Die Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel wird Auswirkungen haben, die noch niemand absehen kann. Deswegen heißt es: Handeln.

Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung der UNO- Studie zum Klimawandel kommt Bewegung in den politischen Prozess.

Auf dem EU-Gipfel im März wurde unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Aktionsplan für die Europäische Union verabschiedet:

CO 2-Emissionen: Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen europaweit um mindestens 20% gegenüber dem Referenzniveau von 1990 zurückgehen. Deutschland strebt für den gleichen Zeitraum sogar eine Reduzierung um 30% an.

Die aktuell schon bestehende Regelung durch das Kyoto-Protokoll sieht eine Reduzierung zwischen 2008 und 2012 um 8% vor. Aktuell bringt es die EU jedoch erst auf eine Reduzierung von 1,2%. In Deutschland ist das Ziel von 21% mit einer aktuellen Reduzierung von 19% schon fast abgearbeitet.

Erneuerbare Energien: Der Einsatz erneuerbarer Energieträger soll bis 2020 auf 20% ausgebaut werden. Dies betrifft die 3 Bereiche Strom, Wärme/Heizung und Kraftstoffe. Für Deutschland wird es wohl hauptsächlich beim Strom mög-

lich sein, dieses Ziel umzusetzen. In den beiden anderen Bereichen ist die Öl- bzw. Gasabhängigkeit zu groß. 2006 lag der Anteil erneuerbarer Energien in der EU bei 6,5%, in Deutschland bei 5,3%. Davon werden vor allem die Anbieter von Solarenergie und Windkraftanlagen profitieren.

Energieeffizienz: In diesem Bereich ist jeder einzelne Bürger gefragt, sein Nutzungsverhalten zu verändern: Dabei geht es um den Verzicht auf Strom fressende „Stand-by“- Schaltungen oder den Ersatz von Glühbirnen durch Energiesparlampen.

Ein Vorreiter in diesem Sektor ist Australien. Dort wird der Verkauf von Glühbirnen innerhalb der nächsten 5 Jahre verboten. Unternehmen, die sich in diesem Bereich frühzeitig positionieren, gehört die Zukunft.

Im größeren Maßstab gehören zur Energieeffizienz auch der Einsatz von Sprit sparenden Motoren, effiziente Gebäudesanierung mit Wärmedämmung oder der Einsatz von Solarenergie. Experten gehen davon aus, die Effizienz um bis zu 20% zu verbessern. Welche Autohersteller zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen, lesen Sie ab Seite 9.

Emissionshandel: Der schon bestehende CO 2-Zertifikate- Handel soll durch eine restriktivere Genehmigung von Zertifikaten für die Industrie- und Kraftwerksbesitzer effizienter gestaltet werden. Zusätzlich gibt es Planungen, den Flugverkehr mit in den Emissionshandel einzubeziehen.

Diese Maßnahmen sind nur der Anfang. Weitere Schritte werden folgen.

Ökonomische Auswirkungen des Klimawandels

Dass der Klimawandel weitreichende ökonomische Folgen haben wird, steht außer Frage. Sollten die mittleren Schätzungen zum Temperaturanstieg zutreffen, dann ist bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg zwischen 2 und 3,5 C zu rechnen.

Dies wird einen direkten Einfluss auf den Ablauf der Jahreszeiten haben. Einen Vorgeschmack darauf haben wir schon im vergangenen Winter erhalten, der bei genauerer Betrachtung in großen Teilen Deutschlands fast völlig ausgefallen ist.

Die weltweiten Gletscher werden massiv schrumpfen, gleichzeitig werden die Permafrostböden langsam aber sicher auftauen.

Der Meeresspiegel wird nach aktuellen Berechnungen um rund 1 Meter steigen. Allgemein wird es vermehrt zu heftigen Wetterereignissen wie Hurrikans oder auch Winterstürmen bei uns kommen.

Das Risiko von Trockenperioden wird zunehmen und die Intensität von Hitzewellen wird sich erhöhen. Für die Tier- und Pflanzenwelt bedeutet das: bestimmte Arten werden in ihren Populationsgrößen zurückgehen oder sogar völlig verschwinden.

Über 4. Bio. € Schaden durch Klimaänderung 

Die finanziellen Auswirkungen sind weitaus schwieriger zu fassen. Bislang wird diese Rechnung zumeist so aufgemacht:

Die Kosten des Klimawandels werden als Verringerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verstanden. Würde es den Klimawandel also nicht geben, läge die wirtschaftliche Leistung der verschiedenen Volkswirtschaften höher.

Sehr viel Wirbel hat der Stern-Report im Herbst 2006 ausgelöst. Im Vergleich zu den anderen Studien liegt die Temperaturschätzung mit bis zu +6 C am höchsten. Dementsprechend heftig sieht der Wissenschaftler die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Die Studie beziffert die möglichen Kosten des Klimawandels bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf bis zu 4,4 Bio. € – falls die internationale Staatengemeinschaft sofort mit Gegenmaßnahmen beginnt.

Ansonsten wird die Bilanz noch viel katastrophaler ausfallen. Eines ist also klar: Es muss etwas getan werden. Wer frühzeitig auf die Gewinner des Klimawandels setzt, kann eine Menge Geld verdienen.

 
 
Tags:  
Bildquelle: dkimages - Fotolia