt auch auf die deutschen Sozialkassen durch: Für Einlagen bei der Notenbank fallen nunmehr 0,2 % Strafzinsen an.

Betriebsrenten geraten zunehmend unter Druck

Firmen, die Betriebsrenten zahlen, geraten ebenfalls zunehmend unter Druck. Die meisten müssen daher mittlerweile zusätzliche Rückstellungen bilden.

Steuerlich sind diese aber wie eh und je mit einem Satz von 6 % abzuzinsen. Der Staat besteuert so Phantomgewinne – ein absurdes Szenario.

Experten raten Unternehmen daher, Pensionszusagen teilweise auszulagern, um der Bilanzierung zu entgehen. Sozialkassen und Versorgungswerke sind quasi gezwungen, das Kapital in riskantere Anlagen zu stecken.

Der Gesetzgeber müsse ihnen erlauben, die Einlagen auch in Aktien zu investieren, lautet ihre Forderung. Obwohl die Anleihezinsen zuletzt wieder gestiegen sind, dürfte das Angebot an Staatsanleihen knapp bleiben.

Da bei uns der Bundeshaushalt ausgeglichen ist, kommen kaum noch neue Papiere auf den Markt.

Nicht nur der Nominalzins ist entscheidend

Beim Thema Zinsen neigen viele Anleger dazu, ausschließlich auf den aktuellen Nominalzins zu schauen. Und sich über das niedrige Niveau zu ärgern, das Kreditinstitute ihnen für Spar- oder Tagesgeldkonten bieten.

Für den tatsächlichen Sparerfolg kommt es jedoch allein darauf an, wie hoch der Realzins ist.

Bedenken Sie: Solange der Nominalzins über der Inflationsrate liegt, verlieren Sie als Sparer zumindest vor Steuern kein Geld.

Sich mit dem Zinssatz zu beschäftigen, kann besonders lohnend sein, wenn Sie sich dem Rentenalter nähern. Obwohl viele von Ihnen dann Anspruch auf Ruhegeld haben, endet für Sie das Arbeitsleben dennoch nicht.

Altersruhegeld: beziehen oder nicht beziehen?

Selbstständige arbeiten bisweilen weiter, weil ihre Nachfolge im Unternehmen noch nicht endgültig geklärt ist.

Andere haben schlicht Spaß am Beruf und keine Lust, nur noch Hobbys zu frönen und die Ehefrau zu ärgern.

Ist Ihre Gemütslage ähnlich, können Sie das nutzen, um Ihre Altersvorsorge aufzupeppen. Wie das geht? Indem Sie ungeachtet des bereits bestehenden Rechtsanspruchs Ihr Altersruhegeld noch nicht beziehen.

Das betrifft nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch Ansprüche aus Versorgungswerken. Benötigen Sie Ihre Altersvorsorge noch nicht zwingend, könnten Sie den Rentenbezug einfach aufschieben.

Für jeden Monat zahlt Ihnen die Rentenversicherung oder das Versorgungswerk dann 0,5 % Zuschlag. Halten Sie das ein Jahr durch, erhöhen Sie damit Ihre Altersbezüge lebenslang um 6 %.

Fazit: Durch eine kurze Phase des Verzichts auf Ihr Altersruhegeld können Sie Ihre spätere, lebenslange Auszahlung ein gutes Stück erhöhen. Das kann sich lohnen.

29. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".