MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Der Konjunkturzyklus nach Kondratieff – Theorie der langen Wellen

Es gibt viele Wirtschaftstheorien, die sich mit Auf- und Abschwungphasen einer Marktwirtschaft beschäftigen.

Ein Konjunkturzyklus gliedert sich in den verschiedenen Ansätzen häufig in vier Phasen auf: die Aufschwungphase, die Hochkonjunktur, die Abschwungphase sowie die Tiefphase.

Die unterschiedlichen Konjunkturtheorien beschreiben dabei die Schwankungen in der Wirtschaft, die je nach Ursache unterschiedliche Längen vorweisen.

Der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratieff entwickelte die Theorie der langen Wellen. Diese Theorie zur zyklischen Wirtschaftsentwicklung beschreibt Zyklen, die durch Basisinnovationen ausgelöst werden und eine Dauer von 45 – 60 Jahren haben.

Einordnung in die Theorien der Konjunkturzyklen

Grundsätzlich ist jede Marktwirtschaft von mehr oder weniger regelmäßigen Schwankungen betroffen.

Die verschiedenen Arten der Schwankungen lassen sich anhand der Länge ihrer Zyklen unterscheiden.

Zum einen gibt es saisonale Schwankungen mit einer Dauer von rund drei Monaten. Diese sind häufig in den Wetterbedingungen begründet.

Konjunkturelle Schwankungen sind auf ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Die Dauer dieser Zyklen beträgt rund vier Jahre.

Nikolai Kondratieff beschrieb nun strukturelle Schwankungen. Diese werden von tiefgreifenden Veränderungen in der Produktion, der Organisation der Arbeit und auch der gesamten Gesellschaft begleitet.

Der Verlauf eines Konjunkturzyklus nach Kondratieff

Kondratieff wies in seiner Theorie darauf hin, dass die oben beschriebenen kurzen und mittleren Schwankungen von langfristigen Schwankungen überlagert seien.

Er geht in seinem Werk davon aus, dass eine solche lange Welle im Durchschnitt 52 Jahre dauern würde, wobei Abweichungen möglich seien. So kommt Kondratieff auf Zyklen mit einer Dauer von 40 – 60 Jahren.

Am Beginn einer langen Welle sieht Kondratieff eine Basisinnovation. In diese neue Technik wird massiv investiert, was zu einem allgemeinen Aufschwung sorgt.

Sobald sich die neue Technik durchgesetzt hat, nehmen die Investitionen ab und die Phase des Abschwungs setzt ein. In dieser Phase wird jedoch bereits an der Innovation für den kommenden Zyklus gearbeitet.

Sobald die neue Innovation ihren Vormarsch beginnt, hat der Konjunkturzyklus nach Kondratieff die Talsohle durchschritten und es setzt ein erneuter Aufschwung ein.

Die Kondratieff-Zyklen der Vergangenheit

Als Nikolai Kondratieff seine Theorie 1926 veröffentlichte, konnte er auf zweieinhalb Zyklen verweisen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt feststellen ließen.

Der erste Zyklus wurde von der Erfindung der Dampfmaschine ausgelöst und dauerte ca. von 1780 – 1849. Etwa von 1840 – 1890 dauerte der zweite Zyklus an, der von Eisenbahnen und Dampfschiffen dominiert wurde.

Die Entwicklung von Elektrotechnik und Schwermaschinen bestimmten den Zyklus von 1890 – 1940, in dem sich die Wirtschaft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Kondratieffs Theorie befand.

Die Weiterführung seiner Theorie beschreibt den vierten Zyklus von 1940 – 1990. Geprägt war dieser von günstiger Energie und bezahlbaren Autos für große Teile der Bevölkerung.

In der aktuellen Periode seit 1980/90 dominieren die Informations- und Kommunikationstechnologien und die damit stellenweise verbundene Globalisierung von Informationen und Dienstleistungen.

Ausblick auf kommende Basisinnovationen

Auch wenn die tatsächliche Existenz und Gesetzmäßigkeit der Kondratieff-Zyklen unter Wirtschaftswissenschaftlern umstritten ist, so gibt es doch eine Reihe von Prognosen für den nächsten Zyklus.

Es muss eine Innovation sein, die einen großen Fortschritt in Produktivität und Entwicklung der Gesellschaft bedeutet.

Als mögliche Kandidaten werden hierbei häufig die Bio- oder Nanotechnologien genannt. Auch der Entwicklung der Kernfusionsenergie als Energie der Zukunft könnte die entscheidende Rolle zukommen.

Ebenso sehen einige Theorien große Produktionsreserven in der psychosozialen Gesundheit der Bevölkerung.

Begründet wird dies mit den großen finanziellen Schäden, die psychische Erkrankungen heute noch anrichten – beispielsweise durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall oder eine erhöhte Kriminalitätsrate.

Naturgemäß ist eine sichere Aussage über die kommende Basisinnovation jedoch  nicht zu treffen.

25. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.