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Devisenmarkt: diese Statistik sollten Anleger beachten

Wer hat aktuell das Sagen am Finanzmarkt? Die Bullen oder die Bären? Anleger interessieren sich eigentlich immer dafür, in welcher Richtung die übrigen Markteilnehmer mehrheitlich unterwegs sind.

Trader am Devisenmarkt können sich bei der Beantwortung dieser Frage mithilfe des open interest orientieren. Open interest bezeichnet die Summe der nicht geschlossenen Kontrakte am Ende eines Handelstages – praktisch sind dies die Aufträge, die bis dahin noch keine Abnehmer gefunden haben.

Anders als beim Aktienhandel ist es jedoch nahezu unmöglich, komplette Handelsstatistiken aller Devisengeschäfte zu erstellen. Denn der Devisenhandel läuft außerhalb regulierter Börsen. Doch es gibt trotzdem Möglichkeiten für Anleger, sich über die open interests zu informieren.

Die Statistiken des Online Brokers Oanda

Der Online Broker Oanda, der nach eigenen Angaben 20 % des globalen Online Spot-Devisenmarktes bedient, stellt auf seiner Web-Site einzelne Statistiken zur Verfügung. Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um einen Teil des Devisenmarktes. Allerdings lassen sich aus den Informationen mit aller Vorsicht Rückschlüsse auf eine eventuelle Kursentwicklung von Währungen schließen.

Auch wenn von einem einzelnen Trader keine Marktmacht ausgeht – die Kunden von Oanda in Summe könnten es. Und 20 % des gesamten Devisenmarkts sind durchaus eine ernstzunehmende Größe.

Welche Rückschlüsse können Anleger aus dem open interest ziehen?

Ein Anstieg oder eine Verringerung des open interest gibt dem Anleger wichtige Informationen darüber, ob spekulatives Kapital in den Markt hineinfließt oder von diesem abgezogen wird. Beim aktuellen Preis einer Währung spielen die vorhandenen Bestandspositionen keine Rolle.

Der aktuelle Preis wird stets von der zuletzt abgeschlossenen Transaktion gebildet. Und dieser Preis wird durch das Angebot und die Nachfrage bestimmt. Wenn beispielsweise ein großes Angebot und eine niedrige Nachfrage am Markt vorherrschen, können Käufer niedrigere Preise realisieren.

Aus diesem Grunde deuten Übergewichte bei Long-Positionen nicht zwangsläufig auf steigende Preise hin sondern eher auf fallende. Von dieser Gruppe der Marktteilnehmer ist darum keine weitere nennenswerte Nachfrage mehr zu erwarten. Wer kaufen wollte, hat dies bereits getan. Eine neuerliche Käufer-Nachfrage wäre allerdings für weiter steigende Preise von Nöten.

Allerdings wäre es sicher falsch, immer auf das Gegenteil davon zu spekulieren, wie sich die Marktteilnehmer mehrheitlich positioniert haben. Stark einseitige Positionierungen der Anleger lassen allerdings keine plötzlich steigende Nachfrage der Gruppe der Trader in die entsprechende Richtung erwarten.

Wer sich als Privatanleger für Devisengeschäfte interessiert, sollte den open interest im Auge behalten. Vor allem, wenn die Informationen – wie bei Oanda – frei zugänglich sind. Damit liefern sie wichtige Hinweise für das weitere Vorgehen von Anlegern. Wer völlig ins Blaue hinein investiert, kann dabei bares Geld verlieren.

4. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.