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Wirtschaftskrise: Die Deflation in der Weimarer Republik

Am Beispiel der Weimarer Republik lässt sich gut erkennen, welche Auswirkungen finanzpolitische Entscheidungen haben können.

Innerhalb von zehn Jahren kam es zunächst zu einer Hyperinflation und darauf zu einer ausgeprägten Deflation.

Schon zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 setzte im Deutschen Reich eine Inflation ein, die sich vor allem in den Jahren 1922 und 1923 zu einer Hyperinflation entwickelte.

Die Hyperinflation wurde mit einer Währungsreform und damit der Einführung der Rentenmark beendet.

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise begann, wurde die Weimarer Republik davon härter getroffen als andere europäische Staaten.

Bis zum Ende der Weimarer Republik im Jahr 1933 hatte sie unter einer Deflation zu leiden.

Neben der Weltwirtschaftskrise gilt vor allem die damalige Deflationspolitik als Ursache und Verstärker der Deflation. Die Gründe dieser Politik sind bis heute umstritten.

Wirtschaftskrise: Wie es zu der Deflation in der Weimarer Republik kam

Nach dem Ersten Weltkrieg war es im Deutschen Reich zu einer Hyperinflation und bald darauf zu einer Währungsreform gekommen. Die deutsche Wirtschaft konnte sich infolgedessen erholen und der allgemeine Lebensstandard stieg an.

Dann folgte jedoch die Weltwirtschaftskrise, von der auch die Weimarer Republik stark betroffen war. Neben der Krise waren auch die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ein großes Problem.

Zudem hatte das Ausland das Deutsche Reich mit vielen kurz- und mittelfristigen Krediten versorgt, deren Rückzahlung im Zuge der Krise gefordert wurde.

Es bestand die Notwendigkeit, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Um dies zu erreichen, wurden umfassende Verordnungen erlassen, welche die Deflation einleiteten.

Mehr dazu: Die Weltwitschaftskrise der Dreißiger: Was wir lernen können

Die Haushaltspolitik als Deflations-Auslöser

Heinrich Brüning war von 1930 bis 1932 Reichskanzler und für zahlreiche Sparmaßnahmen verantwortlich.

So wurden beispielsweise neue Steuern erhoben und die vorhandenen Steuern erhöht, um die Einnahmen des Staates zu steigern.

Zeitgleich bewirkte er das Sinken der Löhne und Gehälter und sparte deutlich bei den Staatsausgaben ein. Die Reichsbank verteuerte die Kredite und das in Umlauf befindliche Bargeld wurde um 30% verringert.

Durch diese Maßnahmen wurde dem Wirtschaftskreislauf das Geld entzogen, die Absatzzahlen und daraufhin die Produktion brachen ein. Das allgemeine Preisniveau sank – die Deflation der Weimarer Republik war da.

Die Wirtschaft versuchte ihrerseits die Kosten zu senken und es kam zu Massenentlassungen. Bis zum Ende der Weimarer Republik stieg die Arbeitslosenzahl auf rund sechs Millionen an.

Es setzte der bekannte Teufelskreis der Deflationsspirale ein: Die Kaufkraft sank, dadurch sanken die Umsätze der Unternehmen weiter, es kam zu erneuten Entlassungen, was sich wiederum negativ auf die Kaufkraft auswirkte.

Verstärkend kam hinzu, dass selbst Menschen mit einer gewissen Kaufkraft vielfach auf Investitionen verzichteten. Schließlich war mit weiter sinkenden Preisen zu rechnen.

Wirtschaftskrise: Gründe und Folgen der Deflationspolitik in der Nachbetrachtung

Auch heute gibt es verschiedene Ansichten zu den Beweggründen der damaligen Deflationspolitik.

Auf der einen Seite gibt es die Meinung, dass die Regierung der Weimarer Republik tatsächlich daran glaubte, auf diese Weise die Krise bewältigen zu können.

Auf der anderen Seite hält sich aber auch der Gedanke, dass ein Ziel dieser Politik gewesen sei, die erdrückenden Reparationszahlungen zu umgehen.

Demnach sollte den Siegermächten gezeigt werden, dass die Republik keine ausreichend stabile und leistungsfähige Wirtschaft hat, um den Forderungen nachzukommen.

Eine klare Folge der Politik und der Deflation war, dass die Bevölkerung aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und des sinkenden Lebensstandards unzufriedener wurde. Radikale Parteien erhielten damit einen immer größeren Zulauf.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.