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Die 10 größten Pleiten in Deutschland

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in Europa und gleichzeitig eines der exportstärksten Länder der Welt. Doch immer wieder kommt es auch hierzulande zu spektakulären Pleiten, wie zuletzt im Fall Unister geschehen.

Geht ein Unternehmen in die Insolvenz, ist nicht nur der Schaden für Anleger bzw. Investoren groß, meist ist die Pleite auch mit einem umfangreichen Stellenabbau verbunden. Denn nicht immer gelingt bei der anschließenden Sanierung der Erhalt der Arbeitsplätze. Eine Übersicht der größten Pleiten in Deutschland in den letzten 10 Jahren (2005 bis 2015):

10. Wadan-Werften (Schiffbau, 2.700 Mitarbeiter)

Mitte 2009 mussten die Wadan-Werften wegen Finanzproblemen Insolvenz anmelden. An den Standorten in Wismar und Rostock-Warnenmünde arbeiteten rund 2.700 Mitarbeiter. Der Schiffsbaubetrieb war aufgrund des deutlich gesunkenen Frachtverkehrs auf den Weltmeeren in Schwierigkeiten geraten, was letztendlich das Aus für die Werft bedeutete.

9. Hertie (Warenhäuser, 3.200 Mitarbeiter)

Im Frühjahr 2009 kam das Aus für die Warenhauskette Hertie. Noch wenige Jahre zuvor sah es so aus, als wären die ehemaligen Karstadt-Kaufhäuser überlebensfähig. Doch die Verluste waren am Ende zu groß, alle 54 Hertie-Filialen mussten geschlossen werden – 3.200 Jobs standen durch die Hertie-Pleite auf dem Spiel.

8. Karmann (Automobilzulieferer, 3.500 Mitarbeiter)

Mit der Pleite von Karmann im April 2009 ging eine Ära zu Ende. Mehr als 100 Jahre lang baute der Autozulieferer Karmann Cabrios für BMW, Porsche & Co. Ursächlich für die Krise war eine stark rückläufige Auto-Nachfrage, die das Osnabrücker Unternehmen in Schwierigkeiten brachten. Insgesamt waren von der Karmann-Pleite 3.500 Jobs betroffen, später übernahm der Volkswagen-Konzern mehr als 600 Mitarbeiter.

7. Qimonda (Speicherchips, 3.800 Mitarbeiter)

Der Münchner Speicherchip-Hersteller Qimonda erzielte einst Milliardenumsätze – dennoch ging das Unternehmen Anfang 2009 Pleite. Insgesamt waren 3.800 Jobs von der Insolvenz betroffen. Hauptursache war der starke Preisverfall für Speicherchips, wodurch auch Anleger litten. Notierte die Qimonda-Aktie im Jahr 2007 noch bei über 10 €, waren die Papiere Anfang 2010 faktisch wertlos.

6. Edscha (Autozulieferer, 6.500 Mitarbeiter)

Auch der Remscheider Autozulieferer Edscha AG musste 2009 den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Das Unternehmen produzierte unter anderem Türscharniere, Cabrio-Dächer und Pedalwerke und war wie Karmann von der Absatzkrise in der Automobilindustrie betroffen. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags beschäftigte das Unternehmen noch 6.500 Mitarbeiter weltweit, davon 4.200 in Europa. Durch die Eschda-Pleite musste der Investor Carlyle mehr als 100 Mio. € abschreiben.

5. Walter Bau (Baukonzern, 6.900 Mitarbeiter)

Es war einer der größten Pleiten in der deutschen Bauwirtschaft. Im April 2005 meldete der deutsche Baukonzern Walter Bau Insolvenz an. Wegen Finanzproblemen – der Baukonzern kämpfte mit einer Finanzierungslücke von 200 Mio. € – standen zum Zeitpunkt der Insolvenz 6.900 Jobs auf dem Spiel.

In Spitzenzeiten beschäftigte Walter Bau 50.000 Mitarbeiter. Durch den Verkauf von Geschäftsbereichen konnten zwar mehrere hundert Arbeitsplätze gerettet werden, die Aktien der Walter Bau AG fielen im Frühjahr 2005 jedoch ins bodenlose.

4. Woolworth (Einzelhandel,: 9.300 Mitarbeiter)

Im Jahr 2009 schlitterte die deutsche Kaufhauskette Woolworth in die Insolvenz. Schon Mitte der 2000er Jahre geriet das Handelsunternehmen immer tiefer in die roten Zahlen. Im April 2009 meldete Woolworth schließlich Insolvenz an – zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen 9.300 Mitarbeiter. Die anschließende Sanierung gelang, 160 Filialen wurden weitergeführt, inzwischen beschäftigt Woolworth wieder rund 5.000 Mitarbeiter..

3. Praktiker (Baumarktkette, 20.000 Mitarbeiter)

Mit dem Werbeslogan „20% auf alles“ wollte Praktiker Kunden gewinnen und sich als führende Baumarktkette in Deutschland etablieren. Die Strategie ging schief, im Jahr 2013 schlitterte Deutschlands drittgrößte Baumarktkette (310 Baumärkte) aufgrund hoher Verluste in die Insolvenz.

Die Praktiker-Pleite riss später auch die profitable Tochter Max Bahr mit, insgesamt waren 20.000 Jobs gefährdet, davon 11.000 Deutschland. Auch Anleger litten unter der Pleite, der Praktiker-Aktienkurs fiel bereits im Vorfeld der Pleite um 70% – heute sind die Papiere praktisch wertlos.

2. Schlecker (Drogeriekette: 52.000 Mitarbeiter)

Der Niedergang Schleckers gilt als eine der größten Pleiten in Deutschland. Das von Anton Schlecker aufgebaute Unternehmen war nach Anzahl der Filialen und nach Umsatz die größte Drogeriekette in Deutschland – doch im Januar 2012 kam das Aus.

Insgesamt waren rund 52.000 Mitarbeiter von der Pleite betroffen, davon allein 23.000 in Deutschland. Im Jahr 2013 ging dann auch der Schlecker-Nachfolger Dayli Pleite – das österreichische Unternehmen wollte alte Schlecker-Filialen wiederbeleben und so nach Deutschland expandieren.

1. Arcandor (Handels- und Touristikkonzern: 52.000 Mitarbeiter)

Auch der Zusammenbruch der Karstadt-Mutter Arcandor gilt als eine der größten Pleiten in Deutschland – rund 52.000 Arbeitsplätze waren vom Aus des Handels- und Touristikkonzerns betroffen. Der Konzern, der aus der Warenhauskette Karstadt, dem Versandhaus Quelle und dem Reiseveranstalter Thomas Cook bestand, kämpfte mit Kostenproblemen und der anhaltenden Konsumflaute – am 1. September 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Während der Reiseveranstalter Thomas Cook verkauft und damit zahlreiche Arbeitsplätze gerettet wurden, verschwand der Versandhandelskonzern Quelle gänzlich vom Markt. Die Arcandor-Pleite traf auch zahlreiche Anleger, die im Frühjahr 2009 praktisch einen Totalverlust hinnehmen mussten.

5. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands