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Der Traum von der besten Steueroase

Die Suche nach der besten Steueroase der Welt treibt wohl zehntausende Deutsche um. Doch die Schlinge um die Steuerflüchtlinge zieht sich immer weiter zu – Sicherheit wird es für sie wohl nicht mehr geben.

Denn die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht seit mehreren Jahren auf die Jagd nach den Steuerhinterziehern im Ausland.

Neues Abkommen mit Singapur

Bis vor Kurzem galt Singapur noch als beste Steueroase der Welt, doch seitdem die Bundesregierung mit den verantwortlichen Behörden in Asien ein neues Steuerabkommen geschlossen hat, wird auch diese Alternative über kurz oder lang seinen Reiz verlieren.

Denn Gerüchten zufolge soll das Abkommen bereits sämtliche Inhalte der OECD-Standards beinhalten, demzufolge Informationen über sämtliche Kapitalerträge von deutschen Staatsbürgern an die zuständigen Finanzämter übermittelt werden.

Auswanderung als legale Alternative

Ähnliche Abkommen wird es in Zukunft wohl mit allen bekannten Steuerparadiesen geben. Als einzige Alternative bleibt dann nur noch die Auswanderung, um legal und sicher Steuern sparen zu können. Denn auch in Zukunft gilt: Das Geld muss in dem Land versteuert werden, in dem der Steuerzahler seinen Hauptwohnsitz angemeldet hat.

Ob die Ersparnis die Mühe einer Auswanderung wirklich wert ist, muss jedoch jede Person für sich selber entscheiden. Hohe Kosten und in den meisten Fällen auch ein hoher Bürokratieaufwand wirken dabei eher abschreckend.

Angst vor der Vermögenssteuer

Vielen Steuerflüchtlingen geht es bei der Suche nach der besten Steueroase jedoch gar nicht um die Einkommenssteuer, sondern vielmehr um drohende Vermögenssteuern, wie sie die Regierung in Frankreich bereits eingeführt hat. Im westlichen Nachbarland hat der hohe Steuersatz schon zahlreiche Prominente zur Auswanderung getrieben.

In Deutschland erklärte das Bundesverfassungsgericht die bis dahin vollstreckte Vermögenssteuer für mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Wenig später wurde sie nicht mehr erhoben, obwohl die grundlegenden Gesetze hierfür weiter in Kraft bleiben. Die Gefahr einer Neueinführung besteht also, und sie wächst mit jedem neuen Jahr weiter an.

Beste Steueroase: der Verzicht auf Erbschaftssteuern

Eine bereits heute reale Bedrohung für das Vermögen ist hingegen die Erbschaftssteuer. Im Todesfall wird seit 2010 bei hohen Vermögenswerten ab 13 Mio. € im Extremfall die Hälfte des Erbes einkassiert. Ab 75.000 € zieht der Staat 30% des Erbes als Steuern ein.

Auch hier kommt wohl nur die Auswanderung als Alternative in Frage. Ein attraktives Land ohne jegliche Erbschaftssteuer ist beispielsweise die Schweiz, die ansonsten durch den massiven Informationsaustausch der letzten Jahre als Steueroase disqualifiziert wurde.

Beste Steueroase: Delaware in den USA

Deutlich einfacher haben es in diesem Fall die US-Amerikaner. Mit dem Staate Delaware besitzt die USA nämlich eine eigene Steueroase. Gewinne, die außerhalb des Bundesstaates erzielt werden, müssen dort nämlich gar nicht erst versteuert werden – ein großes Plus für Unternehmen. Viele US-Firmen nutzen diesen – von einer englischen Expertengruppe sogar zur besten Steueroase der Welt gewählten – Vorteil.

Fast alle großen Unternehmen in den USA sind inzwischen in Delaware registriert – und ein weiteres Schlupfloch im Steuersystem sorgt dafür, dass sie ihren Sitz gar nicht im Staat haben müssen, um von den Steuervorteilen profitieren zu können. Deutsche Privatanleger schauen derweilen weiter in die Röhre – sofern sie nicht bereit sind, ihre Koffer zu packen und der Bundesrepublik den Rücken zu kehren.

12. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.