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Die Euroeinführung in Deutschland – ein langer Weg

20 Deutsche Mark entsprachen 10,23 Euro. In einem Plastiktütchen. Das Starterkit zur Euroeinführung im Jahr 2002 schlummert als Sammlerobjekt in viele Schubladen und Kästchen deutscher Haushalte.

Anfangs mit nur 11 Staaten gehören derzeit 19 Staaten der europäischen Währungsunion an. Nachfolgend eine chronologische Übersicht der wichtigsten Ereignisse im Zusammenhang mit der Euroeinführung in Deutschland.

1970: Pierre Werner schlägt europäische Währungsunion vor

Der luxemburgische Ministerpräsident Pierre Werner schlägt einen Plan für eine europäische Währungsunion vor. Mit einem Drei-Stufen-Plan sollen die teilnehmenden Länder auf die gemeinsame Währung vorbereitet werden. Aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Lage wurde der Werner-Bericht jedoch nicht länger verfolgt.

1989: Der Delors-Bericht mit seinem Drei-Stufen-Plan wird zur Richtschnur

Der damalige EU-Kommissionspräsident Jacques Delors führt die europäische Integration voran, nach dem die vergangenen Jahrzehnte keine nennenswerten Erfolge vorzuweisen waren. Im Juni 1989 legte Delors schließlich einen Drei-Stufen-Plan zur Errichtung der Wirtschafts – und Währungsunion (WWU) vor.


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1992: Vertrag von Maastricht

Dieser Drei-Stufen-Plan Delors diente als Grundlage für den Vertrag von Maastricht, der im Februar 1992 unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag hebt die Europäische Union als übergeordneten Verbund über die Europäischen Gemeinschaften (EG). Neben vielen weiteren Vereinbarungen steht die WWU mit ihren sog. Konvergenzkriterien im Mittelpunkt. Diese Kriterien sind von einem Land zu erfüllen, damit ein Beitritt und die weitere Teilnahme in der WWU möglich sind.

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine Defizitquote im Staatshaushalt unterhalb von 3% und einer Schuldenstandsquote von unter 60% des Bruttoinlandsproduktes. Mittlerweile ließ sich nachvollziehen, dass Griechenland den eigenen Haushalt verfälscht dargestellt hat, um sich einen Betritt in die Europäische WWU zu ermöglichen.

16. Dezember 1995: Der Name „Euro“ wird für die Einheitswährung festgelegt

An der Spitze der deutschen Single Charts steht Michael Jacksons „Earth Song“. Dies konnte als richtungsweisendes Zeichen gedeutet werden, zumal die Einführung des Euro einen Zusammenhalt in Europa schaffen wird der die längste Friedensphase der Geschichte zur Folge hat.

In Madrid entscheidet der Europäische Rat über die Bezeichnung „Euro“ und „Cent“ als Bezeichnung für die Einheitswährung. Die leichte Aussprache und Schreibweise in allen Ländern war u.a. ausschlaggebend.

Helmut Kohl über die Euroeinführung in Deutschland und Europa

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl während einer Bundestagsdebatte 1998 über die Einführung des Euro in Deutschland: „Die Verwirklichung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist in ihren Konsequenzen die bedeutendste Entscheidung seit der deutschen Wiedervereinigung. Sie ist die tiefgreifendste Veränderung auf unserem europäischen Kontinent seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Imperiums.“

1998: Die Errichtung der Europäischen Zentralbank

Mit Sitz in Frankfurt am Main und mittlerweile ansässig im Neubau im Viertel Ostend wurde die Europäische Zentralbank (EZB) 1998 gegründet. Als Währungsbehörde der Europäischen Union sind die grundlegenden Aufgaben der EZB die Festlegung und Durchführung der Geldpolitik (somit auch Kreditvergabe, was vorher Aufgabe der einzelnen Zentralbanken der Länder war), Durchführung von Devisengeschäften, Verwaltung der Währungsreserven und Geldversorgung.

1999: Einführung des Euro als Buchgeld

Bereits 1999 wurde der Euro in alle elektronischen Handelssysteme hinterlegt und eingeführt. Die Teilnehmerländer waren: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Österreich und Spanien. Somit konnte also schon bei unbarem Geldhandel der Euro als Währung genutzt werden.

2002: Ablösung der D-Mark als Zahlungsmittel und Ausgabe von Starterkits – Die Euroeinführung in Deutschland

Starterkits im Wert von 10,23 € werden gegen Abgabe von 20 D-Mark bei den Banken und Sparkassen ausgegeben. Der Ansturm ist gewaltig und viele andere Nationen verteilen Geschenke an die Bevölkerung. So wurden im Vatikanstaat 3,88 Euro im Plastiktütchen gratis an die Bevölkerung verteilt, die Auflage lag allerdings nur bei 2.000 Stück. Auch die Niederlande schenkten jedem Bürger ab 6 Jahren ein Kit im Wert von 3,88€.

20. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.