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Der Konsum in Deutschland: Verschiedene Ausgaben je nach Einkommen

Wie Statistiken belegen, steigen die Konsumausgaben in Deutschland immer weiter an. Medien sprechen von Massenkonsum und der Sucht nach Luxusgütern. Doch was genau versteht man überhaupt unter „Konsum“? Die Aufteilung der Ausgaben in Deutschland sowie die Art der Güter, in die investiert wird, gehen oftmals auf das Einkommen zurück, das den Haushalten zur Verfügung steht – nicht nur interessant für Privatanleger.

Lateinischer Begriff – globale Bedeutung

Der Begriff „Konsum“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Verbrauch“ (von lat. „consumere“ gleich „verbrauchen“). Wer konsumiert, verbraucht also – und zwar im Allgemeinen Güter, wie beispielsweise Lebensmittel oder Kleidungsstücke. Volkswirtschaftlich betrachtet umfasst der Konsum allerdings nicht nur den Verbrauch an sich, sondern auch den Kauf der jeweiligen Güter durch die Verbrauchenden bzw. Konsumenten.

Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um Güter, die unbedingt notwendig zum Leben sind. Vielmehr entwickelte sich parallel zur Globalisierung auch der Konsum von immer mehr Luxusgütern, die dem eigenen Ansehen dienen. Bis ins 19. Jahrhundert wurde noch überwiegend selbst produziert. Dann jedoch erfolgte eine Verlagerung der Produktion aus den Haushalten in die Unternehmen und Betriebe.

Die Entwicklung des Konsums in Deutschland

Der Konsum in Europa – und insbesondere England – begann mit dem Handel auf Wochenmärkten im 18. Jahrhundert. Bis dato war es lediglich dem Adel möglich, sich mit Luxusgütern einzudecken. Die Industrialisierung in ganz Europa ermöglichte es aber immer mehr Bürgern, sich immer neue Güter auch außerhalb des Grundbedarfs leisten zu können.

1855 wurde dann – zu Werbezwecken – die erste Litfaßsäule in Berlin aufgestellt. Um die gleiche Zeit eröffneten in Deutschland erste große Warenhäuser. Insofern wurde nicht mehr gehandelt, sondern durch feste Preise und die Möglichkeit der Kreditaufnahme zwecks „Shopping“ mehr Struktur in die Kauflandschaft Deutschlands gebracht.

Nach zwei Weltkriegen und der Weltwirtschaftskrise begann das Wirtschaftswunder – und damit kam auch der Konsum zurück. Dieser erlangte, angekurbelt durch jahrelangen Verzicht und begünstigt durch die Globalisierung, eine vollkommen neue Dimension – der Massenkonsum war geboren.

Mehr zum Thema: Die Weltwirtschaftskrise der Dreißiger – Was wir daraus lernen können

Innerhalb der 1980er-Jahre wuchs allerdings die Kritik gegenüber einem bedingungs- und grenzenlosen Konsum. Die Folge: Erste Bioläden eröffneten. Ein Jahrzehnt später wurde der Konsum noch einmal angekurbelt, die Möglichkeiten noch mehr erweitert. Denn mithilfe des Internets ist es mittlerweile möglich, jedes beliebige Konsumgut zu erwerben – selbst, wenn es sich am anderen Ende der Welt befindet.

Private Haushalte: Geprägt durch die Entwicklung zum Ein-Personen-Haushalt

Obwohl also Unternehmen strenggenommen ausgegliederte Haushaltsproduktionsstätten sind, liegt der Fokus immer noch auf den privaten Haushalten.

Diese werden einerseits als Gruppe von Personen bezeichnet, die einkommens- und verbrauchsmäßig zusammengehören, normalerweise auch zusammenwohnen und über das Einkommen gemeinsam verfügen.

Andererseits führt die Entwicklung seit den 1950er-Jahren vom Mehr- hin zum Wenig- bzw. Einpersonenhaushalt. Dementsprechend zählen auch diese schon zu den privaten Haushalten, ebenso wie Bewohner von Pflege- und Seniorenheimen und Angehörige der Bundeswehr und –polizei.

Statistisch gesehen: Der Konsum in Deutschland

Allgemeinhin gilt: Über je mehr Einkommen die Haushalte verfügen, desto weniger wird für Grundbedürfnisse (Lebensmittel, Bekleidung etc.) ausgegeben. Stattdessen wird häufig in andere Bereiche – wie Bildung, Wohnen und Freizeit – investiert. Des Weiteren steht Sparen normalerweise hoch im Kurs. Es wird also besonders in höheren Einkommensgruppen auf kurzfristige Ausgaben verzichtet, um langfristig mehr zu haben.

Mehr zum Thema: Einfach Sparen – so gelingt’s

Haushalte mit niedrigerem Einkommen benötigen das Geld dagegen zeitnah und können weniger zurücklegen. Beim Anlegen sind Deutsche in der Regel eher risikoavers. Das bedeutet, dass sie in verschiedene Anlageformen (wie beispielsweise Aktien oder Anleihen) investieren und somit das Risiko breit streuen. Auch hierbei gilt: Je mehr Einkommen zur Verfügung steht, desto mehr fließt in die Ersparnisse oder Investitionen.

9. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.