Deutsche investieren falsch: mehr Aktien-Investments wären sinnvoll

Wenn es nach dem Präsidenten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) Tobias Pross geht, sei die deutsche Fondsbranche nach wie vor in einer guten Verfassung. 2016 sei ein Rekordjahr gewesen. Die Fondsgesellschaften verwalteten Ende des Jahres mit 2,8 Billionen € insgesamt mehr Kapital als je zuvor.

Damit investierten deutsche Anleger jedoch beträchtlich weniger frisches Geld in Investmentfonds als im Jahr zuvor: Netto sammelten die Fondsgesellschaften 2016 nämlich nur 102,8 Mrd. € (2015: 192,6) Mrd. € ein. Nach den Worten von Tobias Pross sei dies immer noch ein sehr gutes Resultat.

Fonds: Deutsche Anleger investieren falsch

Der Löwenanteil neuer Gelder wurde 2016 in Spezialfonds angelegt, in die in erster Linie institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherer investieren. Dagegen flossen im gleichen Zeitraum in Publikumsfonds, die besonders von Privatanlegern bevorzugt werden, lediglich 6,5 Mrd. €. Reine Aktienfonds verbuchten sogar ein Minus von netto 1,8 Mrd. €. Deutsche hatten noch in 2015 72 Mrd. € neues Kapital in ETFs und Fonds investiert – so viel wie nie zuvor.

Damit stehe man in Deutschland nicht alleine da. Die Zuflüsse in Wertpapierfonds hätten sich in ganz Europa mehr als halbiert. Hintergründe für das zurückhaltende Verhalten der Anleger: Die Turbulenzen an den Aktienmärkten, das politische Wirrwarr rund um den Brexit und die Präsidentschaftswahlen in den USA.


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Dennoch kommt Pross zu einem eindeutigen Urteil: „Der Deutsche investiert und spart falsch.“ Und: „Nicht mal das Schreckgespenst Negativzinsen bringt einen rational denkenden Menschen dazu, sich mit dem Thema Kapitalanlage intensiv auseinanderzusetzen.“ Anlagestrategen wie Götz Kirchhoff, Vorstand von Avana Invest, meinen, dass die Deutschen zu wenig in Aktien investieren.

Umdenken notwendig: Mehr Investments mit Aktien

Mit Zinsen unterhalb des Inflationsniveaus ist es für Sparer unmöglich geworden, ihren Wohlstand zu mehren – im Gegenteil. Daher müsse sich nach Ansicht des BVI etwas ändern. Die Sicherung des Wohlstands sei nur möglich, wenn Anleger ihr Sparverhalten überdenken würden und dazu bereit wären, eine gewisse Ausgewogenheit in ihr Portfolio zu bringen.

Wie der BVI weiter fordert, müsse wie in den Vereinigten Staaten auch in Deutschland die Altersvorsorge über Aktien und Fonds steuerlich gefördert werden. Im Ergebnis sei in den USA der Anteil der am Kapitalmarkt investierten Bevölkerung mit 52 % fast 4 Mal so hoch wie in Deutschland (14 %).

Selbst die niedrigen Zinsen, die nicht einmal einen Inflationsausgleich schaffen, veranlassen deutsche Anleger dazu, ihr Verhalten anzupassen. Im Sinne der Sicherung des Wohlstands empfehlen Experten, den Anteil der Aktien-Investments deutlich zu erhöhen – denn bislang investieren viele Deutsche falsch.

11. April 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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