von Jan Aalto

Deutsche Bank: Griechenland, Euro und die Dividende - eine Spekulation

Bank durch Griechenland unter Druck.

Deutsche Bank berichtet am 2.2. - jetzt kaufen?

In einer Woche legt die Deutsche Bank den Geschäftsbericht für 2011 vor.

Die Zahlen sind jetzt schon im wesentlichen bekannt. Spannend wird es aber.

Denn: Griechenland produziert immer neue Probleme für den Euro. Der gesamte Bankensektor in Europa, auch in Deutschland, wird stark unter Druck geraten. Dies hat nicht nur das zurückliegende Geschäftsjahr leicht verhagelt, sondern trübt auch den Ausblick.

Wer sich angesichts des tiefen Kurses starke Nerven zutraut, kann sich vor der Jahreshauptversammlung aber eine hohe Dividendenrendite sichern. Hier die Überlegung im Einzelnen.

Aktie verliert - angeblich

Wenn Sie die Berichterstattung zur Frankfurter Bank in den letzten Tagen und Stunden verfolgen, erfahren Sie: die Aktie verliert. Angeblich jedenfalls, wie die eigentlichen Kurse zeigen.

Erst am Mittwoch legte die Aktie um 1,2% auf 33,20 Euro zu. Das heißt: die Analysten haben mit ihrer negativen Einschätzung derzeit keinen Einfluß am Markt. Die Nachfrage nach dem Titel steigt trotz der Griechenland-Krise.

Die einzelnen Bilanzzahlen werden denn auch besser ausfallen als es vor Monaten noch zu erwarten war.

Die Dividendenrendite für die nächste Geschäftsperiode liegt nahc allen aktuellen Einschätzungen auf dem heutigen Kurs-Niveau bei 2,22%. Dafür wendet die Bank aber lediglich knapp 15% des Gewinns auf. Das langfristige Wachstum soll bei ungefähr 6,4% liegen - bezogen auf die Gewinnentwicklung.

Griechenland - aktuell "eingepreist"

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, mit dem die Aktionäre auch bei der Hauptversammlung über den Gewinn konfrontiert werden, beträgt ungefähr 9  - je nach Aktienkurs und dem tatsächlich verabschiedeten "Gewinn".

Im nächsten Jahr - auch das wird auf der Aktionärsversammlung über die "Erwartungen" deutlich - sinkt das KGV auf nur noch gut sechs.

Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis (Buchwert = Überschuss des Vermögens über die Verbindlichkeiten) beträgt ungefähr 0,6. Die Aktie ist damit spottbillig.

Bedenken Sie aber weiterhin:

  • Griechenland ist erst der Anfang des Euro-Desasters.
  • Portugal steht inzwischen auch schon auf der Kippe. Damit aber hängen einige Bank-Kredite in der Luft.
  • Die größeren Kreditschwierigkeiten wird es in Frankreich geben. Die Deutsche Bank wird nicht direkt betroffen sein - die Stimmung aber trifft die gesamte Branche.
  • Das direkte Risiko über Staatsanleihen hat die Deutsche Bank fast auf 0 gesenkt, so die bisherigen Verlautbarungen. Die Hauptversammlung wird zeigen, ob diese Mitteilungen der Realität entsprechen.
  • Falls die abgesegnte Bilanz derart niedrige Risiken erkennen lässt, stehen die Chancen auf steigende Kurse mittelfristig wieder gut.

GeVestor meint: Wer gute Nerven mitbringt, kann trotz des Euro Desasters aufgrund der vergleichsweise hohen Dividendenrendite in die Aktie der Deutschen Bank investieren.

Die Kennzahlen wie das KGV oder KBV sind gut - die Hauptversammlung am 2.2. wird diese Einschätzung über die dann offiziellen Bilanzdaten bestätigen.

 
 
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