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Die Falle „Wechselkurse“: Tausch reduziert Rendite

Teuer kann es werden, wenn Sie zu diesem Thema Zeitung lesen. Währungspaare wie der US-Dollar und der Euro haben typische Börsenkurse. Wenn Sie jedoch demnächst im Weihnachtsurlaub in weiter entfernte Regionen reisen, müssen Sie eventuell die dortige Währung im Portemonnaie mitführen. Die Wechselkurse werden unterscheiden sich von den Zeitungsangaben deutlich.

Wechselkurse und Währungspreise sind zwei so unterschiedliche Paar Schuhe, dass Sie sogar in Kategorien wie „Renditen“ rechnen müssen, wenn Sie nur das Geld umtauschen wollen. Banken verdienen an Wechselkursen.

Sichtbare und unsichtbare Fallen

Sichtbar wird dies in aller Regel nicht. Denn: die Wechselkurse, die Sie etwa bei der Bank Ihrer Wahl zahlen, können Sie vor Ort nicht mit den Angaben in Medien vergleichen – nur „ungefähr“. Dieses „ungefähr“ aber ist die teure Falle. Erhalten Sie für einen Euro nur 1,33 Dollar statt 1,35 Euro, verlieren Sie auf diese Weise 1,5% zu wenig. Wohlgemerkt: nur beim Ankauf der fremden Währung. Wechselkurse aber weichen von Währungspaar-Preisen oft so „stark“ ab.

Verkaufen Sie Restbestände nach dem Urlaub wieder, zahlen Sie oft dieselbe Differenz noch einmal: weil die Ankaufkurse vom Dollar wiederum niedriger sind als die Währungspreise auf diversen Kursseiten.

So verlieren Sie hier im Beispiel schnell einmal 3%-Punkte. Um es auf die Spitze zu treiben: Verlieren Sie dieses Geld in einem – sogar langen – Urlaub von vier Wochen, entspricht dies einer Jahresrendite in Höhe von fast 40% (inklusive Zins- und Zinseszinsen).

Gigantischer Verlust

Allein dies ist schon ein gigantischer – und realer – Verlust. Zusätzlich zahlen Sie noch – ganz sichtbar – eine Wechselgebühr bei Ihrer Bank. Auch diese Kosten müssten Sie wieder auf ein Jahr beziehen, um die Rendite zu ermitteln.

Schnell verlieren sich beim Geldwechsel durch die Wechselkurse sowie Tauschgebühren 50% (Jahres-)Rendite und mehr. Sie können dies kaum vermeiden. Immerhin:

  • Wechselkurse entstehen weltweit permanent aufs Neue. Festgelegte Relationen zwischen einzelnen Währungen gibt es fast nicht mehr.
  • Flexible Wechselkurse aber bedeuten, dass die Übersicht über den Wert bei einem Tausch sich weiter reduziert.
  • Achtung: Flexible Wechselkurse, die sich am Markt bilden können, sind andererseits viel Wert. Sie spiegeln die unterschiedliche Kaufkraft und Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften direkt wieder.
  • Griechenland beispielsweise könnte sich jetzt wieder sanieren, wenn die eigene Währung Drachme eingesetzt würde. Die Produkte werden dann sofort billiger und sind exportfähig. Auf der anderen Seite sinken die – relativen – Löhne.

Freie Wechselkurse zwischen Volkswirtschaften sind daher ein wertvolles Instrument. Auf der anderen Seite steigen die Tauschkosten zu Lasten Ihrer „Rendite“ erheblich.

Geräuschlos gehen zweistellige Renditen „weg“. Daher sind Reisen und Geschäftsbeziehungen in die Eurozone hinein deutlich kostengünstiger geworden. Wechselkurse haben in der Realität mit den reinen Währungspaaren in Medien wenig zu tun.

Mehr zum Thema: Umrechnung von Währung: So entsteht ein Wechselkurs

9. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.