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Die 20 reichsten Deutschen auf einen Blick

Es gibt mittlerweile über 135 Euro-Milliardäre aus Deutschland. Viele gehören Industriellenfamilien an, andere sind durch den Einzelhandel zu ihrem Vermögen gekommen. 20 kurze Portraits der Personen sollen Aufschluss über Herkunft, Erfolgsrezept und gegenwärtiges Vermögen geben.

Sämtliche angegebenen geschätzten Vermögen beruhen dabei auf Hochrechnungen aus Beteiligungen, Privatvermögen, Immobilieneigentum etc. Dies sind die 20 reichsten Deutschen (Stand: Juni 2016):

Platz 20: Günther Fielmann (Vermögen: 5,3 Mrd. US-$)

Wäre es nach Fielmann selbst und nicht nach seinem Vater gegangen, gäbe es das Fielmann-Imperium womöglich heute nicht. Günther Fielmann wollte eigentlich Fotograf werden, fing doch auf Wunsch des Vaters eine Optikerlehre an und öffnete 1972 in Cuxhaven sein erstes Geschäft. Durch den „Nulltarif“ (Kassenbrille ohne Zuzahlung) revolutionierte Fielmann den Brillenmarkt. Übrigens pflanzt Fielmann, seines Zeichens Naturschützer, jedes Jahr für jeden seiner Mitarbeiter einen Baum.

Platz 19: Aloys Wobben 5,4 Mrd. US-$)

Aloys Wobben ist Elektroingenieur und Unternehmer und gilt sowohl als Pionier im Bereich der Windenergie als auch als der reichste Niedersachse.

1984 gründete er in Aurich die Enercon GmbH, die heute als Hersteller von Windenergieanlagen weltweit agiert. 2012 schied Wobben aus dem aktiven Geschäftsleben aus, doch soll durch die Aloys-Wobben-Stiftung die langfristige Unabhängigkeit Enercons garantiert werden.

Platz 18: Heinrich Deichmann (6,1 Mrd. US-$)

Heinrich Deichmann wiederum führt das von seinem Großvater eröffnete und gleichnamige Schuhgeschäft. Definitiv erwähnenswert ist dabei, dass der Gründer, der 1940 im Alter von 52 Jahren gestorben ist, das Nazi-Regime kritisierte.

Platz 17: Wolfgang Marguerre (6,1 Mrd. US-$)

Wolfgang Marguerre ist sowohl Gründer als auch alleiniger Eigentümer sowie CEO der Octapharma AG, einem Pharmaunternehmen, das spezialisiert ist auf Arzneimittel, die auf humanen Proteinen basieren.

Darüber hinaus ist Marguerre auch für seine Spenden bekannt. So half er maßgeblich bei der Sanierung des Theaters Heidelberg, engagiert sich finanziell bei der Flüchtlingsarbeit, und spendete an das Universitätsklinikum Heidelberg.

Platz 16: Curt Engelhorn (6,2 Mrd. US-$)

Curt Engelhorn ist der Urenkel von Friedrich Engelhorn, des Gründers von BASF, sowie Engel von Friedrich Engelhorn, des Mitbegründers von C.F. Boehringer & Söhne. In letzteres Unternehmen trat er nach seinem Studium ein und brachte es binnen kürzester Zeit vom mittelständischen Unternehmen zum weltweit erfolgreichen Konzern.

Platz 15: Walter Droege (6,4 Mrd. US-$)

Walter Droege und seine Frau Hedda Brahm Droege gründeten 1988 die Droege International Group, die mittlerweile zu einem weltweit agierenden Beratungs- und Investmentunternehmen avanciert ist.

Rund 61.400 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen 2014, und erwirtschaftete im selben Jahr einen Umsatz von 8,4 Mrd. €. Walter Droege besitzt 78% des Unternehmens und agiert als CEO, während seine Frau als Vize und Eigentümerin der restlichen 28% auftritt.

Platz 14: August von Finck (7,6 Mrd. US-$)

Eher mit trübem Blick lässt sich das Vermögen der Bankiers-Familie betrachten. August von Finck gründete mit seiner noch heute tätigen Privatbank „Merck Finck & Co.“ ein Unternehmen, welches zur NS-Zeit zahlreiche jüdische Banken arisierte. Besitztümer und Vermögenswerte wurden überschrieben und den jüdischen Eigentümern weggenommen.

Platz 13: Dietmar Hopp (7,9 Mrd. US-$)

1972 gründeten die vier IBM-Kollegen Hasso Plattner, Claus Wellenreiter, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira und Dietmar Hopp das Softwareunternehmen Systemanalyse und Programmentwicklung, kurz SAP.

Der wohl bekannteste Mitgründer und Besitzer des Fussball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim belegt in unserem Ranking den 13. Platz.

Platz 12: Reinhold Würth (8,1 Mrd. US-$)

Reinhold Würth, seines Zeichens Gründer des Schrauben-Handelsunternehmens Würth, baute sein Unternehmen aus dem Vorbesitz seines verstorbenen Vaters auf und entwickelte es von einer regional ansässigen Handelsfirma zu einer international operierenden Gruppe. Damit sichert er sich Platz 12.

Platz 11: Udo & Harald Tschira (9,3 Mrd. US-$)

Klaus Tschira, ein im Vergleich zu Hasso Plattner und Dietmar Hopp eher unbekannter Mensch, gehörte ebenfalls zu den Gründern des Softwarekonzerns SAP und unterstützte als Mäzen und Förderer diverse Organisationen.

