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Die erfolgsorientierte Nutzung des Vorsteuerabzugs für Unternehmer

Im B2B-Bereich stellen Freiberufler, Gründer und andere Selbstständige wie Einzelhändler oder Handwerker ihren Geschäftspartnern die Umsatzsteuer zusätzlich zur erworbenen Ware oder der betreffenden Dienstleistung in Rechnung. Sind die Geschäftspartner dazu berechtigt, können sie die gezahlte Umsatzsteuer jedoch beim Fiskus geltend machen.

Sie bekommen unter bestimmten Bedingungen beim sogenannten Vorsteuerabzug die bereits entrichtete Umsatzsteuer zurückerstattet, da letztere nur der Endverbraucher zahlen muss. Die rechtliche Grundlage dafür bilden insbesondere die Paragrafen 15 und 15a des Umsatzsteuergesetzes (UStG).

Entscheidende Voraussetzungen

Viele Unternehmer haben zu wenige Kenntnisse über den Vorsteuerabzug, um ihn gezielt und erfolgsorientiert einzusetzen. Zunächst müssen sie unbedingt die Voraussetzungen hierfür erfüllen. Übersichtlich gegliedert listen viele Fachportale wie beispielsweise lexware.de diese auf und bringen konkrete Beispiele, die das Verständnis für Laien erleichtern.

Zunächst muss ein Unternehmer mehr als 17.500 Euro Umsatz im Jahr erzielen. Dann kann er den Vorsteuerabzug für die von ihm verkauften Waren oder Dienstleistungen durchführen, auf die er selbst Umsatzsteuer erhoben hat. Formal ist hierbei noch wichtig, dass er die richtige Art der Umsatzsteuer in den Rechnungen explizit ausgewiesen hat.

Die Umsatzsteuer kann je nach Dienstleistung oder Artikel sieben oder 19 Prozent betragen. Die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug sind nicht erfüllt, wenn auf der Rechnung nicht alle erforderlichen Angaben angezeigt sind. Diese Anforderungen sind nach den Paragrafen 14 ff. UStG zu leisten.

Hat das Finanzamt einen Selbstständigen nach Paragraf 19 UStG als Kleinunternehmer registriert, ist der Vorsteuerabzug ebenfalls nicht möglich. Ebenfalls ausgeschlossen ist dies, wenn die erzielten Umsätze umsatzsteuerfrei erzielt wurden. Ein typisches Beispiel für diesen Fall sind Mieteinkünfte aus der Vermietung für Privatpersonen.

Außerdem tritt der Vorsteuerabzug nicht in Kraft, wenn die Erwerbungen dem Privatgebrauch dienen. Gewisse Körperschaften, beziehungsweise juristische Personen können eine Steuervergütung beantragen, obwohl sie keine Unternehmer sind und steuerfreie Leistungen beziehen können sollen.

Abzugsfähige Kosten, Zeitpunkt

Viele Onlineservices wie das Wirtschaftslexikon.Gabler.de erläutern die rechtlichen Details des Vorsteuerabzugs hilfreich und präzise. Hierbei fragen sich viele Unternehmer, welche Kosten abzugsfähig sind. Dies ist beispielsweise bei einer bereits gezahlten Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) der Fall. Hier wurden Objekte für die empfangende Firma eingeführt.

Auch die Erwerbsteuer, die für den sogenannten innergemeinschaftlichen Erwerb von Gütern für das Unternehmen des Erwerbs entrichtet wurde, ist abzugsfähig. Ferner gilt dies für Leistungen wie Lieferungen oder Ähnliches, welche eine Firma für die Körperschaft ausgeführt hat, die für den Vorsteuerabzug zugelassen ist.

Empfängt ein Unternehmer mit Umsatzsteuer belegte Leistungen, die er gemäß Paragraf 13b des UStG selbst zahlen muss (Reverse-Charge-Verfahren), handelt es sich dabei ebenso um abzugsfähige Kosten. In dem Zusammenhang gilt dies auch für eine zu leistende Umsatzsteuer für die Auslagerung von Artikeln aus dem entsprechenden Umsatzsteuerlager.

Nach einer erfolgten Leistung und der darauffolgenden Rechnungslegung läuft der sogenannte Voranmeldungszeitraum aus. Danach kann der Vorsteuerabzug durchgeführt werden. Eine Ausnahme bilden Anzahlungen, die Entrichtung der EUSt sowie der innergemeinschaftliche Erwerb für die erwerbende Firma.

Besondere Bedingungen und Vorsteuerberichtigung

Die Vorsteuerberichtigung müssen Unternehmer beachten, wenn sich bei Leistungen oder Waren die Verhältnisse seit der Anschaffung ändern. Dies trifft etwa zu, wenn bezogene Leistungen in höherem oder geringerem Maße für steuerfreie Zwecke genutzt wurden, als bei der ursprünglichen Ansetzung des Vorsteuerabzugs geplant wurde. Die Korrektur des Vorsteuerabzugs beschränkt sich außer bei einigen Ausnahmen wie Grundstücken auf einen Zeitraum von fünf Jahren.

Es gibt außerdem noch verschiedene Besonderheiten. Dazu zählt etwa der als Pauschale fixierte Vorsteuerabzug (Durchschnittssatz). Dieser gilt für gewisse (nicht buchführungspflichtige) Unternehmer, deren Vorjahresumsatz 61.356 Euro überstieg.

Zudem gilt er gemäß Paragraf 23a UStG nicht für gemeinnützige Vereinigungen, Körperschaften oder Vermögensmassen, deren Vorjahresumsatz nicht höher als 35.000 Euro lag. Darüber hinaus ist er für Land- und Forstwirte pauschalisiert. Neben dieser Besonderheit gibt es gemäß Paragraf 35 UStDV niedrigere Anforderungen für Kleinbetragsrechnungen sowie für Fahrausweise.

Weitere Hinweise zum Thema bietet zum Beispiel die Ratgeberseite steuerwelle.de.

2. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Markus Müller
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.