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Die Aussagen der Umsatzrentabilität zur Unternehmensbewertung

Ist die Firma wettbewerbsfähig? Stimmen Preise und Kostenstruktur? Im richtigen Kontext lässt die Umsatzrentabilität verschiedene Aussagen zu.

Die Aussagen der Umsatzrentabilität zur Unternehmensbewertung

Mit der Umsatzrentabilität lassen sich verschiedene Aussagen treffen. Zentral ist zwar die Erkenntnis, wie profitabel ein Unternehmens im operativen Geschäft ist. Doch im Detail hängt die Bewertung von den jeweiligen Umständen ab.

Während die Kapitalrentabilität dem Anleger generell zeigt, ob sich sein Investment lohnt, gibt die Kennzahl Umsatzrentabilität genauere Aufschlüsse in Bezug auf das operative Geschäft.

Kennzahl Umsatzrentabilität: Wie viel jeder umgesetzte Euro bringt

Hier geht es um das Wie und Warum. Also: Wie viel konnte mit welchem Umsatz verdient werden? Stimmen die Preise? Funktioniert der Absatz? Ist der Materialaufwand zu hoch Besonders bei Handelsunternehmen ist die Aussagekraft der Umsatzrentabilität höher als die reine Kapitalrendite.

Aussage der Umsatzrentabilität: Was jeder umgesetzte Euro bringt

Zunächst ist die Umsatzrentabilität – man spricht auch von Umsatzrendite oder Margen – das Ergebnis der Beziehung zwischen Ertrag und Umsatz. Also: Wie viel hat das Unternehmen in Bezug auf den erreichten Umsatz verdient?

Wenn zum Beispiel im Laden Waren im Wert von 100 € verkauft werden und davon 3 € Gewinn beim Unternehmer bleiben, so beträgt die Umsatzrentabilität 3%. Hierbei geht es um den Ertrag vor Steuern und Zinsen, der sich der besseren Vergleichbarkeit wegen am besten eignet: Die EBIT-Marge.

Formel  

Umsatzrendite berechnen

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Diese Formel zeigt die Berechnung der Umsatzrendite ohne Zinsaufwand an.
$$\bo\text"Umsatzrendite" = ( \text"Gewinn" / \text"Umsatz"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Umsatzrentabilität im Branchenvergleich

Dieser Wert mag recht gering erscheinen. Doch ist immer der Branchenvergleich wichtig. Pharmaunternehmen haben eher hohe Umsatzrenditen um die 20%. Im Handel dagegen ist eine Umsatzrendite von 3% durchaus üblich.

Allein schon hieran zeigt sich, dass die Aussage „je höher die Umsatzrentabilität, desto besser“ nicht pauschal anzuwenden ist. Grundsätzlich kann die Umsatzrentabilität durchaus eine Aussage über die Effizienz im Absatz machen. Ist sie beispielsweise im Vorjahresvergleich gesunken, so stellt sich natürlich die Frage nach Optimierungen im Unternehmen.

So könnten schlicht die Preise zu niedrig sein. Andererseits können Preiserhöhungen bei der Kundschaft derart schlecht ankommen, dass der Umsatz spürbar einbricht. Hohe Umsätze stärken normalerweise die Marktposition. Doch sie allein sagen wenig aus.

Aussagen der Umsatzrentabilität: Keine isolierte Betrachtung

Und damit sind wir beim zweiten wichtigen Aspekt. Die Umsatzrendite kann nicht isoliert betrachtet werden. Mitentscheidend ist der Kapitalumschlag. Also: Wie häufig fließen die Umsatzerlöse zurück? Gerade bei großen Handelsketten und Discountern ist entscheidend, dass sich die Ware schnell „dreht“.

Durch den schnellen Massenverkauf können auch wettbewerbsbedingt niedrige Preisspannen und Umsatzrenditen ausgeglichen werden. Das Gegenstück ist der Verkauf von teureren Premiumprodukten. Die verkaufen sich nicht so schnell, haben aber einen größeren Abstand zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Der Kapitalumschlag ist zwar geringer, doch die Umsatzrentabilität stimmt.

Aussagen der Umsatzrentabilität für die Kapitalrentabilität

Diese Erkenntnis führt zur zentralen Aussage: Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag sind letztlich Teil bei der Ermittlung der Kapitalrentabilität und haben wesentlichen Einfluss auf sie.

Hier zeigt sich das Wechselspiel: Ein niedrigere Umsatzrentabilität kann durch den Kapitalumschlag, und der Kapitalumschlag kann durch eine höhere Umsatzrentabilität ausgeglichen werden.

Man könnte den Umsatz aber auch durch den Kapitaleinsatz beeinflussen. Wird der Kapitaleinsatz verringert, so erhöht dies zwar die Rendite. Die Gefahr ist jedoch, dass unter Umständen dringende Investitionen ausbleiben.

Bei der produzierenden Industrie kann eine hohe Umsatzrentabilität aber auch eine andere Aussage machen: Wenn der Kapitalumschlag gestiegen ist, haben sich vermutlich die Fixkosten auf mehr verkaufte Produkte verteilt. Wenn diese pro Stück (Stückkosten) gesunken sind, hat sich die Marge eben erhöht. Und dies deutet auf eine verbesserte Kostenstruktur hin.

10. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.