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Deutsche Börse AG will weiter „leicht bis deutlich“ wachsen

Rückenwind erhofft sich Reto Francioni auch von der geplanten Kapitalmarktunion der EU, obwohl er in den vergangenen Jahren eher gemischte Erfahrungen mit Regelwerken und Vorgaben aus Brüssel gemacht hat.

Sein Haus sieht er – nach Gewinnanstieg um 7 Prozent auf 2.045 Millionen Euro im vergangenen Jahr – gut bestellt.

Marcus Schult fragte den obersten Börsianer, warum er den Aktionären zum Abschied trotzdem keine höhere Dividende bescheren will.

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Das Interview zum Nachlesen

GeVestor: Das Jahr 2014 ist für die Deutsche Börse AG sehr gut gelaufen. Die Anleger haben sich als Abschiedsgeschenk von Ihnen eine kleine Dividendenerhöhung erhofft. Sie kommt nun trotzdem nicht. Warum sind Sie nicht so freundlich zu den Anlegern?

Reto Francioni: Wir sind eigentlich extrem freundlich zu den Anlegern. Seit ich hier bin, das ist seit 2005, haben wir im Jahre 2008 die Dividende verdoppelt und das haben wir durchgehalten, mit einer Ausnahme, da haben wir ein bisschen mehr bezahlt, weil wir ein besonders gutes Jahr hatten. Wir haben eine Dividendenpolitik, die vom gesamten Unternehmen getragen wird und die wir auch durchziehen wollen. Dividendenpolitik ist etwas Langfristiges. Wir wollen da verlässlich sein. Wir sind verlässlich gewesen, wir sind jetzt immer noch verlässlich mit den 2,10 und werden das auch bleiben, wobei das natürlich auch den Umständen angepasst werden kann und den zukünftigen Entscheidungen dann unterliegt. Ausgeschüttet haben wir in dieser Zeit, die ich hier bin, relativ viel. Ich spreche von ein paar Milliarden, die wir zusätzlich ausgeschüttet haben zu den Dividenden. Das heißt, man darf nicht nur die Dividende sehen, sondern auch Aktienrückkäufe und zusätzliche Zusatzdividenden, die wir gemacht haben. Von daher sind wir sehr aktionärsfreundlich.

GeVestor: Das deutliche Wachstum im vergangenen Jahr ist etwa zur Hälfte auch auf anorganisches Wachstum zurückzuführen, das heißt, Sie haben dazugekauft, Sie haben geguckt, wo es Anbieter gibt, die Ihr Angebot ergänzen können. Sie haben für dieses Jahr gesagt, es soll ein leichtes bis deutliches Wachstum geben – wo soll das herkommen?

Francioni: Das kommt aus der bestehenden Strategie, aus dem Organischen. Da sind wir auf gutem Kurs, wie Sie soeben gehört haben. Primär werden wir das bei behalten dieses Jahr, das ist so vorgesehen. Wir haben eigentlich schon immer Akquisitionen gemacht. Wir haben ein ganzes Portfolio die letzten Jahre im Sinne eines mittelfristigen Projektes gemacht. Das sind Akquisitionen von Firmen, die die bestehende Strategie, auch auf Divisionsstufe, bestärken oder verstärken. Das werden wir weiterhin fortführen. Das heißt, ganz gezielte, Strategie stärkende oder mindestens unterstützende Einkäufe, die wir im kleineren Bereich machen werden. Das ist ein Programm, das wir mittelfristig aufgezogen haben und das sich extrem gut bewährt hat.

GeVestor: Sie haben immer die Deutsche Börse als sehr innovatives Unternehmen aufgestellt. Welche Rolle werden für Ihren künftigen Wachstumskurs innovative Produkte spielen? Was können die Anleger erwarten?

Francioni: Die haben in der Vergangenheit eine zentrale Rolle gespielt, tun es zurzeit und werden es auch in Zukunft tun. Wir haben beispielsweise KOSPI, das ist der meistgehandelte Index der Welt von Korea, ein Derivat darauf, dass wir in Europa haben, und das ist schon fast zum Blockbuster geworden. Wir haben andere Produkte im Abwicklungsbereich, Liquidity Hub, die Liste könnte man sehr lange weiterführen. Das ist ein zentrales Element unserer Strategie, Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, die wir auch weiterhin vorantreiben werden. Das ist Bestandteil der Wachstumsstrategie.

GeVestor: Wirtschaftsminister Gabriel hat sich schon seit längerem gewünscht, dass es ein neues Wachstumssegment an der Börse gibt. Ihr Haus reagiert. Was wird das Neue sein, was wird anders sein als bei früheren Wachstumssegmenten?

Francioni: Wir haben mit Herrn Gabriel ein Meeting gehabt und eigentlich wollen wir das Gleiche. Wir wollen eine Plattform für kleinere Unternehmen bieten. Jetzt muss man wissen, dass solche Lösungen immer maßgeschneiderte Lösungen sind. Wenn da irgendetwas falsch gemacht ist, dann bleibt der Erfolg aus, dann haben wir keine Liquidität auf dieser Plattform, dann haben wir keine Investoren, die daran interessiert sind. Zudem ist das immer so, dass das eine konzertierte Aktion ist. Das heißt, Sie müssen Banken dabei haben, Sie müssen Investoren dafür gewinnen, Sie müssen den Betreiber haben, möglicherweise sogar den Regulator, um das eine oder andere an Rahmenbedingungen klarzuziehen. Da sind wir dran. Wir haben da Vorstellungen, ich möchte da jetzt nicht in Vorlage gehen, aber da haben wir selbstverständlich Vorstellungen. Wir haben ein eminentes Interesse daran, diese Fondsplattform aufzubauen und zu betreiben. Da bestehen zum Teil schon recht konkrete Ideen, aber ich möchte jetzt nicht vorpreschen.

GeVestor: Sie haben besonders im Dezember einen deutlichen Zuwachs an Handelsvolumina registrieren können. Man guckt dann auch auf die Nachrichten – Griechenland, Ukraine, das sind so die Stichworte. Könnte man sagen, jede Krise belebt Ihr Geschäft?

Francioni: Man kann es nicht so pauschal sagen. Was unser Geschäft belebt, ist Volatilität, also Schwankungen. Was unser Geschäft belebt – bleiben wir beim Begriff Schwankungen im Zinsbereich, aber auch im Aktienbereich. Letztlich muss man sehen, ein Börsenpreis, ein Aktienpreis insgesamt beinhaltet eigentlich schon zukünftige Überlegungen. Insofern ist Griechenland bereits im Aktienmarkt, im Dax beispielsweise, eingepreist. Es wird ja vielfach dort ein Zusammenhang gesehen. Also Griechenland ist da eingepreist, bezüglich Ukraine herrscht nach wie vor Unsicherheit. Aber ich glaube, das ist und wird auch bleiben – Unsicherheit im Markt, das gehört zum täglichen Leben.

19. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.