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Die 3 Ebenen der gesetzlichen Erbfolge

Wer einen nahestehenden Menschen aus der Familie verliert, möchte sich nicht auch noch um das Erbe streiten. Mit einem Testament kann die Erbfolge vom Verstorbenen selbst geregelt werden, wobei er sich allerdings auch an gewisse Pflichtanteile halten muss.

Falls der Verstorbene kein Testament oder keinen Erbvertrag vorbereitet hatte, wird das Vermögen im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge innerhalb der Familie weitergegeben. Sie berücksichtigt in erster Linie den Ehepartner und nahestehende Verwandte und ist in 3 Ebenen unterteilt, die sich am Verwandtschaftsgrad orientieren.

1. Ordnung: So erben Ehepartner, Kinder und Enkelkinder

Herr Blumenthal ist verstorben. Sein Vermögen betrug 200.000 €, für das er weder ein Testament noch einen Erbvertrag hinterlassen hat. Das Paar lebt in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft und hat zwei Kinder.

Aufgrund der Zugewinngemeinschaft erhöht sich Marthas Pflichtanteil von einem Viertel des Vermögens um ein weiteres Viertel, sodass sie mit 100.000 € die Hälfte der 200.000 € erbt. Die Kinder erben die andere Hälfte des Vermögens, die sich auf 50.000 € pro Kind verteilt.

2. Ordnung: So erben Eltern, Geschwister und deren Kinder

Wäre Herr Blumenthal unverheiratet und hätte auch keine Kinder, dann kämen die Erben zweiter Ordnung zum Tragen:

Herbert hinterlässt seine Mutter und drei Brüder. In der Theorie wird der Nachlass auf beide Elternteile aufgeteilt, sodass die Mutter die Hälfte von Herberts Vermögen (100.000 €) erhält. Die andere Hälfte, die eigentlich der Vater erben würde, wird zu gleichen Teilen auf die drei Brüder aufgeteilt, sodass jeder rund 33.333 € erben würde. Würde Herberts Vater noch leben, würden die drei Brüder leer ausgehen, da die noch lebenden Eltern sie von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen (die ältere Generation hat Vorrang).

3. Ordnung: So erben Großeltern, Onkel und Tanten

Hat Herbert weder Frau noch Kinder, noch Geschwister oder Eltern mehr, dann erben die Verwandten dritter Ordnung. Dies können entweder seine Großeltern oder seine Onkels und Tanten sein. Seine Onkels und Tanten treten an die Stelle eines Großelternteils, wenn dieses bereits verstorben ist.

Was für das gesetzliche Erbrecht gilt

Solange ein Verwandter 1. Ordnung oder ein Ehepartner vorhanden sind, haben diese das Erbvorrecht. Fällt ein Erbberechtigter weg, kommen seine Kinder zum Zuge. Der zurückbleibende Ehepartner (eingetragene Lebensgemeinschaften zählen im Erbrecht wie eine Ehe) erbt im Rahmen der vom Gesetz üblicherweise vorgesehenen Zugewinngemeinschaft immer die Hälfte des Vermögens.

Nähere Verwandte schließen entferntere Verwandte in der Erbreihenfolge immer aus. Hat der Verstorbene keine Verwandten mehr erbt das Geld das Bundesland in dem der Verstorbene zuletzt gelebt hat. Wer sich dies nicht wünscht, sollte sich noch zu Lebzeiten Begünstigte überlegen, an die er das Geld per Testament vererbt.

21. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.