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Die 5 wichtigsten Importprodukte Chinas

20 Jahre lang konnte China bombastische Wachstumszahlen vorweisen. Zweistellige Wachstumsraten waren an der Tagesordnung. Doch diese glorreichen Zeiten scheinen nun vorbei.

Die Gründe für niedrigere Wachstumsraten in China (von allerdings immer noch 7,7%!) sind auf die Reformbemühungen Chinas hin zur Marktwirtschaft zurückzuführen. Marktpreise und Wettbewerb bekommen mehr Gewicht, die staatliche Lenkung soll zurückgefahren werden. Wie schnell und umfassend diese Reformen jedoch auch umgesetzt werden, bleibt noch offen.

Das Ranking der Top 5 Importprodukte Chinas zeigt deutlich, welche Bedeutung insbesondere Rohstoffe und deren Verarbeitung in diesem Land besitzen. Der Exportweltmeister China benötigt Unmengen an Rohstoffen, um auch weiterhin in dieser Form wachsen, produzieren und exportieren zu können. Die relativ große Abhängigkeit von Öl lässt aufhorchen, ein anderer Rohstoff in der Liste hingegen könnte einige Anleger überraschen.

Platz 5: Autos (2,9%)

Autos finden sich nicht nur in China auf den vordersten Plätzen der Topimporte wieder. Viele Premiummarken werden von ausländischen Automobilherstellern produziert, somit muss eine Vielzahl dieser Autos importiert werden. 2,9% vom Gesamtimport bedeuten den 5. Platz im Ranking der Topimporte Chinas.

Platz 4: Gold (3,6%)

China ist zur Goldnation Nummer 1 geworden. Während sich Anleger aus den USA und Europa wieder den Kapitalmärkten zuwenden und sich von der Sicherheitswährung Gold verabschieden, boomt das Edelmetall auf dem chinesischen Markt.

Die Prognosen zum Kursverlauf des Edelmetalls könnten jedenfalls unterschiedlicher nicht sein: die meisten Analysten erwarten keinen großen Goldpreisanstieg und setzen auf steigende Realzinsen auf dem Kapitalmarkt. China scheint jedoch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis zu haben und setzt auf Gold.

Platz 3: Eisenerz (5,3%)

China zählt weltweit sowohl zu den größten Verbrauchern als auch Produzenten von Eisenerz. Nicht nur Eisenwerkzeuge oder Stahlerzeugnisse werden aus dem Rohstoff hergestellt, auch alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Eimer, Feuerzeuge und Scheren werden aus Eisenerz gefertigt.

Aufgrund der niedrigen Preise für Eisenerz stiegen die Importzahlen rasant. Die chinesische Stahlindustrie nutzte die Gunst der Stunde und füllte ihre Vorratsspeicher.

Platz 2: Integrierte Schaltungen (7,6%)

In der praktischen Elektronik werden Schaltungen benötigt. Um die verschiedenen Schaltungen nicht bei jeder Anwendung wieder neu aufbauen zu müssen, können sie in integrierte Schaltungen zusammengefasst werden. Dies ist z.B. hilfreich bei Mikrochips, die sogar mit mehreren Milliarden elektronischer Bauteile bestückt sein können.

Chinas riesige Elektronikindustrie benötigt Massen dieser Feinelektronik, die somit zu den Topimporten Chinas zählt.

Platz 1: Rohöl (14%)

Mit großem Abstand auf dem 1. Platz der 5 wichtigsten Importprodukte Chinas liegt Rohöl. Durch die ständige Ausweitung der Ölraffinerie-Kapazitäten ist der Rohölbedarf in China massiv gestiegen.

Zudem liegt der Ölverbrauch im Reich der Mitte höher als die Ölproduktion, so dass China nun zum größten Ölimporteur weltweit aufgestiegen ist. Mit 14% der gesamten Importe zeigt sich hier eine starke Abhängigkeit Chinas von seinen Zulieferern, insbesondere zu Russland.

Strukturelle Änderungen für mehr Wettbewerb

Wettbewerb und faire Marktpreise sowohl für in- als auch ausländischen Firmen haben in der bisherigen Wirtschaftspolitik Chinas kaum eine Rolle gespielt. Doch die Zeiten ändern sich: auch China erkennt die Chancen einer Marktwirtschaft und fährt die staatliche Lenkung langsam zurück.

Diese Kehrwende der chinesischen Wirtschaftspolitik wird auch den deutschen Mittelstand freuen, der massiv ins Reich der Mitte exportiert. Denn China bleibt trotz aller Differenzen und Benachteiligungen deutscher Firmen einer der wichtigsten Auslandsmärkte für Deutschland.

18. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.