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Erbschaftsteuer: Rechtzeitig informieren und Steuern sparen

Im Fall einer Erbschaft  werden alle vorhandenen Schulden des Erblassers vom Wert des vererbten Vermögens abgezogen. Je nach Verhältnis zwischen dem Erblasser und dem Begünstigten gelten dann entsprechende Freibeträge – geregelt im § 16 Erbschaftsteuergesetz (ErbStG).

Durch Abzug dieser Freibeträge, bleibt ein Teil oder in manchen Fällen sogar das ganze überlassene Vermögen von der Erbschaftsteuer befreit.

Erbschaftssteuer und Freibeträge

Folgende Freibeträge gelten seit 1.1.2010:

  • 500.000 € für Eheleute und auch für eingetragene Lebenspartner
  • 400.000 € für Kinder und Stiefkinder und für die Abkömmlinge von verstorbenen Kindern und Stiefkindern
  • 200.000 € für die Enkel und die Kinder von Stiefkindern
  • 100.000 € für Eltern und Voreltern (Groß- und Urgroßeltern)
  • 20.000 € für Geschwister, Kinder von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern und der geschiedene Ehegatte,
  • 20.000 € für alle anderen Erwerber.

Der Steuertarif – Ermittlung anhand der Erbschaftsteuertabelle

Nach Abzug der Erblasserschulden, insofern vorhanden, und nach Berücksichtigung des entsprechenden Freibetrags erhält der Erbe den zu versteuernden Betrag des geerbten Vermögens.

Dieses Vermögen kann in Form von Immobilien, von Geldvermögen oder auch in Wertpapieren vorliegen und unterliegt dem für die jeweilige Personengruppe festgesetzten Erbschaftsteuersatz – zu entnehmen aus der Erbschaftsteuertabelle.

Im Wesentlichen gelten folgende Steuertarife:

Steuersätze je Steuerklasse für ErbSt
bis Wert in EuroIII ab 2010II (2009)III
75.0007153030
300.00011203030
600.00015253030
6.000.00019303030
13.000.00023355050
26.000.00027405050
über 26.000.00030435050

Erbschaftssteuer: Wissenswertes für den Erbfall

Seit dem 1.1.2010 und dem Abschluss der Erbschaftsteuerreform wird Immobilienvermögen identisch wie Geldvermögen behandelt.

Vor diesem Zeitpunkt wurden zur Berechnung der Erbschaftsteuer lediglich 60-80% des Verkehrswerts der Immobilie herangezogen – heute werden 100% berücksichtigt. Im Gegenzug wurden allerdings die Freibeträge erhöht und die Steuersätze gesenkt, so dass sich dieser Nachteil ausgleicht.

Handelt es sich bei der durch Erbfall überlassenen Immobilie um ein vermietetes Objekt, so darf der Steuerpflichtige einen Abschlag von 10% vom Verkehrswert in Abzug bringen. Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Witwen und Witwer müssen für eigengenutztes Wohneigentum keine Erbschaftsteuer entrichten – hier bleibt die gesamte Immobilie steuerfrei.

Ausnahme: Erbt ein Kind allerdings selbst genutztes Wohneigentum, das die Gesamtwohnfläche von 200 qm übersteigt – hier fällt Erbschaftsteuer an! Wird ein Familienbetrieb an den Erben weitergegeben, fällt keine Erbschaftsteuer an, solang dieser Betrieb unter Erhalt der Arbeitsplätze 10 Jahre lang weitergeführt wird. Im anderen Fall werden 15% Steuer auf das Betriebsvermögen erhoben.

Erbschaftsteuer bei Testament oder Erbvertrag

Das Aufsetzen von Testament und/oder Erbvertrag mit Hilfe eines Fachanwalts hilft in der Regel Erbstreitigkeiten und unerwarteten finanziellen Belastungen durch die anhand der Erbschaftsteuer ermittelte Steuerlast vorzubeugen.

In Ergänzung zum Erbschaftsteuergesetz bietet das Regelwerk zur Schenkungssteuer diverse Möglichkeiten einen Teil des Vermögens bereits zu Lebzeiten weiterzugeben und somit bares Geld zu sparen.

29. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Melanie Alibrandi
Von: Melanie Alibrandi. Über den Autor

Melanie Alibrandi arbeitet als Office Manager bei einem internationalen Unternehmen und schreibt als freie Autorin Texte für verschiedene Projekte. Aufgrund Ihrer Ausbildung als Steuerfachangestellte und dem weiterführenden Studium im selben Bereich gilt ihr Interesse den privaten Finanzen - speziell den privaten Steuern und der Vermittlung ihres Wissens an ihre Leser.