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Der Goldstandard: Währung der Vergangenheit

In Bezug auf die Stabilität moderner Währungen und insbesondere des Euros kochen regelmäßig die gemüter hoch.

Wenn dies passiert, wird oftmals der Vorschlag eines neuen Goldstandards in den Ring geworfen – wir erläutern hier, worum es sich dabei eigentlich handelt.

Gold regiert(e) die Welt

Goldstandard bezeichnet die Situation, dass sämtliches Bargeld, das im Umlauf befindlich ist, eine Wertentsprechung in Gold besitzt. Mit anderen Worten: Für alles Papiergeld, das in einem Land vorhanden ist, gibt es Goldreserven, die zumeist von der Landeszentralbank gelagert und gesichert werden. Bei einem reinen Goldstandard würde es geld und Gold im Verhältnis 1:1 geben, so dass der genaue Wert des Geldes durch Gold gedeckt wird.

Der erste Goldstandard entstand im Jahr 1850 in Großbritannien. Das Land erblühte zu dieser Zeit gerade wirtschaftlich und stellte die weltweit größte Kolonial- und Handelsmacht dar. So war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch andere Länder diesem Goldstandard anpassten, um es England gleich zu tun. Portugal führte den Goldstandard zum Beispiel 1854 ein.

Goldstandard nach den Weltkriegen

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gewannen binnenwirtschaftliche Ziele als oberste Priorität stark an Bedeutung, um die ausgebluteten Länder wieder aufzubauen und den Handel in Gang zu bringen.

In diese Zeit fällt die Etablierung eines Nachfolgesystems, das jedoch noch immer eng mit dem Goldstandard verwandt war. Als Erfinder gilt der Amerikaner Bretton Wood. Im so genannten Bretton-Wood-System war der Dollar die zentrale Währung. Auch dieser wurde durch physische Goldreserven gedeckt.

Dieses Verfahren hielt bis in die 70er Jahre an. Der Internationale Währungsfonds (IWF) empfahl im Jahr 1973 die Entkopplung der Währung von den tatsächlich gehaltenen Goldreserven des Staates.

Obwohl Gold als wertvolles Edelmetall natürlich auch heute noch einen festen Bestandteil von Anlagegeschäften ausmacht, hat es seitdem nie mehr eine solche Stellung gewonnen wie zu Zeiten des Goldstandards. Heutzutage werden die Währungen der einzelnen Länder nicht mehr an Edelmetalle, sondern an das weltweit führende Zahlungsmittel, den Dollar, gekoppelt.

Neuer Goldstandard denkbar?

Wenn heute in den Medien oder anderswo die erneute Einführung des Goldstandards gefordert wird, ist der Gedanke dahinter die Macht der Notenbanken einzugrenzen, damit sie nicht beliebig Geld produzieren können. Außerdem, so ein gängiges Argument, könnte auf diese Weise letztlich der Staatsverschuldung ein Ende gesetzt werden.

Dabei wird jedoch oft vergessen, dass nicht alle Länder im gleichen Maße über physische Goldreserven verfügen.

Ein neuer Goldstandard würde dazu führen, dass sich diese Länder Gold von anderen Staaten leihen müssten, um damit den Wert ihrer heimischen Währung abzusichern. Auf diese Weise wird aber weder die Verschuldung verhindert, noch reduziert dies die Wahrscheinlichkeit kriegerischer Auseinandersetzungen.

Im Gegenteil: Da die Beschaffung, also Abbau und Aufbereitung von Gold, wesentlich aufwändiger und teurer ist als das Drucken von Papiergeld, würde ein Goldstandard angeschlagenen Wirtschaften keineswegs dabei helfen aus ihrer Konjunkturflaute herauszukommen.

19. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.