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Derivate: Zinssicherung als Grund für ein Investment

Anleger investieren aus verschiedenen Beweggründen in Derivate.

Oftmals liegt es an dem geringen Kapitaleinsatz und dem hohen Hebel, den so ein Investment bietet. Hier kann kurzfristig eine höhere Performance als mit  einer Investition in den Basiswert erzielt werden.

Allerdings lassen sich mit Derivate auch Depots absichern („hedging“).

Mehr zum Thema: Derivate-Hedging mit CFDs

Solche Absicherungsgeschäfte lassen sich mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Finanzinstrumenten gegen nahezu alle Risiken einrichten.

Die  dauernd schwankenden Preise beispielsweise für Rinder, Mais, Edelmetalle oder auch Währungen und Zinsschwankungen lassen sich mit Derivaten absichern und machen eine Investition auch für die Zukunft kalkulierbar.

Zinsrisiken in der Wirtschaft

Primär lagert das Risiko der Zinsschwankungen bei Unternehmen, die ihre Kapitalstruktur komplex aufgestellt haben. Durch unterschiedliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit verschiedenen Laufzeiten kommt es hier zu Divergenzen.

Diese Positionen (im Regelfall Kredite) können nicht jederzeit an die aktuellen Marktzinsen angepasst werden. Dies führt automatisch zu einem Zinsrisiko.

Zinsrisiken des Privathaushalts

Aber auch Privatanleger sind von dem Zinsrisiko nicht verschont: Beispielsweise bei einer Baufinanzierung, deren Kreditlaufzeit auf 20 Jahre festgeschrieben ist.

Bei einer Kreditaufnahme Ende der 1990er Jahre hätte sich heute allerdings gezeigt, dass das eingegangen Zinsrisiko für den Kreditnehmer negative Auswirkungen gehabt hätte. Ein damals üblicher Kreditzins von etwa 5-6% wäre heute nicht marktfähig.

Allerdings ist nicht nur die Kreditaufnahme einem Zinsrisiko unterworfen, auch die Geldanlage kann ein Risiko bergen – zum Beispiel wenn man sich für eine Festgeldanlage von 5 Jahren oder mehr entscheidet.

Dabei unterliegt der Anleger dem Risiko, dass die Marktzinsen innerhalb der nächsten Jahre steigen und er nicht davon profitiert. Die Bank hätte über diese Methode nun eine günstige Geldleihe erhalten.

Mehr zum Thema: Depotabsicherung für Privatanleger

Mit welchen Derivaten Zinssicherung möglich ist

Um als Unternehmer das Zinsrisiko zu minimieren, existieren in der Finanzwelt verschiedene Instrumente.

So kann man etwa sogenannte Forward-Vereinbarungen mit seinen Banken treffen oder sich durch verschiedene derivative Finanzinstrumente das aktuelle Zinsniveau für einen längeren Zeitraum sichern.

Hat man variabel verzinsliche Kredite und fürchtet einen Zinsanstieg, so lässt sich mit der Bank ein Festzins vereinbaren. Durch den Erwerb eines Zinsswaps lässt sich das Risiko eines Zinsanstieges auf ein Minimum reduzieren.

Hierbei wird das Darlehen in ein individuell ausgestattetes festverzinsliches Darlehen umgewandelt. Bei der Gestaltung dieser Vereinbarung sind beide Vertragspartner an keine strengen Vorschriften gebunden.

Begrenzung nach oben mittels Cap

Dabei wird als Mittel beispielsweise ein „Cap“ vereinbart. Hierbei wird mit der Bank eine Zinsobergrenze vereinbart, ab der eine Ausgleichszahlung an den Kunden ausgeschüttet wird.

Dafür zahlt der Kunde eine einmalige Prämie auf den Nettodarlehensbetrag.

Floor als Gegenstück zum Cap

Das Gegenstück zum Cap ist der Floor: Hier wird eine Untergrenze vereinbart, zu der ein bestimmter Geldbetrag mindestens verzinst wird.

Dieses Instrument wird oftmals von Versicherungen eingesetzt, die ihren Kunden einen Garantiezins zahlen müssen und hier das Risiko einer Zinssenkung abdecken müssen.

Risiko nach oben und unten begrenzen

Der sogenannte Collar ist eine Kombination aus einem Cap und einem Floor. Hierdurch wird ein Zinskanal oder auch ein Zinstunnel vereinbart.

Bewegt sich der Marktzins aus diesen Begrenzungen heraus, hat das je nach Vereinbarung keine oder nur eine geringe Auswirkung auf die Kundenkredite.

Zusatzkosten sind durch überlegte Kalkulation zu vermeiden

Keines der Zinsderivate ist kostenlos. Neben den direkten Zinssicherungskosten der verschiedenen Instrumente kommen Gebühren, Provisionen und weitere Transaktionskosten der Banken hinzu.

Daher sollten sich Unternehmen und Privatanleger stets die Frage stellten, welche Mehrkosten tatsächlich durch die Änderungen der Zinskurve entstehen und den Einsatz der Derivate entsprechend abwägen.

4. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.