MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Der IFO-Geschäftsklimaindex

Wer erfolgreich Geld anlegen will, für den ist natürlich der richtige Zeitpunkt entscheidend. So kann es unter Umständen von Vorteil sein, in einer konjunkturellen Schwächephase zu investieren. Dann besteht nämlich die Chance, dass es wieder aufwärts geht, was bei Investitionen etwa am Aktienmarkt entscheidend sein kann.

Zweifache Daten

Um zu beurteilen, ob ein Zeitpunkt günstig ist, können verschiedene Indikatoren helfen. Ein bekannter Frühindikator ist der Ifo-Geschäftsklimaindex. Das Barometer misst die Stimmung in Unternehmen – und zwar in zweifacher Hinsicht.

Zum einen enthält der Ifo-Geschäftsklimaindex einen Wert, der ausdrücken soll, wie deutsche Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen. Zum anderen bildet das Barometer aber auch Daten ab, die sich auf die Zukunft beziehen, der Index fragt also auch nach den Geschäftserwartungen.

Wie kommen die Daten zu Stande?

Veröffentlicht wird der Ifo-Gesxchäftsklimaindex monatlich vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München. Dazu befragt das Institut per Fragebogen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels in Deutschland.

In der Regel werden dann 7000 Meldungen aus den Unternehmen ausgewertet und fließen in die Werte des Ifo-Geschäftsklimaindexes ein. Der Fragebogen besteht aus 20 Fragen zu unterschiedlichen Themenbereichen wie der Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage, den Geschäftserwartungen für die kommenden 6 Monate, der Nachfragesituation sowie zur Beschäftigung im Unternehmen.

Unterschiedliche Gewichtung

Die entsprechenden Antworten werden dann unterschiedlich gewichtet. Zum einen spielt dabei eine Rolle, wie groß das befragte Unternehmen ist. Große Unternehmen wiegen im Ergebnis des Index mehr als kleinere. Zum anderen spielt auch die Branche eine Rolle. Unternehmen aus Branchen, die für das deutsche Bruttoinlandsprodukt wichtiger sind, bekommen dementsprechend mehr Gewicht im Index. Die Antworten eines großen Autoherstellers wiegen also schwerer als die eines mittelständischen Textilverarbeiters.

Frühindikator

Da der Ifo-Geschäftsklimaindex monatlich veröffentlicht wird und zudem misst, wie Unternehmen ihre Geschäftserwartungen einschätzen, ist der Ifo-Index ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Gegenüber amtlichen Wirtschaftsdaten wie  etwa Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt  hat er den Vorteil häufiger, also zeitnahe Daten zu liefern.

Da es sich aber nur um Einschätzungen aus den Unternehmen handelt, die also gefärbt sind durch die subjektive Wahrnehmung der Mitarbeiter, die die Fragebögen ausfüllen, ist der IFO-Geschäftsklimaindex natürlich weit weniger zuverlässig als harte Zahlen und Fakten zum tatsächlichen Verlauf von Wirtschaft und Konjunktur.

Die Dreimal-Regel

In der Vergangenheit hat sich aber gezeigt, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex recht brauchbare Daten liefert, was Trendwenden beim Wirtschaftswachstum angeht. Dabei besagt eine Faustregel, dass eine Trendwende im Wirtschaftswachstum dann wahrscheinlich ist, wenn der Ifo-Geschäftsklimaindex dreimal in Folge in die Richtung des neuen Trends zeigt.

6. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.