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Die 5 teuersten Bauprojekte aller Zeiten

Zahlreiche Megaprojekte werden weltweit umgesetzt, einige sprengen den üblichen Kostenrahmen jedoch deutlich. Insbesondere ein Bauprojekt liegt mit einer Summe in unfassbarer Milliardenhöhe ganz vorne im Ranking.

5. Flughafen Kansai (11,6 Mrd. €)

Der japanische Verkehrsflughafen Kansai liegt wie eine Insel im Meer. Eine über 4 km lange Brücke trennt den Flughafen vom Festland, genauer gesagt von Osaka.

Der 1994 fertig gestellte Flughafen sollte neue Maßstäbe in der modernen Ingenieurskunst setzen. Die Baukosten sprengten auf jeden Fall alle Erwartungen: fast 12 Milliarden € verschlang das Mammutprojekt.

Die Ursache der hohen Baukosten ist schnell gefunden: Der Untergrund ist dermaßen instabil, dass aufwendige Stahlkonstruktionen als Stützgerüst notwendig sind, um den Flughafen vor dem Absinken zu bewahren. Fachleuten zufolge müsste das Absinken des Airports bald ein Ende haben, doch noch sinkt der Bau jedes Jahr um weitere 4,8 cm ins Meer zurück.

Dabei erscheint die Notwendigkeit des Flughafens Kansai rückblickend eher zweifelhaft: der Betrieb läuft immer noch nicht rentabel.

4. Eurotunnel (15 Mrd. €)

Mit 15 Mrd. € liegen die Kosten des Eurotunnels (auch Kanaltunnel genannt) doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Der 50 km lange Eisenbahntunnel verbindet die Insel Großbritannien mit dem europäischen Festland von Dover bis nach Calais (Frankreich), 38 km davon unterseeisch. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Bauversuchen konnte das viertteuerste Bauprojekt weltweit im Jahr 1994 vollendet werden.

Da die Baukosten nicht durch den laufenden Betrieb getilgt werden können, entstanden 1984 und 1985 sowohl in England als auch in Frankreich Aktiengesellschaften, die die Finanzierung des Tunnels als zukünftige Träger des Bauvorhabens übernehmen sollten. 1987 schlossen sich die beiden Gesellschaften zusammen, die Gewinne sollten 50/50 geteilt werden.

Die Gewinne blieben jedoch aus. Erst nach verschiedenen Umschuldungen und einer Neugründung konnten Kreditlasten getilgt werden, für das Jahr 2007 wurde erstmals ein Gewinn vermeldet. 2012 hatte sich der Gewinn schon verdreifacht.

3. Wasserkraftwerk Itaipú (15,5 Mrd. €)

Das gigantische Wasserkraftwerk Itaipú an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien liegt im Ranking der teuersten Bauprojekte zwar lediglich auf dem 3. Platz, im Vergleich zur Jahresenergieproduktion mit anderen Kraftwerken liegt Itaipú jedoch unangefochten auf Platz 1.

1974 wurde das Megaprojekt in Angriff genommen und bis 1982 fertiggestellt. Bis 1991 kamen noch 18 Turbinen hinzu. Seit 2007 sind nun alle 28 Turbinen im Einsatz und der Bau des Staudamms offiziell beendet.

Auch wenn es sich bei Itaipú um ein Wasserkraftwerk handelt und somit um eine sogenannte „saubere“ Energieerzeugung, wird der Bau aufgrund der Eingriffe in die Natur weiterhin kontrovers diskutiert. Der Produktion einer enormen Menge Energie stehen hier die Abholzung großer Flächen subtropischen Regenwaldes und die Vertreibung von ca. 40.000 Mitgliedern indigener Bevölkerungsgruppen gegenüber.

2. Drei Schluchten Talsperre (58 Mrd. €)

Die Drei Schluchten Talsperre in der Volksrepublik China konnte das Kraftwerk Itaipú 2006 vom 1. Platz als größtes Kraftwerk der Welt verdrängen. Mit 58 Mrd. € liegt das Wasserkraftwerk auch kostenmäßig auf den vorderen Plätzen. Eine Sondersteuer finanziert das Projekt.

Der Staudamm mit angeschlossenem Kraftwerk ist eines der umstrittensten Bauprojekte der letzten Jahre. Während die Befürworter den Hochwasserschutz und die Energieerzeugung als Gründe für den Bau anführen, argumentieren die Gegner des Kraftwerks mit soziokulturellen Gründen durch die Zwangsumsiedlung von etwa 2 Mio. Chinesen und der Flutung von 13 Städten und vielen Dörfern. Zudem ist eine maximale Stromerzeugung nur bei einem vollen Stausee möglich, für einen optimalen Hochwasserschutz muss der See jedoch fast leer sein.

Proteste bleiben jedoch weitgehend aus. Die Regierung in Peking verbot kurzerhand jede Demonstration oder Kundgebung.

1. Internationale Raumstation ISS (116 Mrd. €)

Nicht nur die USA und Russland, auch zahlreiche europäische Staaten sind an diesem Großprojekt einer bemannten Internationalen Raumstation (englisch: International Space Station, ISS) beteiligt. Eine Beteiligung Chinas scheiterte jedoch am Veto der USA, so dass die Volksrepublik nun eine eigene Raumstation plant.

Seit den 1980er Jahren befindet sich die ISS in Planung, 1998 wurde das erste Bauteil von Russland in den Weltraum gebracht und montiert, weitere Teile folgten. Somit ist die ISS sowohl das größte künstliche Objekt, dass die Erde umrundet als auch das teuerste Bauprojekt der Welt.

7. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.