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Der ifo-Index und seine Berechnung

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Er wird seit 1972 monatlich vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung erhoben.

Der Index basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels.

Aktuelle Zahlen und Grafiken sowie die vollständigen Zeitreihen werden regelmäßig auf der Internetseite des ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Rund 7.000 Unternehmen geben ihre Meinung ab

Jeden Monat bekommen rund 7.000 deutsche Unternehmen eine E-Mail, in der sie dazu aufgefordert werden, einen Fragebogen auszufüllen.

Dieser Fragebogen enthält 15 verschiedene Fragen, die sich nicht nur an große DAX-Konzerne, sondern auch an die kleinen Handwerksbetriebe richten. Am entscheidendsten sind hierbei die Fragen nach der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für das kommende halbe Jahr.

Diese können bewertet werden mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“.

Für zukünftige Prognosen gibt es die Bewertungen „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“.

Aus den Antworten errechnen die Statistiker des ifo Instituts in München den so genannten Geschäftsklimaindex, einen der wichtigsten Frühindikatoren für die deutsche Wirtschaftsentwicklung.

Liegt der ifo-Index unter 100 Punkten, ist die Lage eher schlecht.

Erfahren Sie an dieser Stelle, ob der ifo-Index ein guter Leitfaden für Investitionen ist.

1. Januar 2005: Basis- und Vergleichsdatum

Die Antworten, welche aus dem Fragebogen hervorgehen, werden nach einem nicht näher spezifizierten Verfahren bewertet und saisonal gewichtet.

Allerdings ist wichtig zu wissen, dass der Wert von 100 dabei den Erhebungsdaten für den 1. Januar 2005 entspricht.

Aus den Rohdaten werden schließlich drei Datenreihen gewonnen:

  • Geschäftsklima
  • Geschäftsbeurteilung
  • Geschäftserwartungen

Diese werden in prozentualer Veränderung zum Vormonat und als absoluter Wert in Bezug auf den Indexstichtag 1. Januar 2005 veröffentlicht.

Der Lageindex: Wie ist die aktuelle Geschäftslage?

In diesem Rechenbeispiel gehen wir davon aus, dass 1.000 Unternehmen befragt wurden.

45 % schätzen ihre Lage als „gut“ ein, 38 % als „schlecht“.

38 % der Befragten bezeichnen ihre momentane Situation als „befriedigend“. Allerdings sind diese Stimmen bei der weiteren Berechnung nicht von Bedeutung, da sie sozusagen als neutral gelten und das Ergebnis nicht weiter beeinflussen.

Nun werden die „gut“ und „schlecht“ Antworten miteinander verrechnet, also 45 – 38 = 7 %.

Schließlich erfolgt ein Vergleich dieses Wertes mit dem des Basisjahres 2005. War dort der Wert auch 7 %, kommt der Lageindex auf 100 %.

Geschäftsklima und Indexwert

Hat man nun die aktuelle Geschäftslage des Unternehmens und seine Erwartungen für die nächsten sechs Monate ermittelt, bildet man aus diesen beiden Komponenten schließlich den Mittelwert des ifo Geschäftsklima-Saldo für den betreffenden Berichtsmonat.

Zur Berechnung der Indexwerte des Geschäftsklimas und der beiden Komponenten Geschäftslage und Erwartungen werden die Salden jeweils um 200 erhöht und auf den Durchschnitt eines Basisjahres (derzeit 2005) normiert.

Die hierzu notwendigen Rechenformeln können Sie sich auf der Website des ifo Instituts noch einmal genauer ansehen.

27. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.