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Die Bedingungen des Vollkommenen Marktes

Der Vollkommene Markt bezeichnet ein idealtypisches Erklärungsmodell, das in der Wirtschaftswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre eingesetzt wird.

Es dient dazu, grundlegende Abläufe und Gesetzmäßigkeiten zu veranschaulichen und zu erläutern, die so in einer idealen Marktsituation auftreten würden.

Der Vollkommene Markt als theoretisches Modell

Um es also direkt ganz deutlich zu sagen: Der Vollkommene Markt existiert nicht. Grund hierfür ist nicht zuletzt auch, dass er spezielle Bedingungen aufweisen muss, die in der Realität einfach niemals vorkommen.

Als idealtypischeres Modell dient es aber zum Beispiel im Studium der Wirtschaftswissenschaft als Erklärungshilfe.

Mehr zum Thema: Der vollkommene Markt: Ein Überblick

Der Vollkommene Markt vereinfacht also die Realität des echten Marktes (Unvollkommener Markt) und stellt somit die Regel- und Gesetzmäßigkeiten in den Vordergrund.

Auch wenn es im Alltag zu etlichen Abweichungen von den Bedingungen des Vollkommendes Marktes kommt, können diese immerhin als Abweichungen erkannt und dementsprechend erklärt werden.

Bedingungen des Vollkommenen Marktes

Damit dieses Modell auch wirklich zur Veranschaulichung und Erklärung von wirtschaftlichen Prinzipien genutzt werden kann, muss es über eine ganze Reihe von Bedingungen verfügen.

Diese Bedingungen werden für den Vollkommenen Markt schlichtweg theoretisch angenommen, genauso wie auch in der Mathematik oftmals Probleme auf hypothetischer Ebene besprochen und gelöst werden.

Eine erste Bedingung ist die so genannte „Homogenität der Güter“. Darunter wird verstanden, dass sich alle angebotenen Waren in Aussehen, Verpackung und Qualität gleichen.

Schon daran erkennt man, warum der Vollkommene Markt eine theoretische Annahme ist, denn solche Warengleichheit wird es niemals geben, denn sie widerspricht wiederum selbst dem Prinzip des Wettbewerbs.

Innerhalb des Modells dient die Homogenität der Güter jedoch dazu sicherzustellen, dass nicht zum Beispiel gutes oder schlechtes Marketing den Einfluss von Angebot und Nachfrage beeinflusst.

Weitere Bedingungen des Vollkommenen Marktes

Zu den weiteren Bedingungen des Vollkommenen Marktes gehört die vollständige Markttransparenz sowie die ‚Unendlich schnelle Reaktion‘.

Die komplette Markttransparenz stellt sicher, dass alle Kunden zu jeder Zeit über alle angebotenen Güter Bescheid wissen und ebenfalls alle Preisinformationen besitzen. Dies gewährleistet ebenfalls, dass ausschließlich Preisunterschiede bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen und nicht etwa aus Unwissenheit vernachlässigt werden.

Mehr zum Thema: Marktformen am Beispiel vollkommener Markt

Als ‚unendlich schnelle Reaktion‘ versteht man, dass alle Marktteilnehmer sofort und unverzüglich auf Änderungen des Marktes reagieren können.

Zeit und Raum spielen dabei – anders als in der Realität – also keine Rolle und alle Kunden erfahren zum Beispiel zeitgleich von Preisänderungen.

Die letzte und ebenfalls essentielle Bedingung für einen Vollkommenen Markt lautet, dass sich alle Kunden ausschließlich durch rationales Vergleichen der Preise entscheiden und letztlich immer das günstigste Angebot wählen.

Persönliche Vorlieben und Abneigungen gegen bestimmte Marken oder Anbieter, räumliche Distanzen oder zeitliche Vorteile dürfen also keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung haben.

Daher werden sie in diesem Modell herausgefiltert.

Für Anleger sind die Kenntnisse um den Vollkommenden Markt in erster Linie dann interessant, wenn es darum geht, Grundlagen der Marktwirtschaft nocheinmal genau zu vergegenwärtigen.

10. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.