Bestimmte Rohstoffe stehen ganz klar für Luxus.
Dazu gehören sicherlich die Edelmetalle wie Gold oder Platin. Doch es geht noch exklusiver.
Damit meine ich Diamanten. Dem Zauber der Edelsteine kann sich kaum jemand entziehen.
Doch diese Branche hat derzeit auch unter Krisenanzeichen zu leiden. Das zeigt sich auch in diesen Tagen auf der großen Antwerpen Diamond Trade Fair. Auf dem wichtigsten europäischen Handelsplatz für Diamanten geht es um die Aussichten für die Branche in diesem Jahr.
Dabei gliedert sich der Markt für Diamanten in zwei Bereiche: Zum einen gibt es die Rohdiamanten und zum anderen die geschliffenen Steine für die Verarbeitung in der Schmuckindustrie. Für die geschliffenen Steine war 2011 ein gar nicht mal so schlechtes Jahr.
Vor allem in der ersten Jahreshälfte legten die Preise im Durchschnitt zu. Für das gesamte Jahr ergab sich beim wichtigen Marktindex RapNet Diamond Index einen Anstieg von 19%. Dieser Index misst den Preis für geschliffene Steine mit einer Größe von einem Karat. Umgerechnet entspricht das 0,2 gr.
Aber wie bei kaum einen anderen Rohstoff hängt der Preis der Diamanten von der Qualität ab. Ausschlaggebend sind dafür die vier Kategorien – im Fachjargon auch die 4C genannt. Im Einzelnen sind das Cut, Clarity, Colour and Carat.
Ins Deutsche übertragen sind das der Schliff, die Klarheit, die Farbe und eben das Gewicht in Karat.
Die besten Steine gehören bei der Klarheit in die Kategorie lupenrein und weisen keinerlei Einschlüsse auf. Hier kann ein Stein mit einem Karat auch mal mehr als 17.000 Euro kosten. Im Gegensatz dazu gibt es Steine in der gleichen Größe aber von geringerer Klarheit auch schon für weniger als 3.000 Euro.
Diese großen Unterschiede bei den Verkaufspreisen bringen auch immer Probleme für die Produzente der Rohdiamanten. Denn selbst wenn dort eine große Anzahl Steine gefördert wird, hängt der Erlös doch sehr stark von der Qualität der Steine ab. Das macht das Investieren in Diamanten zu einem großen Risiko.
Erst vor einigen Tagen hat Gem Diamonds, ein in London notierter Diamantenproduzent, die aktuellen Zahlen zum vierten Quartal präsentiert. Dabei gab es einen Erlös 82,3 Mio. Dollar für 32.350 Karat.
Im Jahr zuvor hatte Gem Diamonds nur 24.517 Karat verkauft, aber damit immerhin einen Umsatz von 80,7 Mio. Dollar erzielt.
Grundsätzlich gilt: Das Geschäft mit Diamanten ist nur sehr schwer zu kalkulieren, aber dennoch üben diese Edelsteine ohne Frage eine große Anziehungskraft aus. Für interessierte Privatinvestoren ist es jedoch wohl besser, tatsächlich Diamanten zu kaufen und noch auf die stark schwankenden Diamantaktien zu setzen.



