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Im Überblick: Der Solidaritätszuschlag und die Abgeltungssteuer

Ursprünglich war der Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost im wieder vereinten Deutschland geplant. Um alle Bevölkerungsschichten nach ihren jeweiligen finanziellen Möglichkeiten an dem nationalen Projekt zu beteiligen, wurde er als Ergänzungsabgabe zur Einkommen-, Körperschafts- und Kapitalertragssteuer (jetzt: Abgeltungssteuer) ausgelegt.

Auf diese Weise sind alle grundlegenden Steuern, die den Gewinn von Personen und Unternehmen zum Gegenstand haben, an den Solidaritätszuschlag gebunden.

Durch die Orientierung an der generell zu zahlenden Steuer wird die soziale Ausgewogenheit gewahrt. Bei niedrigen Einkommen muss überhaupt kein Solidaritätszuschlag gezahlt werden.

Indem der Solidaritätszuschlag Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge erfasst, werden aber auch Gewinne auf dem Kapitalmarkt von meist Besserverdienenden heran gezogen.

Solidaritätszuschlag: Abgeltungssteuer zeigt ungleiche Entwicklung

Die Diskussionen um die Abschaffung des Solidaritätszuschlags scheitern regelmäßig daran, dass diese Steuereinnahmen ausschließlich an den Bund fließen und der Bundesrat somit keinen Einfluss auf die Handhabung hat.

Solidaritätszuschlag, Abgeltungssteuer und andere Abgaben, die an den Bund gehen, werden von den jeweiligen Regierungen als willkommene Bereicherung der Ausgabenpalette gesehen. Die ursprüngliche Zweckbindung wird ständig erweitert.

Mittlerweile wird der Solidaritätszuschlag nicht mehr nur für den Aufbau Ost eingesetzt, sondern auch für das deutsche Engagement in Osteuropa. In etlichen Regionen in Westdeutschland könnten diese Gelder zweckdienlicher einsetzten werden.

Dass mit dem Solidaritätszuschlag auch nach 20 Jahren noch kein Gleichgewicht im Osten Deutschlands hergestellt werden konnte, zeigen allein schon die Quellen der Abgeltungssteuer. In allen Einkommensfragen liegt Ostdeutschland überproportional zurück.

So hat sich die Tendenz verfestigt, dass der Solidaritätszuschlag zu über 90% von den Westdeutschen gezahlt wird.

Solidaritätszuschlag: Abgeltungssteuer als Bemessungsgrundlage

Allein das Verhältnis Solidaritätszuschlag – Abgeltungssteuer zeigt, wie ungleich die Vermögensverteilung ist. Während Westdeutsche im Durchschnitt ein Vermögen von 132.000 Euro besitzen, kommen Ostdeutsche nach der gleichen Berechnungsart nur auf 55.000 €.

Die Einnahmen aus Abgeltungssteuer liegen im Osten pro Kopf demnach um das 2,5-fache niedriger als in der alten Bundesrepublik. Dazu kommt, dass im Osten auch auf Grund der niedrigeren Einkommen überdurchschnittlich mehr Steuerbürger hier gar keinen Solidaritätszuschlag zahlen.

Erst ab einer bestimmten Höhe der Einkommensteuer wird der „Soli“ erhoben, nämlich bei einem Einkommensteuerbetrag von 972 €. In der Steuerklasse III sind es gar 1.944 €. Kommen noch zwei Kinder hinzu, fällt der Solidaritätszuschlag bis knapp an die 4.000-Euro-Grenze heran aus.

Der Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungssteuer dagegen fällt immer an.

Er beträgt 5,5% des Steuerbetrages, so dass ein Kapitalbetrag letztendlich nicht nur um 25% Abgeltungssteuer gemindert wird, sondern inkl. Solidaritätszuschlag um 26,38%. Kommt noch die Kirchensteuer dazu, steigt der Satz der Minderung des Kapitalertrages über 28%.

26. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.