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Der Weg zu Wunschrente: Ermitteln Sie Ihren theoretischen Bedarf

Geht es um Ihre Wunschrente, lohnt es sich, zielorientiert zu denken und in drei Schritten vorzugehen. Ermitteln Sie also zunächst Ihr Endvermögen und beschäftigen sich daraufhin mit dem Aufbau dieses Vermögens:

  1. Legen Sie den monatlichen Bedarf fest. Der Einfachheit halber können Sie Ihre aktuellen Ausgaben zugrundelegen – oder Ab- und Zuschläge vornehmen. Vergessen Sie bitte nicht, für die Inflationsrate noch einen kleinen Aufschlag hinzuzurechnen.
  2. Betrachten Sie die Tabelle zur „ewigen Börsenrente“. Hier sehen Sie, welches Vermögen Sie brauchen, um ab dem Zeitpunkt der Verrentung diese ermittelte Wunschrente tatsächlich zu beziehen.
  3. Legen Sie den für Sie möglichen Zinssatz fest. Wenn Sie beispielsweise von 10% jährlichen Zinsen ausgehen, benötigen Sie für eine Monatsrente von 2.000 Euro „lediglich“ 253.000 Euro. Wer von vornherein mit den normalerweise auflaufenden Werten aus Kapitallebensversicherungen kalkuliert, also 2,5% bis 3,0% auf das eingesetzte Kapital annimmt, wird für 1.000 Euro monatlicher Rente eine halbe Million Euro Vermögen aufbauen müssen.

Die Berechnungen zeigen, dass Sie viel mehr Kapital benötigen, als die Finanzindustrie vorgibt. Entweder Sie benötigen Kapital in Form von vorliegendem Vermögen oder in Höhe der Sparraten. Wenn Sie Vermögen aufbauen, greifen wir noch einmal zur oben dargestellten Tabelle zurück. Hier ermitteln Sie jetzt Ihre Sparrate:

Diese Faktoren benötigen Sie für eine Sparrate, wenn Sie einen späteren Ruhestand haben

Jahre bis Ruhestand2%3%4%5%6%8%
11,0001,0001,0001,0001,0001,000
20,4950,4930,4900,4880,4850,478
30,3270,3240,3200,3170,3140,307
40,2430,2390,2350,2320,2290,222
50,1920,1880,1850,1810,1770,170
100,0910,0870,0830,0800,0760,069
150,0580,0540,0500,0460,0430,036
200,0410,0370,0340,0300,0270,021

Auch in der Aufbauphase ist es bereits wichtig, hohe Zinsen zu erwirtschaften. Dazu ein Rechenbeispiel: Sie benötigen 253.000 Euro, um 2.000 Euro monatlicher Rente zu beziehen. Dafür benötigen Sie in der Rentenphase 10% jährlicher Rendite. Wenn Sie nun die oben dargestellte Tabelle umrechnen, zeigt sich, wie viel Sie tatsächlich selbst bei diesen Beträgen monatlich investieren müssten.

Ihre monatliche Sparrate für ein Vermögen von 253.000 Euro bei 10% späterer Rendite – um 2.000 Euro Rente zu erhalten

Jahre bis Ruhestand2%3%4%5%6%8%
121.083,33321.083,33321.083,33321.083,33321.083,33321.083,333
210.436,25010.394,08310.330,83310.288,66710.225,41710.077,833
36.894,2506.831,0006.746,6676.683,4176.620,1676.472,583
45.123,2505.038,9174.954,5834.891,3334.828,0834.680,500
54.048,0003.963,6673.900,4173.816,0833.731,7503.584,167
101.918,5831.834,2501.749,9171.686,6671.602,3331.454,750
151.222,8331.138,5001.054,167969,833906,583759,000
20864,417780,083716,833632,500569,250442,750

Quelle: Eigene Berechnungen

Diese Tabelle deckt auf, dass Sie in Abhängigkeit von den Zinsen während der Sparphase monatlich enorme Beträge investieren müssten, wenn Sie bei „0“ anfangen. Monatlich wären selbst bei 8% jährlicher Verzinsung bei einer Laufzeit von 5 Jahren 3.584,167 Euro Einzahlung notwendig, um auf die ewige Rente von 2.000 Euro zu kommen. Deshalb ist diese Annahme relativ unwahrscheinlich.

Verfügen Sie bereits über einen bestimmten Sockelbetrag, reduzieren sich die Beträge. Wollen Sie erst in 20 Jahren diese Rente beziehen, wären 8% während der Ansparphase mit einer monatlichen Belastung von 442,75 Euro verbunden.

Fazit: Unsicherheiten nicht ausgeschlossen

Deutlich wird indes, dass die Kalkulation notwendigerweise mit vielen Unsicherheiten verbunden ist. So ist das Zinsniveau vollständig unbekannt. Außerdem werden Sie Ihr künftiges Einkommen sowie die verschiedenen Lebensentwicklungen in aller Regel nicht kennen. Schließlich kennen Sie auch die gesetzlichen Regelungen mit Einfluss auf Steuern oder die Inflationsrate sowie die gesamte Entwicklung am Kapitalmarkt nicht.

Zweierlei aber wird klar: Gehen Sie keine festen Planungen ein, zumal dann nicht, wenn der Zinssatz erschreckend niedrig ist. Gehen Sie davon aus, dass die Zinsen, die Sie tatsächlich benötigen, bei 10% oder sogar noch darüber hinaus liegen sollten.

Investieren Sie daher in Aktien oder Indizes. Andere Möglichkeiten zur „ewigen Rente“ dürften Sie kaum haben. Da die Finanzindustrie mit allen möglichen Produkten permanent eine andere Entwicklung vorgaukelt, müssen Sie von einem gigantischen Schwindel ausgehen. Die tieferen Ursachen liegen darin, dass sich Andere an niedrigen Zinsen regelrecht bereichern.

24. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jan Krengel. Über den Autor

Bereits als Teenager faszinierte Jan Krengel das Thema Börse – schließlich versprach einem der Neue Markt schnellen Reichtum. Da er schnell begriff, dass es Vermögen nicht ohne Fleiß und Disziplin gibt, begann der heranwachsende Börsenstar ettliche Fachliteratur zu studieren und ging auch beruflich den klassischen Weg.