Ein hiesiges Autohaus bietet derzeit einen gebrauchten Mercedes (E-Klasse, Modell 220 CDI) für 16.500 Euro an.
Das Fahrzeug wurde am 17. Januar 2005 zugelassen, also vor 7 Jahren. Ein vergleichbares Modell mit derselben Ausstattung ist heute nicht für unter 45.000 Euro zu haben.
Wer diesen Neuwagen den Gebrauchten vorzieht, wird sehr wahrscheinlich in 7 Jahren vor dem gleichen Problem stehen, wie der heutige Gebrauchtwagenverkäufer.
Gilt es doch, einen Verlust von rund 30.000 Euro mal eben so wegzustecken. Und doch tun wir es. Entscheidend dafür ist unsere Wahrnehmung dieser Verluste. Wir verkraften sie, weil Blech eben Blech ist, das uns in der Vergangenheit aber viel Freude bereitet hat.
In Sachen Geldanlage gibt es diese Freude nicht! Schon gar nicht, wenn es Verluste hagelt. Hier ist alles, was wir tun, blutiger Ernst. Beim Geld hören Spaß und Freude schlichtweg auf.
Während wir beim Auto Verluste akzeptieren, hat unser Geld seinen Wert zu erhalten. Wie selbstverständlich verlangen wir, dass eine Immobilie im Wert steigt. Schließlich gelten sie als sichere, wertbeständige Investments.
Verluste werden nicht akzeptiert.
Dabei reicht schon der kleinste, selbstverschuldete Fehler aus, um mehr zu verlieren als zu verdienen.
Nicht alles auf eine Karte setzen
Kluge Investoren handeln nach der Devise: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, weshalb sie niemals ein Einfamilienhaus als Kapitalanlage wählen. Besitzer eines solchen haben dann nur eine Immobilie und nur einen Mieter!
Als Investor setzt er somit sein gesamtes Kapital auf eine Karte und begibt sich voll in die Hand des Mieters. Von dessen Zahlungswilligkeit hängt der Erfolg seines Investments ab. Kommt der Mieter seinen Verpflichtungen nicht nach, kann es bis zu 2 Jahre dauern, bis selbiger die Wohnung verlässt.So lange dauert es in diesem Rechtsstaat, sein Recht als Vermieter durchzusetzen.
Auch wenn ein Mehrfamilienhausdeutlich teurer ist als ein Einfamilienhaus, so ist es diesem vorzuziehen. Dadurch wird das Risiko breiter gestreut. Natürlich ist es auch hier bitter, wenn ein Mieter seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.
Bei einem Mehrfamilienhaus mit vier baugleichen Eigentumswohnungen fallen somit nur 25% der Einnahmen aus und nicht 100%. Diese Feststellung ist fantasiereich. Bezogen auf die einzelne Wohnung, die durchaus ein eigenständiges Investment ist, haben wir natürlich auch hier einen Kapitalausfall von 100%.
Und doch bleibe ich bei meiner Einlassung, weil umgerechnet ein Vier-Familienhaus günstiger zu erwerben ist als ein freistehendes Einfamilienhaus. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Deutschland geht gestärkt aus der Krise
Im Übrigen bleibe ich in Sachen Wertentwicklung optimistisch. Wie keinem anderen europäischen Land trauen die Investoren Deutschland zu, die Folgen der Euro-Krise auf den heimischen Immobilienmarkt weitgehend abzufedern.
Das sagt eine Studie der Union Investment, die hierzu Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragte. Jeder zweite Investor ist der Studie zufolge davon überzeugt, dass der deutsche Immobilienmarkt sogar gestärkt aus dem aktuellen Zyklus hervorgehen wird.
Nur 3% sehen es anders.
Dagegen wird die Krise Länder wie Spanien und Portugal extrem hart treffen. Was nicht verwundert. Denn hier hat sich über Jahre eine Blase gebildet, die nun platzt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele private Hausbesitzer ihr Eigenheim nicht mehr halten können. Spanische Banken verlangen bis zu 28% Zinsen.
Zudem hat der Spanier Tag genau die Rate zu zahlen. Überschreitet er diese Frist um nur einen Tag, stellen viele spanische Banken den gesamten Kredit zur Zahlung fällig. Aus diesem Grund bleiben den Meisten nur noch die Zwangsversteigerung und ein Leben im Wohnwagen. Wer den Schaden hat, muss für den Spott bekanntlich nicht mehr sorgen.
Von solchen „Methoden“ sind wir in Deutschland Gott sei Dank verschont geblieben. Man mag hin und wieder die Machenschaften der deutschen Banken kritisieren, doch in keinem anderen EU-Land genießt der Kreditnehmer so viele „Sicherheiten“ und gesetzlichen Schutz vor Willkür.
Es muss schon einiges mehr passieren, bevor ein Gläubiger seinen Schuldner um seine Würde bringt.
Sie sehen, es ist nicht immer alles schlecht hierzulande. Auch das Wetter nicht. Selbst bei zweistelligen Minustemperaturen lohnt sich der Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein.
Das Vitamin D, auch als Sonnenhormon bekannt, sorgt für mehr Lebensfreude und die sollten Sie insbesondere an diesem Wochenende haben.


