MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Die besten Dividenden-Strategien der Börsen-Pioniere

Die Grundidee der mechanischen Dividendenstrategie stammt von Benjamin Graham, dem Ur-Vater aller Value-Investoren. Graham riet 1949 in seinem Buch „The Intelligent Investor“ den Anlegern, in die 10 Dow-Jones-Werte mit dem niedrigsten KGV zu investieren und die Aktien erst nach Ablauf von 1 bis 5 Jahren zu veräußern.

Der Vorteil einer Investition in Dow-Jones-Werte ist, dass sie nebenbei hohe und sichere Dividendenzahlungen abwerfen. Graham wies statistisch nach, dass seine Methode die Rendite-Entwicklung des Dow Jones deutlich übertraf. Michael O’Higgins griff die Dow-Strategie von Graham auf und verfeinerte sie.

In seinem Buch „Beating the Dow“ riet er 1991 den Anlegern, aus den 10 Dow-Jones-Werten mit der höchsten Dividendenrendite die 5 Aktien mit den optisch niedrigsten Kursen zu bestimmen und dann ihr Geld in gleich hohen Teilbeträgen in diese 5 Aktien exakt 1 Jahr lang anzulegen. Nach Ablauf von 1 Jahr wird das Prozedere wiederholt.

Wie zuvor Graham konnte auch Michael O’Higgins die Überlegenheit seiner Strategie gegenüber der Renditeentwicklung des Dow Jones statistisch nachweisen. Die O’Higgins-Strategie ist auch in Deutschland mit großem Erfolg getestet worden. Der DAX trat an die Stelle des Dow Jones als Auswahlindex.Beide Indizes bestehen aus 30 Substanzwerten.

Robert Sheard ging 1998 in seinem Buch „The Unemotional Investor“ noch einen Schritt weiter und prüfte auf der Grundlage der Dow-Jones-Strategie von Michael O’Higgins weitere Dividendenstrategien mit dem Ziel, die erzielbare Rendite zu verbessern.

Benjamin Grahams Dow-Jones-Strategie

Benjamin Graham legte 1934 mit seinem Buch „Security Analysis“ den Grundstein für die fundamentale Analyse von Wertpapieren. Das Werk liefert auch heute noch viele wertvolle Einblicke für professionelle Investoren und Analysten. Im Jahr 1949 schrieb Graham das Buch „The Intelligent Investor“. Dort diskutiert er sichere und renditeträchtige Strategien speziell für Privatinvestoren.

Warren Buffett schreibt in der neuen Auflage das Vorwort zu diesem Buch. Dort gibt er dem Privatinvestor den folgenden wichtigen Ratschlag: „Ihre Aufgabe ist es, Ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten.“ Emotionen wie Angst und Gier führen zu unterdurchschnittlichen Anlageergebnissen. Das hat Graham bereits früh erkannt.

Deshalb riet er den Privatanlegern mitunter zu mechanischen Anlagestrategien. Bei einer mechanischen Anlagestrategie gibt es feste Anlageregeln, die der Privatanleger „blind“ umsetzen muss. Der Privatanleger verfügt demnach über keinerlei Ermessensspielräume. Eine sehr erfolgreiche mechanische Anlagestrategie ist die Dow-Dividendenstrategie, die 1991 von Michael O’Higgins popularisiert wurde.

Es war aber Benjamin Graham, der hierfür die geistigen Grundlagen schuf. Graham hatte beobachtet, dass der Aktienmarkt populäre und „modische“ Aktien überbewertet und unpopuläre Aktien systematisch unterbewertet. Dabei legte er sein Augenmerk besonders auf die großen Substanzwerte im Dow Jones. Er schreibt in seinem Buch für Privatanleger „The Intelligent Investor“:

„Wichtig bei dieser Anlagestrategie ist, dass man sich ausschließlich auf die sehr großen Gesellschaften konzentriert. […] Kleinere Gesellschaften erholen sich nach aller Erfahrung kursmäßig nicht so schnell wie die großen. Hinzu kommt, dass die kleineren Gesellschaften untergehen können, während die größeren Unternehmen sich im Normalfall schnell wieder erholen.“

Graham konzentrierte sich auf die großen Substanzwerte im Dow Jones, weil diese Aktien über eine hohe fundamentale Sicherheit verfügen und prinzipiell eine hohe und sichere Dividende abwerfen. Er riet dann den Anlegern, aus den 30 Dow-Jones-Werten die 6 bis 10 Werte mit dem niedrigsten KGV auszuwählen.Bei Dow-Jones-Werten kann der Anleger neben den Kursgewinnen zudem auch hohe Dividendenerträge vereinnahmen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Michael O’Higgins Low-5-Strategie

Michael O’Higgins verfeinerte 1991 die Dow-Dividendenstrategie von Graham. Er sortierte die 10 Dow-Jones-Werte mit der höchsten Dividendenrendite nach dem optisch niedrigsten Börsenkurs. Daraus wählte er die 5 Dow-Jones-Aktien mit dem optisch niedrigsten Kurs. Der Grund: O’Higgins hatte beobachtet, dass Aktien mit einem niedrigen Börsenkurs eine höhere Kursvolatilität aufweisen.

Michael O’Higgins wählte den 31.12. eines Jahres als festen Bezugspunkt aus, um empirische Tests durchzuführen. Sie können natürlich auch einen anderen Zeitpunkt wählen und dann nach der O’Higgins-Strategie vorgehen. Die Dividendenrendite einer Aktie lässt sich nach der Formel „Jahresdividende pro Aktie dividiert durch den aktuellen Aktienkurs“ problemlos selbst ermitteln – aufgrund der Ergebnisse können Sie dann ein Depot nach der O’Higgins-Strategie auflegen.

