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Die Deflation in Deutschland 1929

Die Deflation in Deutschland, die im Jahre 1929 begann, gilt als die mit Abstand längste und schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts.

Dieser schwere volkswirtschaftliche Einbruch äußerte sich unter anderem in Unternehmenszusammenbrüchen, massiver Arbeitslosigkeit und einer Deflation.

Die Krise, die mit dem Zusammenbuch der New Yorker Börse im Herbst 1929 eintrat, traf ausnahmslos alle Staaten weltweit. Besonders betroffen waren allerdings die USA als Ausgangspunkt der Krise und Deutschland.

Im Jahre 1932 erreichte die Krise ihren Höhepunkt und in Deutschland waren knapp 6 Millionen Menschen arbeitslos.

Dies entsprach einer Quote von über 40 Prozent. Die damit verbundene Armut prägte das öffentliche Leben.

Deflation in Deutschland 1929: Bankenkrise kennzeichnete Wirtschaftskrise

Die deutsche Bankenkrise kennzeichnete den Beginn des zweiten Teils der Wirtschaftskrise, also den Beginn der sogenannten „Hyperdeflation“. Diese hatte zwei Ursachen.

Durch gegenseitig herrschende Konkurrenz, durch feindliche Übernahmen kleinerer Banken und auf Grund spekulativer Wertpapier- und Warengeschäfte hatten die großen Banken im Jahr 1925 wieder das Geschäftsvolumen von 1914 erlangt.

Zwar waren Sie auf Expansion ausgerichtet, aber durch niedrige Eigenkapitalquoten und geringe liquide Mittel schlecht gerüstet.

Weiterhin kam die Instabilität des internationalen Kreditmarktes hinzu. Als wichtigstes Kennzeichen ist hierfür der einseitige Geld- und Kapitalstrom zu nennen.

Von 1925 bis 1929 sind ausländische Kredite von insgesamt 21 Milliarden Reichsmark nach Deutschland geflossen.

Diesen standen im gleichen Zeitraum jedoch nur 7,7 Milliarden RM deutsche Anlagen im Ausland gegenüber. Ein Großteil der aufgenommenen Kredite mussten außerdem binnen drei Monaten zurückgezahlt werden.

Bis 1929 wurden diese aber regelmäßig verlängert, da die Banken die kurzfristigen Gelder mitunter mit langen Laufzeiten ausliehen.

Sollten die ausländischen Gläubiger ihr Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Banken verlieren und die kurzfristigen Kredite einmal nicht verlängern, drohte ein Devisenmangel bis hin zur Illiquidität.

Mehr zum Thema: Börsencrash: 1929 und Heute

Globale Deflation in Deutschland während der Weltwirtschaftskrise 1929

Verantwortlich für die weltweit wirksame Deflation waren die Überproduktion nach dem Ersten Weltkrieg, der Schwarze Donnerstag an den US-Börsen und die verfehlte Politik der US-Notenbank, die die Geldmenge um 30 Prozent senkte.

Die eigenen Probleme veranlassten die USA, ihre hohen Kredite von Deutschland zurückzufordern.

Die Begleichung der Schulden erfolgte dabei hauptsächlich in Gold. Da das umlaufende Geld im Deutschen Reich nur zu 40 Prozent durch Gold und Devisen gedeckt sein musste, wirkte sich der Goldabfluss auf die Geldmenge aus.

Die Geldmenge sank dadurch drastisch. Auch der Geldumlauf verringerte sich ebenso schnell. Dies hatte zur Folge, dass die Gehälter sanken, die Preise einbrachen und die Arbeitslosigkeit auf mehr als sechs Millionen stieg.

Das entsprach einem Anteil von 20 Prozent der Erwerbsbevölkerung.

Die damalige Regierung und die Arbeitgeber fachten die Krise noch weiter an, da sie durch Sparmaßnahmen und Lohnkürzungen die Deflation verschärften.

Die Deflationspolitik des Reichskanzlers Heinrich Brüning war während dieser Weltwirtschaftskrise durch eine strikte Haushaltssanierung gekennzeichnet.

Das Ziel war eine Gesundschrumpfung der deutschen Wirtschaft.

Die niedrigeren Preise sollten deutsche Produkte auf dem Weltmarkt attraktiv machen und der Export sollte dadurch angekurbelt werden.

8. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.