von Sascha Mohaupt

Deutsche Bank läuft eigenem Anspruch hinterher

Deutsche Bank: Nach schwacher Jahresbilanz auch kein guter Auftakt in 2012

Deutsche Bank: Nach schwacher Jahresbilanz auch kein guter Auftakt in 2012

10 Mrd. Euro wollte die Deutsche Bank 2011 verdienen.

Heraus gekommen sind nur knapp über die Hälfte, wie Deutschlands größtes Bankinstitut gestern bei der Vorlage der enttäuschenden Quartals- und Jahreszahlen bekannt gab.

Das schwache Geschäft scheint sich auch im laufenden Quartal fortzusetzen. Nicht die besten Aussichten für eine Fortsetzung der Erholung des Aktienkurses.

Ackermanns letzte Jahresbilanz enttäuscht

Josef Ackermann hätte sich seine letzte Jahresbilanz als Vorstandsvorsitzender sicherlich erfreulicher gewünscht.

So haben Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen sowie auf Firmenbeteiligungen, drohende Kosten aus Rechtsstreitigkeiten und ein schwaches Investmentbanking dafür gesorgt, dass es sogar im letzten Quartal einen Verlust vor Steuern von 351 Mio. Euro gegeben hat.

Nur eine Steuergutschrift rettete die Deutsche Bank vor den roten Zahlen und sorgte dafür, dass letztendlich unter dem Strich noch ein Gewinn von 147 Mio. Euro erzielt wurde. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit einem Nachsteuerplus von rund 600 Mio. Euro gerechnet.

Jahresziel klar verfehlt

Für das Gesamtjahr gab es ein Nettogewinnplus von 79% auf 4,1 Mrd. Euro. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Vorjahresergebnis durch die Kosten für die Integration der übernommenen Postbank stark belastet war.

Der Vorsteuergewinn stieg 2011 um 36% auf 5,4 Mrd. Euro. Damit wurde das Ziel, einen Rekordgewinn von 10 Mrd. Euro vor Steuern zu erzielen, klar verfehlt.

Etwas Licht im Schatten

Etwas Positives hatte Josef Ackermann dann doch zu berichten: Die anvisierte Kernkapitalquote von 9,5% (entspricht 36 Mrd. Euro) soll bis Ende des Jahres erreicht werden. Die Bankaufseher wird es freuen.

Schwacher Jahresauftakt

Auch das gerade begonnene Jahr dürfte nicht nach dem Geschmack der größten deutschen Bank verlaufen:

Das Institut ist vergleichsweise schwach ins Jahr 2012 gestartet. Ackermann erwähnte, dass das Ergebnis des Januars deutlich unter der Marke des Vorjahres liege und jetzt auf die weitere Entwicklung gewartet werden müsse.

"Wie stark die konjunkturelle Bremsspur für Europa und die Welt sein wird, hängt vor allem von weiteren Fortschritten bei der Lösung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone ab", so der scheidende Deutsche Bank-Chef.

Ich rate weiterhin von Bankwerten ab

Auch wenn damit jetzt die schlechten Nachrichten in den Börsenkursen eingepreist sein dürften - gestern ging es mit der Aktie zumindest nur leicht abwärts -, rate ich vor einem Engagement in die Aktien dieser Branche weiterhin ab.

Noch immer ist die europäische Schuldenkrise nicht gelöst und weitere Hiobsbotschaften von dieser Seite nicht ausgeschlossen.

Kurssprünge wie bei der Commerzbank-Aktie im Januar sehen zwar beeindruckend aus, doch es kann genauso schnell wieder in die andere Richtung gehen.

Halten Sie sich daher lieber an Aktien, die neben einer positiven Kursentwicklung auch mit starken Geschäftszahlen glänzen. Die aktuelle Quartalsberichtssaison hält eine ganze Menge davon bereit.

 
 
Bildquelle: helix - Fotolia

Autor:

Sascha Mohaupt

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Bio-Tech, High-Tech und Energie-Unternehmen. 

Er kennt die Boom-Branche 2011 der HighTech- und Klimawandel-Unternehmen wie seine Westentasche und berichtet darüber im kostenlosen Newsletter Rendite Trends.