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Derivate: Finanzinstrumente zur Spekulation

Termingeschäfte im weiteren Sinne umfassen auch die Sonderform der Derivate. Diese Finanzinstrumente dienen zur Spekulation auf Kursentwicklungen und zukünftige Preise von Handelsgüter oder Vermögensgegenständen.

Meist bezeichnen Derivate in der Gruppe der Finanzinstrumente jedoch den gesamten Fundus an Termingeschäften und Optionen.

Finanzinstrumente: Derivat mit entsprechendem Basiswert

Der Name „Derivat“ kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Ableitung“. Dies macht Sinn, wird der Preis für ein Derivat mit Blick auf einen zugrunde liegenden Basiswert bestimmt.

Beim Handel mit Derivaten einigen sich zwei Partner also vertraglich darauf, in der Zukunft zu festen Bedingungen einen Kauf, Verkauf oder Austausch zu tätigen.

Dabei bieten sie im Vergleich zu Aktien den großen Vorteil, dass sie dazu geeignet sind, auf alle drei möglichen Kursrichtungen Rendite zu erwirtschaften.

Während Aktionäre also nur von steigenden Kursen profitieren, können Anleger mit Derivaten auch auf fallende oder stagnierende Kurse setzen.

Mehr zum Thema: Wie Sie Derivate richtig handeln

Derivate werden dabei nicht nur an der Börse gehandelt, sondern auch außerbörslich. Beim so genannten OTC-Handel (vom englischen „Over the counter“, also „über die Theke“) können die beiden Vertragsparteien dabei relativ frei in Bezug auf die festzulegenden Richtlinien agieren.

Die 3 Varianten der Nutzung

Die Finanzinstrumente Derivate können dabei für 3 Strategien genutzt werden: zur Spekulation, Absicherung und Arbitrage.

Anleger nutzen so beispielsweise ein Derivat, um auf die zukünftige Preisentwicklung des entsprechenden Basiswertes zu wetten, ohne diesen kaufen zu müssen.

Die Absicherung kann hingegen in mehreren Formen vorgenommen werden. Zum einen kann durch den Einsatz von Derivaten die Gefahr von starken Preisschwankungen minimiert werden, indem ein im Eigenbesitz befindliches Gut zu einem späteren Zeitpunkt zum bereits jetzt festgelegten Preis verkauft wird.

Optionen können ebenfalls dabei helfen, ein Depot gegen starke Verluste abzusichern.

Mehr zum Thema: Die richtige Absicherung eines Depots

Anders herum können Unternehmen mit ihnen aber auch genauer planen – beispielsweise wenn sie per Termingeschäft bereits zum früheren Zeitpunkt benötigte Rohstoffe einkaufen.

Derivate können jedoch auch für die Chance auf Arbitrage-Gewinne genutzt werden. Dabei machen sich Anleger mögliche Preisunterschiede des Derivates am Kassa- und Terminmarkt zu Nutze. Auch einzelne Segmente eines Marktes können unterschiedliche Preise vorweisen.

Derivate: Finanzinstrumente mit großem Hebel

Da Derivate meist eine große Hebelwirkung besitzen, können sie mit einem vergleichsweise geringen Einsatz hohe Renditen bringen. Klar sollte jedoch sein, dass dadurch auch die Risiken ansteigen.

So ist die Preisgestaltung meist intransparenter als die des Basiswertes, da sie sich nicht wie bei Wertpapieren nur aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage errechnet. Auch die Restlaufzeit spielt beispielsweise eine große Rolle für den erzielten Preis.

Einsteiger sollten daher zunächst auf einem Testkonto bei ihrem Online-Broker üben, bevor sie sich an den Finanzinstrumenten der Derivate die Finger verbrennen.

Mehr zum Thema: Was ist ein Derivat?

12. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.