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Der Freistellungsauftrag: Die Historie der Steuereinsparung

Ein Freistellungsauftrag (FSA) ist die Aufforderung eines Steuerpflichtigen an seine Bank, Kapitalerträge von der Abgeltungssteuer freizustellen. Die Abgeltungssteuer ist der automatische Steuerabzug von Zinserträgen des Kapitalvermögens.

Erteilt der Kontoinhaber einen solchen Auftrag nicht, ist die Bank dazu verpflichtet, einen bestimmten Betrag an das Finanzamt zu überführen. Mit dem Freistellungsauftrag können Alleinstehende bis 801 € jährlich von der Einkommenssteuer unberücksichtigt lassen. Für zusammen veranlagte Ehegatten gelten 1.602 € als Höchstgrenze.

Die Abgeltungssteuer: Ein wichtiges Datum in der Historie des Freistellungsauftrags

Als Folge des Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 trat am 1. Januar 2009 die Abgeltungssteuer für private Kapitalerträge in Kraft. Bis zu deren Einführung wurden alle Einkunftsarten mit dem gleichen Steuersatz besteuert. Seit Jahresbeginn 2009 unterliegen Erwerbs- und Kapitaleinkommen nun unterschiedlichen Steuersätzen.

Sparerfreibetrag wird zum Sparer-Pauschbetrag

Mit Einführung der Abgeltungssteuer wurde auch der Sparerfreibetrag neu definiert. Dieser wurde am 1. Januar 2009 durch den Sparer-Pauschbetrag abgelöst, welcher nun die Höchstgrenze für steuerfrei zu vereinnahmende Zinserträge und Dividenden regelt. Laut § 20 Absatz 9 EStG verfügen Alleinstehende über einen jährlichen Pauschbetrag von 801 €. Zusammen veranlagte Ehegatten haben ein Freistellungsvolumen von 1.602 €.

Freibeträge im Wandel der Zeit: Das Freistellungsvolumen von 1999 bis heute

Immer wieder wurden die Beträge des Freistellungsauftrags in dessen Historie abgeändert und neu verhandelt.

Hier finden Sie die geltenden Summen von 1999 bis 2012 im Überblick:

  • Bis zum 31. Dezember 1999 war der Freibetrag für Alleinstehende auf eine Höhe von 6.100 DM festgelegt. Verheiratete Paare verfügten über 12.200 DM.
  • Zum 1. Januar 2000 wurden die Freibeträge jeweils halbiert (3.050 DM für Alleinstehende, 6.100 DM für Ehegatten).
  • Mit der Währungsumstellung wurden die Summen zum 1. Januar 2002 auf Euro-Beträge umgerechnet. Alleinstehende erhielten 1.601 €, für zusammen veranlagte Ehepartner galt der doppelte Betrag.
  • Ab 2004 erfolgte eine Senkung des Freistellungsvolumens auf 1.421 € und 2.842 €.
  • Seit dem Jahr 2007 verfügen Alleinstehende nun über ein Volumen von 801 €, für Verheiratete gelten 1.602 € als Maximalbetrag. Die Einführung der Abgeltungssteuer 2009 änderte an diesen Summen nichts.

Der Freistellungsauftrag geht online

Bis zum Jahr 2006 musste der Freistellungsauftrag unterschrieben werden. Gegebenenfalls war auch eine Einreichung per Fax möglich. Ende 2005 einigten Kreditinstitute und Steuerbehörden sich auf ein Verfahren, welches den Freistellungsauftrag nun auch tauglich für das Online-Banking macht.

Auftragsdaten können nun auch per PIN/TAN-Authentifizierung übermittelt werden. Dieses Verfahren findet seine Anwendung bereits seit Juli.

Neue Antragsstellung seit 2011 nur noch mit Steuer-ID

Seit dem Jahr 2011 gibt es eine wichtige Änderung bei der Antragstellung von Freistellungsaufträgen. Im Jahr 2008 erhielten alle steuerpflichtigen Bundesbürger eine Steueridentifikationsnummer (kurz: Steuer-ID) vom Bundeszentralamt für Steuern.

Diese muss bei neu gestellten Freistellungsaufträgen nun stets angegeben werden. Bestehende Aufträge ohne Angabe der Steuer-ID sind noch bis 2014 gültig.

10. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.