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Die 4 wichtigsten Gründe für Negativzinsen

Bisher galt, wer Geld spart wird mit Zinsen belohnt. Doch seit November 2014 ist dies anders. So teilte beispielsweise die Deutsche Skatbank in Altenburg mit, dass sie für Tagesgeldeinlagen ab 500.000 € Negativzinsen von – 0,25 % erhebt. Weitere Banken werden wahrscheinlich nachziehen.

Viele Anleger werden hierdurch für ihr Sparverhalten mit Strafzinsen belastet. Diese Negativzinsen führen letztendlich zu einer Kapitalvernichtung. Anleger sollten daher alternative Anlagemöglichkeiten nutzen. Um die Negativzinsen richtig beurteilen zu können muss man die Gründe erklären.

1. Schlechte Wirtschaftssituation

Zinssätze sind das Spiegelbild der Wirtschaftssituation. In einer boomenden Wirtschaft nehmen Unternehmen und Privatpersonen zunehmend Kredite auf. Die Folge sind steigende Zinsen. Umgekehrt sinken die Zinsen bei einer schwachen Wirtschaftssituation.

Weltweit, und insbesondere in der Europäischen Union, schwächelt die Wirtschaft. Das Wirtschaftswachstum ist sehr gering, vielfach sogar negativ. Unternehmen reduzieren ihre Investitionen. Auch Privatpersonen halten sich bei Kreditaufnahmen zurück.

2. Sinkende Inflation belastet die Wirtschaft

Die Inflation ist seit 2011 stetig gesunken. Die Inflationsrate beträgt mittlerweile nur noch 0,2 %. Sinkt sie unter 0 % spricht man von einer Deflation. Unternehmen tätigen bei einer Deflation keine Investitionen mehr, und Verbraucher reduzieren ihre Käufe. Die Wirtschaft wächst nicht mehr.

3. Reaktionen der staatlichen Zentralbanken

Die wichtigsten Notenbanken, die amerikanische Federal Reserve (FED) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben die Zinssätze stetig gesenkt. Unternehmen sollten günstigere Kredite aufnehmen können. Die Zinssätze der Notenbanken haben sich hierdurch der Nullgrenze genähert.

In Europa hat sich die Wirtschaftskrise weiter verstärkt. In den Ländern Griechenland, Spanien, Italien und Portugal hat sich die Lage drastisch verschlechtert. Mit den niedrigen Zinsen will die EZB den Unternehmen in diesen Ländern helfen.

Die Banken haben sich trotz sinkender Zinsen  mit der Kreditvergabe weiterhin zurückgehalten. Damit Einlagen der Banken bei der EZB unattraktiv werden, berechnet sie seit Ende 2014 Negativzinsen. Diese betragen derzeit – 0,2 %, Erhöhungen können folgen.

Droht eine Deflation, versucht die EZB durch Negativzinsen wieder eine positive Inflation zu erreichen. Eine Inflationsrate von 2 Prozent wird als optimal angesehen. Bei diesem Wert wächst die Wirtschaft wieder. Die niedrigen Zinsen sollen Sparer zu mehr Konsum führen.

4. Verhalten der Geschäftsbanken

Banken sind bestrebt durch ihre Geschäfte möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Die Einführung von Negativzinsen der EZB führt jedoch zu sinkenden Gewinnen. Um diesen Verlust auszugleichen, werden viele Banken die Spareinlagen mit Negativzinsen belasten.

An Unternehmen wurden die Negativzinsen sehr schnell weitergegeben. Deren Einlagen wurden kurz nach dem Beschluss der EZB mit negativen Zinsen belastet. Insbesondere Unternehmen mit hohen Geldreserven leiden hierunter.

Mit der Einführung negativer Zinsen tun viele Banken sich derzeit noch schwer. Spareinlagen werden für die Kreditvergabe benötigt. Negativzinsen dürften zu einem Rückgang der Spargelder führen. Aus Kostengründen ist jedoch mit einer negativen Verzinsung der Kundeneinlagen zu rechnen.

Die Auswirkungen für Anleger werden gewaltig sein. Einlagen auf Spar- und Tagesgeldkonten betragen in Deutschland ca. 2 Billionen €. Die Belastung mit Negativzinsen führt zu erheblichen Kapitalverlusten.

Was erwartet Anleger und was können sie tun

Die Erklärung der Negativzinsen zeigt, dass diese wohl solange berechnet werden, bis die Wirtschaft sich wieder erholt hat. Das wird ein langjähriger Prozess werden. Während der Zeit der Wirtschaftserholung dürften die negativen Zinsen langsam wieder in positive Zinssätze übergehen.

Während dieser Phase besteht die Gefahr, dass bald viele Bankkunden mit einer negativen Verzinsung ihrer Spargelder rechnen müssen. Die Banken leiden unter rückläufigen Erträgen. Um diese Situation zu verbessern, dürfte die Weitergabe der Negativzinsen zunehmen.

Tagesgelder bieten derzeit keine Alternative zu Spareinlagen. Die Verzinsung ist auch hier sehr gering, ebenso besteht die Gefahr der Belastung mit Negativzinsen. Die Anleger sind daher verunsichert und können zunehmend zur Bargeldhaltung neiden.

Um einer negativen Verzinsung und dem Verlustrisiko der Bargeldhaltung zu entgehen, sollten die Anleger alternative Anlageformen bevorzugen. Eine Geldanlage in Aktien oder Fondsanteile ist sehr sinnvoll. Diese bieten meistens eine wesentlich höhere Rendite.

22. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rudolf Schneider
Von: Rudolf Schneider. Über den Autor

Der gelernte Bankkaufmann beschäftigt sich seit über 30 Jahren eng mit dem Thema Banken, Börse und Finanzen und ist heute als Finanzberater tätig. Seine Leidenschaft gehört dem Thema Börse und dort speziell unterbewerteten Aktien.