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Deshalb sollten Sie die 15%ige Bauabzugssteuer nicht unterschätzen

Die 15%igen Bauabzugssteuer soll dafür sorgen, dass bei einer Rechnung des Handwerkers der Staat zu seinen Steuern kommt.

Sie haften also mit 15% des Rechnungsbetrags, wenn Sie die neuen Vorschriften des Finanzamts – Gesetz zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe – nicht beachten. Eine Gefahr, die Sie ausschließen können: Machen Sie sich mit der Bauabzugssteuer vertraut.

Was bezweckt die 15%igen Bauabzugssteuer?

Offenbar gibt es zu viele schwarze Schafe in der Baubranche; sonst wäre es ausreichend gewesen, auf die steuerliche Zuverlässigkeit der Bauunternehmer zu vertrauen. Denn wenn Sie einen Handwerker beauftragen und keine Rechnung verlangen, muss der Handwerker seine Einnahmen trotzdem versteuern. Genau das war aber die Schwachstelle. „Ohne-Rechnung- Geschäfte“ wurden regelmäßig nicht versteuert. Wurde ein Handwerker auf der Baustelle erwischt, konnte er immer noch sagen, dass er seine Einkünfte in der Steuererklärung angeben wird.

Die Folge: Das Finanzamt konnte das Problem nicht zufrieden stellend lösen. Jetzt geht es einen anderen Weg. Als Auftraggeber müssen Sie nun – wie ein verlängerter Arm des Finanzamts – dafür sorgen, dass der Unternehmer steuerlich zuverlässig ist. Deshalb müssen Sie ihm 15% von der Rechnung abziehen und an das Finanzamt überweisen. Der Unternehmer kann sich das Geld später beim Finanzamt auf seine gesamte Steuerschuld anrechnen lassen. Das klingt einfach. Die Probleme liegen jedoch im Detail.

Das sind die bedeutenden Ausnahmen vom 15%igen Bauabzugssteuer

Es gibt klare Ausnahmen vom Steuerabzug. Nicht in jedem Fall verlangt das Finanzamt von Ihnen, dass Sie einen Steuerabzug vornehmen. Prüfen Sie deshalb, ob Sie von den folgenden Ausnahmen profitieren können. Sie müssen keinen Steuerabzug vornehmen, wenn

  • Sie nicht mehr als zwei Wohnungen vermieten
  • der Leistende eine Freistellungsbescheinigung vorlegt
  • die Freigrenze von 5.000 € beziehungsweise 15.000 € nicht überschritten wird.

Wichtig: Kein Steuerabzug bei maximal zwei vermieteten Wohnungen

Bei einer Vermietung von Wohnungen müssen Sie sich also grundsätzlich mit dem Steuerabzug nur befassen, wenn Sie mehr als zwei Wohnungen vermieten. Das bedeutet, alle Eigentümer, die nicht mehr als ein Zweifamilienhaus vermieten, bleiben bei Bauleistungen für diese Wohnungen von dem neuen Gesetz verschont.

Nach dem Gesetzeswortlaut dürfen zwei Wohnungen ohne Steuerabzug vermietet werden. Mithin gehört die eigene Wohnung nicht dazu. Die eigene Wohnung gehört ohnehin zu dem so genannten „nicht unternehmerischen“ Bereich, so dass Sie insoweit regelmäßig auf den Steuerabzug verzichten können.

Fazit: Wegen Bauabzugsteuer sind Freistellungsbescheinigungen zu beachten

Vermieter und Unternehmer sollten deshalb Freistellungsbescheinigungen immer kontrollieren. Sonst können sie Haftungsschuldner werden. Sie sollten wissen, wie eine gültige Bescheinigung auszusehen hat. Im Zweifel kann man sich die Richtigkeit durch Anfrage beim Bundeszentralamt für Steuern bestätigen lassen.

30. Mai 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".