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Deutschland: Das Land der Vollbeschäftigung?

Gibt es in Zukunft Vollbeschäftigung in Deutschland? Dieser Frage sowie ihren Folgen geht Karl-Heinz Paqué in seinem Buch „Vollbeschäftigt. Das neue Jobwunder“ nach.

Deutschland ist das Land der Dichter und Denker, aber man verbindet Deutschland nicht mit Vollbeschäftigung.

Eine hohe Arbeitslosenquote ist das Symptom einer Rezession, aber selbst in Zeiten der Hochkonjunktur war die Arbeitslosigkeit überall zu spüren.

Kann es Vollbeschäftigung geben?

In der Zukunft soll das anders sein, dann kennt die deutsche Wirtschaft nur einen Zustand: Die Vollbeschäftigung.

Diese Prognose wird von dem ehemaligen Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Paqué in seinem Buch „Vollbeschäftigt. Das neue deutsche Jobwunder“ gestellt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Bevor Karl-Heinz Paqué seine Thesen zur Zukunft Deutschlands vorstellt, blickt er zuerst in die Vergangenheit.

Er beginnt mit der industriellen Revolution, während der die Arbeitslosigkeit nach unserem Verständnis zum ersten Mal überhaupt auftrat.

Er analysiert die Arbeitslosenquote der vergangenen Jahrzehnte, von der schweren Zeit der Weimarer Republik, über das Wirtschaftswunder in den 1950er-Jahren bis hin zur Ölkrise 1973, in der alles anders wurde.

Dem Autor ist es wichtig, nicht bloß die Arbeitslosenstatistiken wiederzugeben. Vielmehr verwebt er sie mit der politischen Geschichte Deutschlands, und zeigt Parallelen zu verschiedenen Zeitspannen, die auf den ersten Blick nicht deutlich sind, wie beispielsweise zwischen der Rezension in den 1880er Jahren und der Rezension ab 1973.

Auf diese Weise wird dem Leser klar, wie und warum die wirtschaftliche Entwicklung auf die Weise verlief, wie sie es tat.

Die aktuelle Situation in Deutschland sieht der Autor trotz der Eurokrise optimistisch, die Wirtschaft sei stabil und könne dieser Krise standhalten.

Ein Leben in der Vollbeschäftigung = Ein Leben im Paradies?

Einer der entscheidenden Gründe für die spätere Vollbeschäftigung in Deutschland ist in Paqués Augen die Demografie. Die Generation nach 1955 nennt man „Babyboomer“. Nie war eine Generation zahlenmäßig so groß wie diese.

Wenn nun die „Babyboomer“ spätestens 2020 in Rente gehen, bleiben viele ihrer Stellen unbesetzt, da salopp gesagt vermutlich nicht genug Leute da sind, um sie auszufüllen.

Wenn allerdings nun der Traum der Vollbeschäftigung tatsächlich wahr wird, hat die Geschichte nun ihr Happy End?

Zum Teil. Gleichzeitig bedeutet die Vollbeschäftigung eine riesige Umwälzung des Systems. Die Geldpolitik, die Gewerkschaften und zum Schluss die Arbeitgeber selbst müssen sich auf die Veränderungen einstellen und das kann Jahre dauern.

So fürchtet Paqué, dass die Löhne trotz der Hochkonjunktur lange Zeit nicht steigen werden, wie es auch in der Zeit des Wirtschaftswunders geschehen ist, und die Wirtschaft durch billiges Geld überflutet wird.

Außerdem ist zu bedenken, dass Deutschland nicht alleine dasteht, sondern Teil der Europäischen Union ist.

Das bedeutet, dass ein Deutschland, in dem die Vollbeschäftigung herrscht, eine ganz andere Rolle spielen wird und muss.

So sieht Paqué Deutschland in einer wirtschaftlichen Führungsrolle in Europa, sowohl im Binnenhandel als auch in der Weltwirtschaft.

Zudem stünde die Bundesrepublik vor einer Einwanderungswelle. Um sich darauf vorzubereiten, empfiehlt der Autor eine Vereinfachung des Einwanderungsgesetzes.

Naiver Optimismus oder wahrscheinliche Prognose?

In einer krisengeschüttelten Zeit wie der unseren fällt es schwer, einem optimistischem Buch wie „Vollbeschäftigt. Das neue deutsche Jobwunder“ zu glauben. Zum Teil wirkt die Zuversicht vor allem im Bezug auf die aktuelle Krise etwas naiv.

Allerdings ist der Text keine bloße Utopie, Karl-Heinz Paqué belegt seine Thesen mit einer Vielzahl von historischen und aktuellen Fakten und Schaubildern. Somit gelingt es ihm, ein überraschend wahrscheinliches Szenario über die zukünftige Entwicklung darzustellen.

Der Autor kommt dabei fast ohne Fachjargon aus, allerdings ist sein Schreibstil stellenweise doch trocken, was den Inhalt teilweise etwas schwer nachvollziehbar macht.

Im Großen und Ganzen ist „Vollbeschäftigt. Das neue deutsche Jobwunder“ ein interessantes Buch über die Zukunft Deutschlands fernab der Rezession.

Diese Zukunft kommt zwar mit vielen Herausforderungen für die Wirtschaft und den Einzelnen daher, allerdings ist sich Paqué sicher, dass diese zu bewältigen sind.

Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Paqué ist seit Juli 2010 Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft an der Uni Magdeburg. Er war von 2002 bis 2006 Finanzminister des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Das Buch ist im Carl Hanser Verlag erschienen und kostet 19,90€.

29. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.