Beating the DAX

Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Dow-Dividendenstrategie auf diversen Aktienmärkten weltweit getestet und kam zu dem Ergebnis, dass die Strategie von Michael O’Higgins in Europa nur in Deutschland hervorragende Ergebnisse liefert. Das ist besonders für Anleger, die in DAX-Unternehmen investieren wollen, interessant.

Zusammenfassung der O’Higgins-Strategie

  • Wählen Sie die 10 Aktien aus dem DAX- oder Dow-Jones-Index mit der höchsten Dividendenrendite.
  • Wählen Sie daraus die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs.
  • Investieren Sie in alle 5 Aktien den gleichen Geldbetrag.
  • Warten Sie 12 Monate und schichten Sie dann Ihr Depot entsprechend wieder um.
  • Die O’Higgins-Strategie ist einfach, sicher und führt zu (Über-)Renditen.
  • Beachten Sie: Es handelt sich um eine langfristige Strategie. Vergangene Erfolge sind keine Garantie für die Zukunft.

Robert Sheard Low-4-Strategie

Nach der Veröffentlichung der Low-5-Strategie im Jahr 1991 im Buch „Beating the Dow“ gab es zahlreiche Versuche, die O’Higgins-Strategie zu modifizieren, um damit eine noch höhere Rendite zu erzielen. Robert Sheard gelang dies eindrucksvoll.

Der Grundgedanke von Robert Sheard war simpel: Er führte in der Low-5-Strategie Gewichtungen ein. Er nahm die 5 mittels der O’Higgins-Strategie ermittelten Aktien nicht 1:1 in sein Depot auf, sondern gewichtete sie derart, dass er den ihm zur Verfügung stehenden Geldbetrag ungleich auf die Aktien verteilte.

Der Grund: Robert Sheard hatte beobachtet, dass die Aktien im Low-5-Depot sich völlig uneinheitlich entwickeln. Er ging deshalb dazu über, diejenigen Aktien im Low-5-Depot geringer zu gewichten, die systematisch und dauerhaft eine geringere Kursperformance aufwiesen.

Das Ausgangsdepot von Robert Sheard ist das Low-5-Depot gemäß der O’Higgins-Strategie, d. h. die 5 aus den 10 dividendenträchtigsten Dow-Aktien, die den optisch niedrigsten Aktienkurs aufweisen. O’Higgins hatte bereits die Beobachtung gemacht, dass sich die Dow-Aktie mit dem niedrigsten Kurs aus dem Low-5-Depot sehr schlecht entwickelt.

Er äußerte die Vermutung, dass das Unternehmen in einer fundamental sehr schwierigen Lage stecken müsse. Die Aktie des Unternehmens brauche somit länger als 1 Jahr, um sich wieder zu erholen. Im Gegensatz dazu legte die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs erstaunlich gut zu.

Robert Sheard nahm diesen Gedanken auf und entfernte die Aktie mit dem optisch niedrigsten Aktienkurs vollständig aus dem Depot. Dafür wurde die Aktie mit dem zweitniedrigsten Aktienkurs doppelt gewichtet. Die Strategie wurde über 25 Jahre getestet und brachte eine Durchschnittsrendite von fast 23%.

Schlussbemerkungen

Michael O’Higgins hat auf der Grundlage der antizyklischen Dow-Strategie von Benjamin Graham eine simple Strategie entwickelt, mit der Sie einfach und mit minimalem Research-Aufwand hohe (Über-)Renditen erzielen können. Mit den mechanischen Dividendenstrategien lassen sich die Leitindizes Dow Jones und DAX nachhaltig und systematisch schlagen.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie mit dieser Strategie in bestimmten Jahren keine Verluste machen können. Zum Vergleich: Auf der Basis von offiziellen Micropal-Daten lässt sich verdeutlichen, dass in einer 10-Jahres-Betrachtung nur 14% von 57 weltweit anlegenden Fonds besser waren als ihr Index, von 44 Europa-Fonds schlugen nur 11% ihre Benchmark, d. h. 89% schnitten schlechter ab!

Sie können also mit einer einfachen Strategie sowohl den Markt als auch die meisten Portfoliomanager abhängen! Das ist der wahre Grund für die große Beliebtheit der O’Higgins-Strategie. Voraussetzungen für den Erfolg sind Geduld und Disziplin des Anlegers, um seine Emotionen (Angst und Gier) unter Kontrolle zu halten.

Die Modifikationen von Robert Sheard führen zu einer höheren Rendite, bergen aber zugleich auch höhere Risiken. Nichtsdestotrotz machen die Strategien deutlich, dass der breite Markt zu schlagen ist. Steuern und Transaktionskosten haben wir bei unseren Berechnungen nicht mit einbezogen.

Transaktionskosten sind aufgrund der geringen Transaktionshäufigkeit, die mit dieser Strategie verbunden ist, und aufgrund der niedrigen Gebühren bei Discount-Brokern vernachlässigbar. Ab dem 01.01.2009 gilt in Deutschland die Abgeltungsteuer. Kursgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften, die beim Kauf und Verkauf von Aktien anfallen, werden pauschal versteuert.

Dividenden aus Aktien sind in Deutschland als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern; dies gilt auch für ausländische Dividenden. Für schweizerische Anleger sind realisierte Kapitalgewinne steuerfrei. Aber Achtung: In der Schweiz werden gewerbsmäßige Kapitalgewinne von Privatpersonen prinzipiell versteuert. Die Einschätzung ist Ermessenssache der kommunalen (bzw. kantonalen) Steuerbehörden.

11. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.