Die Flexi-Rente einfach erklärt

Mehr Hinzuverdienst und mehr Rente – dies sind nur zwei der Vorteile, die die Flexi-Rente per Definition mit sich bringt. Es hat zähe Verhandlungen gebraucht, bis das Bundeskabinett den flexiblen Renteneinstieg beschlossen hat.

Der neue Gesetzesentwurf ermöglicht eine variablere Gestaltung des Übergangs vom Erwerbsleben in die Rente, birgt jedoch auch Kritikpotenzial.

Diese 3 Neuerungen bringt die Flexi-Rente mit sich:

  • Bisher gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 5.400 € und bei Überschreiten dieser Grenze ein Absinken der Rente um ein Drittel, die Hälfte oder gar zwei Drittel. Die Hinzuverdienstgrenze soll im Zuge der Flexi-Rente dann auf 6.300 € angehoben werden. Wird diese Grenze überschritten, sollen 40% jedes Euros darüber von der Rente abgezogen werden.
  • Auch sollen Arbeitnehmer, die im Rentenalter weiter arbeiten, mehr Rente erhalten, wenn sie weiterhin Beiträge zahlen. Pro Arbeitsmonat soll die Rente um 0,5% ansteigen.
  • Auch Arbeitgeber werden entlastet – sie müssen für Angestellte im eigentlichen Rentenalter keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung entrichten. Für Arbeitnehmer entfallen die Beiträge ebenfalls.

Ab wann gilt die neue Flexi-Rente?

Die Flexi-Rente soll Anreize schaffen, länger zu arbeiten um die eigenen Rentenansprüche zu steigern. Für Arbeitgeber wird es dank der Flexi-Rente einfacher, Fachkräfte an ihr Unternehmen zu binden.

Die neuen Regelungen zur Flexi-Rente treten ab dem 01. Januar 2017 in Kraft, die Änderung der Hinzuverdienstgrenze soll dann ab dem 01. Juli 2017 erfolgen. Auch sollen freiwillige Zusatzzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse ab dem 50. Lebensjahr möglich werden, damit Arbeitgeber ohne Abschläge in den Vorruhestand gehen können.

Diese Kosten und Einnahmen bringt die Flexi-Rente

Die Agentur für Arbeit wird im Zuge der Flexi-Rente voraussichtlich auf Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in Höhe von 79 bis 87 Mio. € pro Jahr verzichten müssen, die Rentenkassen hingegen sollen sich pro Jahr um zusätzliche 66 Mio. € füllen.

Damit Ältere fit bleiben, sollen Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen gestärkt und zum Beispiel berufsbezogene Gesundheitschecks ab dem 45. Lebensjahr gefördert werden, was die Rentenkassen rund 26 Mio. € pro Jahr kosten soll.

Kritik: Definition der Flexi-Rente alles andere als flexibel

Kritik an der Flexi-Rente kommt von Gewerkschaften und Sozialverbänden, die in den Regelungen zur Flexi-Rente nicht den flexiblen Übergang in die Rente sehen, sondern ein „Weiterarbeiten im Ruhestand“.

Gegenvorschläge des Deutschen Gewerkschaftsbundes sollten eine Teilrente schon ab 60 ermöglichen, um dann auf flexible Weise aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Sozialverbände sehen den Entwurf für Menschen mit geringen Arbeitsmarktchancen, die gar nicht erst bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können, als nutzlos an.

23. Dezember 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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