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Die Deflation 1931 und ihre massiven Folgen

Regelmäßige Leser kennen das schon: Von Zeit zu Zeit schaue ich gerne einmal zurück.

Meiner Einschätzung nach sind eben viele Dinge, die heute passieren sehr viel besser zu verstehen, wenn man einige historische Kenntnisse hat.

Doch gerade die Kenntnis von Wirtschafts-Krisen spielt in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle – völlig zu Unrecht, wie ich finde.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg

Das gilt sehr stark für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg – diese war v. a. aus wirtschaftlicher Sicht äußerst spannend.

So war nach dem Ersten Weltkrieg eine massive Verschuldung Deutschlands in den USA aufgebaut worden.

Dabei nahmen die Banken kurzfristige Kredite in Amerika, um das Geld langfristig zu verleihen.


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Wenn der Rückzahlungstag kam, wurden neue – wieder kurzfristige – Kredite genommen. Ab 1927 kam es zu ersten Krisen-Erscheinungen.

Der Zahlungsmittel-Umlauf ging stetig zurück, es folgten Konkurse, verbunden mit wachsender Arbeitslosigkeit.

Im Jahr 1930 erreichte die ausländische Verschuldung mit 22 Mrd. Mark einen Höhepunkt. Davon waren die Hälfte kurzfristige Schulden.

Richtig bedrohlich wurde die Situation jedoch erst nach dem Börsencrash von 1929 an der Wall Street.

Von den USA aus breitete sich die Deflation international aus

In der Krise wurden die Kredite zunehmend zurückgezogen und deutsches Währungs-Gold floss nach Amerika.

Der Zusammenbruch der Österreichischen Kreditanstalt am 11. Mai 1931 verursachte eine weltweite Angst um Kapitalanlagen in Deutschland.

Die Folge war eine Kapitalflucht und innerhalb weniger Wochen büßte die Reichsbank Gold und Devisen im Wert von 2 Mrd. Reichsmark ein.

Ab Juli 1931 zog sich das Geldkapital vom Markt massiv zurück, da ausländische und deutsche Kunden ihr Geld von den Bankkonten abhoben.

Durch den Goldstandard war die Notenbank dazu verpflichtet, 1/3 des ausgegebenen Geldes als Gold-Deckung zu deponieren.

Da innerhalb der Krise Gold aus Deutschland abgezogen wurde, musste die Reichsbank die 3-fache Menge an Geld einziehen, um die Deckung aufrechtzuerhalten.

So breitete sich über den Goldstandard die Krise in Amerika auf die ganze Welt aus, da die meisten Länder ihre Währung an das Edelmetall gekoppelt hatten.

Durch diesen Effekt wurde einerseits die Deflation durch den Einzug des Tauschmittels Geld immer weiter verschärft und zum anderen konnte die Notenbank keine eigenständige Politik betreiben, um die Krise zu bewältigen.

Fazit: Ein nuer Goldstandard ist nicht die Lösung

Allein schon an dieser Entwicklung sehen Sie, wie realitätsfern heutige Forderungen nach einem neuen Goldstandard sind. Ein solches Prinzip wäre heute von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

Gleichwohl hat die große Deflation ab 1931 klar gezeigt: Eine massive Krise kann eben v. a. durch die Deflation ausgehen. Das wird heute in Deutschland leider immer wieder vergessen.

15. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.