Seit Anfang des Jahres befinden sich die Börsen in einem Aufwärtstrend.
So hat der Deutsche Aktienindex (DAX) seinen Höhenflug auch in der abgelaufenen Woche fortgesetzt und notiert aktuell bereits um rund 9 % höher als zum Jahresbeginn.
Die aktuelle positive Bewegung der Börsen spiegelt dabei die Erwartung einer weiterhin soliden Konjunkturlage wider. Die Lage scheint doch nicht so dramatisch zu sein, wie zuvor erwartet.
Die deutschen Insider sind ähnlich positiv gestimmt. Denn der aus der Analyse der Kauf- und Verkaufstransaktionen ermittelte Insiderindikator liegt derzeit bei einem Wert von 6,1 (also 6-mal mehr Käufe als Verkäufe).
Dies entspricht einer stark positiven Erwartungshaltung der deutschen Insider.
Insiderkäufe bei der Gerry Weber AG
Aus den jüngst gemeldeten Insiderkäufen konnten wir einen besonders interessanten Fall herausgreifen. So wurde bei dem Modeunternehmen Gerry Weber AG über die letzten Monate hinweg eine Reihe von Insidertrades getätigt.
So hat die R+U Weber GmbH & Co. KG (steht in Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgabe) über mehrere Transaktionen allein im Kalenderjahr 2011 rund 625.000 Aktien zu einem Gesamtvolumen von über 20,8 Mio. Euro erworben.
Allein die in 2011 getätigten Insidertransaktionen entsprechen 1,4 % aller Gerry Weber-Aktien.
Wie der jüngsten Insidermeldung zu entnehmen ist, wird die R+U Weber GmbH & Co. KG ihre Strategie des sukzessiven Zukaufs weiterhin fortsetzen. Anfang Januar wurde dabei der Kauf weiterer 31.288 Aktien zu einem Volumen von über 0,8 Mio. Euro gemeldet.
Auch wenn diese Transaktionen einen strategischen Hintergrund haben könnten, so zeigen sie doch, dass die Käufergesellschaft, die in Beziehung mit einer Führungsperson steht, von der Gerry Weber AG überzeugt ist.
Und das zu Recht! Konnte der Modekonzern Gerry Weber im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 doch einen Rekord bei Umsatz und Ergebnis erzielen und kündigte zugleich für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 weitere Steigerungen bei den Umsatzerlösen sowie der operativen Marge an.
Der Konzernumsatz konnte gemäß vorläufigen Zahlen um rund 13 % auf 702,7 Mio. Euro gesteigert werden. Besonders erfolgreich entwickelte sich dabei das Retail-Geschäft.
In diesem Geschäftsbereich, der neben den Concessions-Flächen auch die eigenen „Houses of Gerry Weber“ sowie den Internetshop einschließt, erhöhten sich die Umsätze um rund 25 % auf 217,2 Mio. Euro.
Das Wachstum war dabei sowohl auf die Eröffnung neuer eigener Läden als auch auf höhere Produktverkäufe auf der bestehenden Fläche zurückzuführen.
Weitere Verbesserungen auf Ergebnisseite
Auch auf der Ergebnisseite konnte Gerry Weber trotz der hohen Investitionen in den Ausbau des eigenen Retail-Geschäftes weitere Verbesserungen erreichen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnete einen deutlichen Anstieg um knapp ein Fünftel auf annähernd 100 Mio. Euro (VJ: 83,3 Mio. Euro), was einer EBIT-Marge von 14,2 % entspricht. Damit konnten die vom Unternehmen kommunizierten Zielvorgaben voll erfüllt werden.
Für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 zeigt sich der Vorstand indes weiter zuversichtlich.
In 2011/12 sieht Gerry Weber einen Umsatzanstieg um rund 10 % auf dann 775 Mio. Euro. Gleichzeitig soll die EBIT-Marge weiter auf 14,8 % erhöht werden. Die Prognose halten wir zum jetzigen Zeitpunkt für konservativ.
Nach unserer Schätzung sollte sich der Gewinn je Aktie (EPS) in 2011/12 auf rund 1,70 Euro belaufen. Damit liegt das 2011/12er-KGV bei rund 15.
Vor dem Hintergrund der intakten Wachstumsperspektiven sowie einer erwarteten Dividendenrendite von knapp 3 % erachten wir die Bewertung als nicht zu ambitioniert und räumen der Aktie von Gerry Weber noch ein weiteres Kurspotenzial bis 30 Euro ein.