2015 verstarb Tschira im Alter von 74 Jahren und hinterließ sein Vermögen den beiden Söhnen Udo und Harald, die seine Geschäfte und insbesondere die Klaus Tschira Stiftung weiterführen.

Platz 10: Hasso Plattner (9,5 Mrd. US-$)

Die ewige Nummer Zwei der Popularität, wenn es um die SAP Gründer geht: Dennoch hat Hasso Plattner besser gewirtschaftet als seine Mitgründer und belegt daher Platz 10. Plattner ist immer noch mit SAP verknüpft, er ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und gilt in Deutschland als ein großer Förderer der Wissenschaft.

Platz 9: Klaus-Michael Kühne (10 Mrd. US-$)

Fußballvereine haben seit mehreren prominente deutsche Geldgeber. Klaus-Michael Kühne ist einer von Ihnen und unterstützt seinen Herzensclub, den Hamburger SV.

Als Mehrheitseigner und Verwaltungsratsmitglied des Logistikkonzerns Kühne + Nagel ist seit 1998 tätig. Bereits im Alter von 29 Jahren wurde er nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Vorstandsvorsitzender.

Platz 8: Johanna Quandt (13,9 Mrd. US-$)

Die Mutter der Platzierungen 5 und 6 war die dritte Ehefrau des Industriellen Herbert Quandt. Dieser wiederum erbte 1954 nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit seinem Bruder die Quandt Gruppe, welche an verschiedensten Unternehmen (u.a. BMW) beteiligt ist.

1990 teilte Johanna Quandt das Vermögen mit ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten. Es existiert eine Johanna-Quandt-Stiftung die sich für die Behandlung von krebskranken Kindern einsetzt.

Platz 7: Michael Otto & Familie (15,4 Mrd. US-$)

Michael Otto ist Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Vorstandschef der Otto Group. Das Versandhaus aus Hamburg zählt heute zum weltweit erfolgreichsten Konzern seiner Branche.

Wie so viele Menschen aus dieser Liste, geht der Großteil der Firmengeschichte auf seinen Vater, Werner Otto, zurück. 1971 stieg Michael Otto direkt als Vorstand im Bereich Einkauf Textil ins Unternehmen ein.

Platz 6: Stefan Quandt (15,6 Mrd. US-$)

Der Bruder von Susanne Klatten tritt nur selten öffentlich auf. Auch beansprucht er keine großen Positionen bei BMW, so wie Ferdinand Piëch dies bei VW tut. Sein Geltungsdrang ist nicht so ausgeprägt wie der anderer Großaktionäre. Quandt investiert in verschiedene Unternehmen von denen er sich wirtschaftliche Erfolge aber keine Wunder verspricht.

Platz 5: Dieter Schwarz (16,4 Mrd. US-$)

Dass sich mit Lebensmittelmärkten gutes Geld verdienen lässt, zeigte der Unternehmer und Lidl-Gründer Dieter Schwarz. Dessen Vater Josef Schwarz eröffnete 1973 den ersten Discountermarkt und bis zu seinem Tod 1977 gründete er 29 weitere Märkte.

Anschließend übernahm Dieter Schwarz die Kette und expandierte in ganz Deutschland. Erst 1988 wurden die Märkte international aufgebaut, heute gibt es Lidl-Märkte in fast allen Ländern Europas.

Platz 4: Georg Schaeffler (18,1 Mrd. US-$)

Die Schaeffler Gruppe befasst sich mit Maschinenbau und ist ein großer Automobilzulieferer. Nach dem Tod von Georg Schaeffler 1946 erhielt Sohn Georg F.W. Schaeffler 80% des Unternehmens und damit auch des Vermögens.

Platz 3: Susanne Klatten (18,5 Mrd. US-$)

Informationen über die Milliardärs-Geschichte der Familie Quandt findet man zu genüge. Doch ein Erpressungsversuch brachte die Familie ungewollt in die Öffentlichkeit. In den Jahren 2007 und 2008 wurde BMW Großaktionärin Susanne Klatten Opfer des Erpressers Sgarbi.

Als sprachgewandter und gutaussehender Mann wusste er offenbar genau, was Susanne Klatten fehlte und verführte sie zu einer Affäre, bei der er anschließend versuchte mit bloßstellenden Bildern Gelder zu erpressen. Klatten hingegen erstatte Anzeige und Sgarbi wurde verhaftet.

Platz 2: Theo Albrecht, jr. (20,3 Mrd. US-$)

Die Gebrüder Albrecht, Gründer des Lebensmitteldiscounters Aldi, stehen nach wie vor an der Spitze der Liste. 1945 übernahmen die Brüder das elterliche Lebensmittelgeschäft. 1961 trennten die Brüder die Kette in Nord (Theo) und Süd (Karl). Nach seinem Tod 2010 verwalten nun Sohn Theo Albrecht, jr. und seine Mutter sein Vermögen.

Platz 1: Beate Meister & Karl Albrecht, jr. (25,9 Mrd. US-$)

Wie beschrieben, lebten die Brüder von der Öffentlichkeit abgeschieden und recht bescheiden. Über die Brüder ist so gut wie nichts bekannt, da sie sich von der Öffentlichkeit total abgeschirmt haben. Das wohl schlimmste Erlebnis der Familie war die Entführung von Theo 1971.

Das Gesamtvermögen der beiden Brüder befindet sich in zwei nicht auflösbaren Stiftungen. Beate Meister und Karl Albrecht, jr. sind dabei die beiden Kinder von Karl Albrecht, sr. Sie führen unser Ranking an.

3. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.